Rathaus am Kumpen Steinau an der Straße
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Im Rathaus am Kumpen könnte bald wieder Ruhe einkehren.

Steinau an der Straße

Stadtverordnete wollen Bürgermeister Uffelns Amtszeit nicht verlängern

  • Sabine Simon
    vonSabine Simon
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Bürgermeister Malte Jörg Uffeln (parteiunabhängig) wird nach dem Ende seiner Amtszeit am 31. Juli nicht übergangsweise im Dienst bleiben. Dafür haben sich die Stadtverordneten am Dienstagabend bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen ausgesprochen.

Steinau an der Straße - Vorangegangen war ein gemeinsamer Antrag aller drei Fraktionen (SPD, BGM, UBL), die bis zum Wahltermin am 1. November respektive zum Amtsantritt eines neuen Bürgermeisters die Geschicke an den Ersten Stadtrat Arnold Lifka (BGM) übertragen wollen.

Uffeln hätte die Amtsgeschäfte kraft Gesetzes bis zu drei Monate weiterführen müssen, wenn dies für ihn keine „unbillige Härte“ bedeutet oder die Stadtverordneten dies per Beschluss verhindern. Letzteres ist nun aber geschehen.

Uffeln, der bereits vor der Abstimmung und während der Antragserläuterung den Saal verlassen hatte, reagierte am Ende gelassen auf die Entscheidung des Gremiums. „Vielen Dank dafür. Sie haben mir nun neue Planungssicherheit verschafft“, sagte der Rathauschef an die Vertreter der Fraktionen gerichtet. „Mir war das ja bereits klar, dass so entschieden werden wird“, sagte Uffeln im Nachgang. Er ziehe ein positives Fazit seiner Amtszeit in Steinau. „Das waren sehr intensive und interessante Jahre“, fügte der Rathauschef hinzu. Er freue sich nun auf die Rückkehr nach Gründau und einen neuen Abschnitt, wolle keine erneute Kritik üben.

Uffelns Amtszeit wird nicht verlängert: 25 Stadtverordnete hatten Antrag unterzeichnet

Werner Herd, designierter SPD-Fraktionsvorsitzender, hatte vor der Abstimmung den Antrag erläutert, den vorab bereits 25 Stadtverordnete unterzeichnet hatten. „Es hat sich eine Koalition gebildet, die der Meinung ist, dass der Bürgermeister die Amtsgeschäfte ab dem 1. August nicht mehr weiterführen soll“, so Herd.

„Wir erlösen Sie ab dem 1. August von Ihren Pflichten Herr Uffeln, gönnen Sie sich eine Pause, erholen Sie sich von all dem Stress mit dem Stadtparlament und seinen Ausschüssen. Nach einigen Monaten Abstand werden Sie uns vermissen“, sagte Herd und verwies die rund 65 Zuhörer im Zuschauerraum auf den Begriff der gelebten Demokratie.

Werner Herd äußert Kritik an Uffelns Amtsführung in Steinau

Das, was im Stadtparlament ablaufe, bedeute nicht immer Harmonie, bedeute eben nicht immer nur Harmonie. „Das ist ein Austausch von Meinungen und hier darf auch mal geflucht und gestritten werden, wenn man sich nachher wieder zusammensetzt, miteinander spricht oder sich entschuldigt und einen neuen Versuch startet, um sich auf einen Kompromiss zu einigen.“

Das habe am Ende der meisten Konflikte so auch funktioniert. Herd äußerte Kritik an Uffelns Amtsführung: „Uns hat gestört, dass Sie viele notwendige Maßnahmen nicht rechtzeitig angegangen sind, auf die lange Bank geschoben haben, Fördermittel nicht oder zu spät beantragt haben, vieles am Magistrat vorbei selbst entschieden haben und mit Ihrem Herzen nie richtig in Steinau angekommen waren.“

In der Stadtverordnetenversammlung wurde auch über die Öffnung des Schwimmbads in Steinau gesprochen. Der Magistrat solle nun ein Hygiene- und Zugangskonzept zu erarbeiten, damit das Freibad ab dem 15. Juli öffnen könne.

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