Archivfoto: Fritz Christ

Tod von Stadtsiegelträger Günter Blum: Ein Mann der Tat und des Ehrenamtes

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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ELM - „Ein echter ‚Schaffer‘.“ „Einer, der anpackt, ohne groß zu fragen.“ „Ein engagierter Mann. Immer nett, höflich und zuvorkommend.“ „Er war stets ums Allgemeinwohl bemüht und wird Elm fehlen.“ Das sind Worte, mit denen Weggefährten den Stadtsiegelträger Günter Blum beschreiben. Am Neujahrstag ist er nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren gestorben.

Von unserem Redaktionsmitglied Tim Bachmann

„Ich bin ein Elmer – aber kein Urelmer“, sagte er einmal. Denn Günter Blum wurde am 26. November 1947 in Drasenberg geboren. Als Kleinkind kam er nach Elm, wo seine Eltern das landwirtschaftliche Anwesen des Onkels übernahmen. In der Brückenstraße. Das älteste Haus Elms. Dort lebte er bis zuletzt mit seiner Ehefrau Helga, die er im Jahr 1977 heiratete und mit der er 1981 das landwirtschaftliche Anwesen übernahm.

Mit dem Fahrrad hinter den Tieren her

Seine Kühe trieb er vom „Schuljoste“-Hof über die „Kuh-Autobahn“ zur Weide. Als letzter Landwirt in der Region. Bis Ende 2017 konnte man ihn regelmäßig auf seinem Fahrrad den Tieren hinterherfahren sehen. Bei Wind und Wetter. Das gehörte zu Elm dazu wie die Burg Brandenstein und der Bahnhof. Annähernd 50 Jahre prägte der Landwirtschaftsmeister durch sein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement das Elmer Dorf- und Vereinsleben.

Nach seiner Schulausbildung ließ sich Blum im elterlichen Betrieb zum Landwirtschaftsgehilfen ausbilden, in Verbindung mit dem Besuch der landwirtschaftlichen Fachschule in Gelnhausen. Im Jahr 1974 ließ er die Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister folgen. „Früher war die Landwirtschaft das erste Glied in der Kette, heute das letzte“, beklagte Blum, kurz bevor er vor zwei Jahren die Milchviehhaltung aufgab.

Engagement für die Allgemeinheit

Sein Engagement für die Allgemeinheit zeichnete ihn aus. Günter Blum war eine wesentliche Stütze des Elmer Dorf- und Vereinslebens: Gut 42 Jahre lang war er aktiver Feuerwehrmann, gar 50 Jahre sang er in der Elmer Chorgemeinschaft mit. 41 Jahre war er im Kirchenvorstand, seit 2015 war er Kirchenältester. „Er hat sich immer sehr für die Gemeinde und das Gemeinwohl eingesetzt“, sagt sein langjähriger Wegbegleiter in der evangelischen Kirchengemeinde Elm, Pfarrer a.D. Kurt Leidorf.

Günter Blum war Gründungsmitglied des Elmer CDU-Ortsverbandes. Der Partei gehörte er seit 1990 an. Schlüchterns CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Heil, der Blum dereinst als Träger des Stadtsiegels vorschlug, zeigt sich vom Tode seines Parteifreundes tief getroffen: „Er hat immer angepackt, ohne groß zu fragen.“ Als Beispiel nennt Heil das Backhausfest, bei dessen Organisation Blum stets voranging. Nicht nur als Brotbäcker und Anheizer.

„Rechte Hand“ und „echter Schaffer“

Unabhängig vom Parteibuch engagierte sich der passionierte Landwirt im hohen Maße für seine Heimat. 44 Jahre lang war er in Elm im Ortsbeirat, viele Jahre davon als stellvertretender Ortsvorsteher. So hat die Nachricht von seinem Tod auch Ortsvorsteherin Inge Vey tief getroffen, stand er ihr doch in all den Jahren stets zur Seite. Als „rechte Hand“ und „echter Schaffer“, wie sie sagt.

Mehr als zehn Jahre war er zudem Vorsitzender der Jagdgenossenschaft. Und auch als stellvertretender Ortslandwirt engagierte er sich sowie als Vorsitzender der Vereinigung der Fleckviehzüchter des Altkreises Schlüchtern. Dies alles sei nur möglich gewesen, wie Blum zu seinem 70. Geburtstag betonte, durch die Unterstützung seiner Frau Helga und seiner drei Söhne.

Zeit für die Kinder

Für Kinder nahm sich der Elmer gern Zeit. Er erklärte den Jungs und Mädchen seines Heimatortes – und das schon seit Jahrzehnten –, wenn diese ihn auf seinem Hof besuchten, was so alles zur Landwirtschaft dazugehört. Und wenn er mit seinem Traktor vor dem Elmer Kindergarten vortuckerte, um einige seiner nunmehr fünf Enkel abzuholen, dann war das immer ein besonderes Erlebnis.

Nicht nur seine Enkel werden ihren „Opa Günter“ vermissen, der ganze Ort trauert mit – um einen engagierten Kommunalpolitiker, einen Freund, „Schaffer“, einen Mann mit Stimme, die im Ort bis zuletzt Gewicht hatte, und um einen echten Vereinsmenschen, dessen unkomplizierte, hilfsbereite Art fehlen wird.

Die Trauerfeier findet am Donnerstag, 16. Januar, um 14 Uhr in der Elmer Kirche statt.

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