Zeichnung: Jökel-Bau

Stadtverordnete stimmen für Neubau-Pläne der Kreissparkasse Schlüchtern

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlüchtern - Es bleibt bei sechs Stockwerken: Die Stadtverordnetenversammlung hat einen Antrag der Bürger-Bewegung Bergwinkel (BBB) abgelehnt, die Höhe des Neubaus für die Kreissparkasse auf fünf Geschosse zu begrenzen.

Von unserem Redaktionsmitglied Alexander Gies

Für die Reduzierung der umstrittenen Höhe stimmte nur die BBB. Zwei Stadtverordnete der Grünen sowie einer der CDU enthielten sich, während die übrigen Vertreter von CDU, SPD, FDP und Grünen den Antrag ablehnten.

In seiner Begründung des Antrags erklärte BBB-Fraktionschef Hans Konrad Neuroth, er sei froh, dass sich die Baufirma Jökel als lokales Unternehmen in der Stadt engagiere und dass die Kreissparkasse sich zum Standort Schlüchtern bekenne. Über Höhe und Architektur könne man indes nicht streiten, denn beides sei Geschmackssache.

Lehren aus der Historie ziehen

Dennoch gelte es zu definieren, was Schlüchtern sein wolle: Mittelzentrum mit Hang zur Großstadt oder die „liebenswerte Kleinstadt“, für die sie viele immer noch halten. Neuroth ging den „Fehlern der Vergangenheit“ nach, die zu Neubauten wie jener der jetzigen Kreissparkasse, des „Langer“ oder des Commerzbankgebäudes geführt hätten.

Aus dieser Historie ziehe er die Lehre: Neue Gebäude müssten sich „einpassen“ und dürften sich nicht an den Bausünden der Vergangenheit orientieren. Neuroth befürchtet einen weiteren Effekt: Erlaube man an dieser Stelle sechs Geschosse, so könne man dies dem Investor für den „Langer“-Neubau nur schwerlich versagen.

Keinerlei Einwendungen der direkten Anwohner

„Aber warum haben wir denn den ,Langer‘ erworben? Doch damit dort kein Klotz hinkommt“, stellte Neuroth fest. Helmut Meister (SPD) erklärte, die SPD unterstütze dieses „sehr wichtige Projekt“ und sei überzeugt, dass sich die „Neue Mitte“ dadurch „attraktiv und lebenswert“ präsentieren werde.

Überzeugt habe die SPD auch, dass die Stadtplaner sowohl der Nassauischen Heimstätte als auch des Investors einmütig die Meinung vertreten hätten, das geplante Gebäude passe von Anordnung und Kubatur gut an diese Stelle. Er wies darauf hin, dass alle Gremien von Magistrat über Stadtverordnete, Bauausschuss bis Ortsbeirat einstimmig oder mit breiter Mehrheit den Plänen zugestimmt hätten. Auch die „direkten“ Anwohner hätten „keinerlei Einwendungen“ erhoben.

Gebäude überzeugt auch städtebaulich

Jürgen Heil (CDU) sprach von einem „imposanten und identitätsstiftenden Bauwerk“, so, wie es sich die Beteiligten gewünscht hätten. Heil erwartet durch die offene Anordnung der Gebäude mit einem zugänglichen Innenhof an dieser Stelle Urbanität.

Rainer Grammann (FDP), zugleich Ortsvorsteher Innenstadt, sagte, der Ortsbeirat habe sich einstimmig für die sechsgeschossige Bauweise ausgesprochen, nachdem alle Fragen zur Zufriedenheit geklärt worden seien. Dr. Peter Büttner (FDP) als Fraktionsvorsitzender betonte, die Pläne seien ausreichend und transparent besprochen worden. Ihn überzeuge das Gebäude auch städtebaulich.

Plan auf der Homepage der Stadt zu sehen

Nachdenkliche Worte kamen von Gerd Neumann (Grüne). Ihm wäre es lieber gewesen, wenn die städtischen Gremien aus zwei oder drei Entwurfsvorschlägen hätten auswählen können, anstatt mit einer Lösung, an dem es nichts mehr zu rütteln gibt, konfrontiert zu werden. „Beim Stadtplatz beteiligen wir ja auch die Öffentlichkeit; hier haben wir es versäumt. Das darf uns beim ,Langer‘ nicht noch mal passieren“, sagte Neumann, der mit den Worten schloss: „Dieses Versäumnis tut mir leid.“

Nach der Klärung der Geschossigkeit beschlossen die Stadtverordneten mehrheitlich einen weiteren Schritt hin zum Bebauungsplan, nämlich die förmliche Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und anderer Beteiligter. Der Plan ist auf der Homepage der Stadt einzusehen. Bürger können jetzt ihre Stellungnahmen dazu abgeben.

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