Foto: Axel Haesler

Startschuss für Bau der Seniorendependance gefallen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Pfaffenhausen - Die Bauarbeiten für die Seniorendependance „Haus Spessart“ im Jossgrunder Ortsteil Pfaffenhausen können beginnen. Dafür griffen Erste Kreisbeigeordnete des Main-Kinzig-Kreises Susanne Simmler, Bürgermeister Rainer Schreiber und Dieter Bien, Geschäftsführer der Alten- und Pflegezentren (APZ) des Main-Kinzig-Kreises, zum Spaten, um die erste Fuhre Sand auf der Baustelle zu bewegen.

„Das ist ein sehr guter Tag für Pfaffenhausen“, sagte Susanne Simmler zu den zahlreichen Gästen auf der Baustelle im Herzen des 1000 Einwohner zählenden Erholungsortes. Mit dem Bau der Seniorendependance werde eine Lücke in der regionalen Daseinsfürsorge für den Bereich Flörsbachtal und Jossgrund geschlossen.

„Würdevoll und lebenswert“

Das „Haus Spessart“ werde ein Ort sein, an dem alte Menschen nicht „untergebracht“ werden, sondern an dem sie sich zu Hause fühlen können. „Alte Bäume verpflanzt man nicht“, sagte die Sozialdezernentin. Es sei richtig, Pflegeplätze dort anzubieten, wo die künftigen Bewohner vielleicht schon ihr gesamtes Leben verbracht haben. Wo Familien und Freunde leben und es sich vertraut anfühlt. So könne es gelingen, die letzte Phase im Leben eines Menschen würdevoll und lebenswert zu gestalten.

1,2 Millionen Euro für den Bau in Pfaffenhausen

Sechs Millionen Euro fließen in den Bau der Pflegeeinrichtung und eine Million Euro in den Bereich Tagespflege und Sozialstation. Simmler dankte dem Kreistag für die Entscheidung, das Projekt in Pfaffenhausen mit 1,2 Millionen Euro zu fördern. Insgesamt werden an drei Standorten neue Seniorendependancen gebaut, das unterstützt der Main-Kinzig-Kreis mit insgesamt 3,6 Millionen Euro. Eine weitere Seniorendependance wird in Wächtersbach entstehen.

Bürgermeister erleichtert

Das „Haus Spessart“ entsteht auf einer Fläche von 2700 Quadratmetern, davon sind 800 Quadratmeter Grünfläche. Um Platz für den Neubau zu schaffen, mussten in den vergangenen Monaten alte Gebäude abgerissen werden. Bürgermeister Rainer Schreiber freute sich darüber, dass auf dieser Fläche im Ortsmittelpunkt nun ein Projekt mit Strahlkraft entsteht. Die einmütige Entscheidung der örtlichen Mandatsträger für das Bauvorhaben zeige, dass alle von dem Projekt überzeugt seien. Dieser Tag sei für Pfaffenhausen ein Meilenstein, denn seit Längerem sei klar, dass es einen Bedarf an Pflegeplätzen in der Region gibt. „Wir haben es geschafft und bekommen nun endlich auch eine betreute Tagespflege“, sagte der Bürgermeister sichtlich erleichtert.

Daten automatisch vom Bett in die Akte

„Wir werden hier eine innovative Einrichtung errichten, vor allem im Hinblick auf die technische Ausstattung“, sagte Klaus Schäfer, der sich bei den Alten- und Pflegezentren um die Projektsteuerung der Bauvorhaben kümmert. „Das Projekt bewegt sich in einer Größenordnung, die es so im Kreis noch nicht gibt“, sagte er. Zu den wichtigsten technischen Neuerungen gehören Pflegebetten, die in der Lage sind, Messdaten – etwa Gewicht und Temperatur – an die Pflegedienstleitung zu übermitteln. So kann der Gesundheitszustand stressfrei dokumentiert werden.

Hausgemeinschaften werden eingerichtet

Die Pflegeeinrichtung folgt dem Hausgemeinschaftsmodell: Vorgesehen sind 36 Einzelzimmer, verteilt auf drei Hausgemeinschaften. Es gibt gemeinsame Bereiche, aber auch die Möglichkeit sich zurückzuziehen. Hinzu kommen 30 Betreuungsplätze in der Tagespflege, angegliedert ist auch eine Sozialstation. Hierfür konnte die Caritas als Anbieter gewonnen werden.

„Spannende Zeit“

Zur Ausstattung des Gebäudes gehören eine Niedertemperaturheizung mit Fußbodenerwärmung, eine Photovoltaik-Anlage und Solarthermie für warmes Wasser. Zum Sommer 2021 können die ersten Senioren einziehen. Schon heute gibt es 20 Interessenten. „Das zeigt, wie groß der Bedarf an wohnortnahen und kommunal verantworteten Angeboten ist“, sagte Susanne Simmler. „Das wird jetzt eine spannende Zeit für alle – die Gemeinde, die Alten- und Pflegezentren, aber auch die Nachbarn. Aber wir werden auch immer wieder informieren und haben für manches Problem auch schon Lösungen gefunden“, sagte Klaus Schäfer. / lea

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