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Stau, Stau, Stau: Woran es in der Obertorstraße hapert

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlüchtern - „Wollen wir Stadt oder Land sein?“, fragte Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) kürzlich mit Blick auf die Architektur des neuen Gebäudes der Kreissparkasse. Mit Blick auf den täglichen Stau in der Obertorstraße lässt sich sagen: Schlüchtern ist sogar schon Groß-Stadt.

Von unserem Redaktionsmitglied Alexander Gies

Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit ist oft täglich zu beobachten: So nach 16 Uhr wird’s voll in der Obertorstraße. Auto an Auto schiebt sich durch die Haupteinkaufsstraße der Bergwinkel-Stadt. Das ist fast wie in Frankfurt rund um den Römer – und adelt Schlüchtern damit quasi zur Metropole.

Grünphase verlängert

Scherz beiseite: Wer sich in dem Stau befindet, der findet das alles andere als lustig. Oder, wie es in einer Facebook-Gruppe „Vivian“ resigniert formuliert: „Da stand ich deshalb vor kurzem auch sage und schreibe 20 Minuten lang ...“

Dabei hat die Stadtverwaltung offenbar schon reagiert und die Grünphase der Ampel auf Höhe des ehemaligen Kaufhauses Langer von (ungeeicht gemessenen) 7,5 auf 30 Sekunden verlängert.

„Jeder Depp parkt in der Lieferzone vor der Post!“

Doch damit ist das Problem längst nicht gelöst, denn ein zweites tut sich unweit der Lichtzeichenanlage auf: Dort sind zwei Parkplätze werktags von 9 bis 10 und 16 bis 18 Uhr dem Lieferverkehr vorbehalten. Gute Idee, doch leider halten sich zu wenige daran, oder, wie es Christian auf Facebook drastisch zusammenfasst: „Wo soll der Lkw hin? Jeder Depp parkt in der Lieferzone vor der Post!“ Ja, so ist es. Erst am Freitag ließ sich gut beobachten, wie der Lkw-Fahrer, der Postpakete bringt und abholt, durchaus behände und flott Palettenwagen mit Paketen ab- und auflud. Aber da der Parkplatz für den Lieferverkehr leider belegt war, musste er seinen Laster direkt auf der Obertorstraße parken – während hinter ihm ein veritables Hupkonzert anhob.

Verständnis für den guten Mann

„Pia“ äußert auf Facebook Verständnis für den guten Mann: „Da meckern nur Menschen, welche noch nie als Paketbote unterwegs waren, denn diese wissen nicht, wie anstrengend es ist, mit den Päckchen auch noch kilometerweit laufen zu müssen, weil kein ordentlicher Platz direkt vor Ort ist, um in Ruhe aus- und abladen zu können.“ Nun, Kilometer musste der Fahrer nicht zurücklegen, aber sonst hat „Pia“durchaus recht.

Da bleibt nur eine Lösung: Die städtischen Ordnungshüter müssen sich werktags ab 16 Uhr an den Parkplätzen postieren und jeden Autofahrer zurechtweisen, der „nur mal eben schnell“ einen Brief einwerfen oder sich einen Döner holen will. Anders ist mit Einsicht wohl nicht zu rechnen. Oder: Die Obertorstraße umfahren, wer diese nicht dringend durchfahren muss.

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