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SKV Steinau vor dem Aus? – Vorstand spricht über die Zukunft des Vereins

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Steinau - Sie wollen, dass es weitergeht. Sie haben Vertrauen in die Fähigkeiten der Jugend. Aber Mario Pizzala vom SKV-Vorstand spricht es deutlich aus: „Wenn in den verantwortlichen Positionen von der Jugend keiner mitzieht, dann geht der Verein seiner Auflösung entgegen.“

Von Andrea Euler

Worte, die seinen Vorstandkollegen Hans Ralf Heiliger, überall nur als „Hansi“ bekannt, sichtlich schmerzen. Doch auch er muss einräumen: „Ich gehe auf die 72 zu, habe zahlreiche gesundheitliche Probleme. Ich habe keine Ausdauer mehr – ich pack’ das einfach nicht mehr. Aber das Herz tut schon bluten bei so einer Vorstellung.“

Im März, nach der laufenden Kampagne, findet die nächste Jahreshauptversammlung statt. Und mit ihr die alles entscheidenden Vorstandswahlen.

„Fremdensitzungen“ zogen kein Publikum an

Von Licht und Schatten wissen die beiden Aktiven, die jeder für sich Jahrzehnte der aktiven Vereinsarbeit auf dem Rücken tragen, zu berichten: Davon, wie begeistert sie sind, dass der Vereinsnachwuchs mit den Veranstaltungen „DJ meets Garde“ und in der zurückliegenden Kampagne auch mit der „90er- und 2000er-Party“ regelrecht „abräumte“. „Wir können stolz sein auf die Jungen“, sagt dazu Pizzala. „Diese beiden Veranstaltungen und auch die Kindersitzung sind die Garanten für die Zukunft.“ Wobei er auch die Seniorensitzung lobt, die seit zwei Jahren im Steinauer Seniorenzentrum stattfindet. „Das hat wieder so eine Atmosphäre wie beim Bender damals, das ist hier schon eine kleine Prunksitzung“, lobt Pizzala.

Bei allem Lob: Die althergebrachten „Fremdensitzungen“ zogen am Ende kein Publikum mehr an in der ehemaligen Karnevalshochburg. „Und nur wegen der Tradition können wir uns nicht in eine wirtschaftliche Krise hineinmanövrieren“, so Pizzala.

Aufgeben steht nicht zur Debatte

„Am Schluss waren das 120 Leute in dieser riesigen Großsporthalle, da kriegt man keine Gemütlichkeit mehr hin. Aber wo soll der Karnevalsverein hingehen, wir haben ja nur diese Halle, und in der ist es schwierig, eine vernünftige ‚Narhalla‘ zu bauen“, erklärt der erfahrene Vereinsmann. „Und teuer“, ergänzt Heiliger.

Das Gründungsmitglied des SKV bedauert, dass „die Leute so verwöhnt sind von den Medien. Diese Erwartungshaltung können wir nicht erfüllen“. Das Los träfe viele: Sportvereine wie Unterhaltungsvereine. Aufgeben sei allerdings ihre Sache nicht: „Wir haben gesagt: wir weigern uns, das zu akzeptieren“, wie Pizzala ausführt – und gerade deshalb habe der Vorstand den jungen Mitgliedern in den vergangenen Jahren viel Spielraum gelassen.

„Ohne Verein in der Stadt geht nichts“

„Sie haben gezeigt, dass es geht – und dass sie es können. Der alte Vorstand ist überglücklich über das gezeigte Engagement. Aber einer muss die Verantwortung übernehmen. Es ist auch eine Satzungsänderung denkbar, sodass zwei oder drei Mann gleichberechtigt in der Verantwortung stehen“, sagen Heiliger und Pizzala. Sie selbst stünden auch weiterhin beratend zur Verfügung, „aber die Impulse müssen von den Jüngeren kommen“.

Doch „irgendwie fehlt der letzte Schritt zu sagen: Ich mach das“, so Pizzala. „Wenn sie die Sicherheit brauchen, dass die Altvorderen ihnen zur Seite stehen, sind wir da.“

Ein Stück weit seien dafür, dass sich offenkundig viele schwer tun, einen Vorstandsposten einzunehmen, auch die Gesellschaft und die Politik schuld: „Das Ehrenamt wird von der Öffentlichkeit nicht gewürdigt“, sind sich die beiden engagierten Männer einig. „Vereine werden sehr oft alleine gelassen. Man kann einem Verein auch mal was erlassen“, fügt Heiliger hinzu. „Denn ohne einen Verein in der Stadt geht gar nichts.“

Vier Dinge müssten verändert werden

Vier Punkte kann Pizzala aus dem Stegreif aufzählen, die den Verein „sicher für die Zukunft machen“ werden: Der Verein braucht eine neue Struktur, inklusive Organigramm. „Da muss jeder einzelne Punkt angeschaut, alles mal richtig verschriftlicht werden. Das ist insgesamt ein kräftezehrender Akt, das geht nicht so nebenbei.“ Dabei soll festgelegt werden, wer für welche Aufgabe zuständig sei. Aber es gäbe noch viel mehr zu klären. Beispielsweise müsse eine Ehrensatzung her – „aber auch da haben wir schon Vorarbeit geleistet. Damit die, die ausgezeichnet wurden, auch weiterhin wissen: Ihr habt es verdient, gewürdigt zu werden. Ihr seid uns wichtig.“

Als Zweites müsse „das Veranstaltungsangebot ausgebaut werden nach den Bedürfnissen der Generation, die man ansprechen möchte“. Dritter Punkt: Der Verein brauche „ein Drumherum“. Ausflüge und Treffen, die den Zusammenhalt stärken. Viertens: Die „Bütt“, das Vereinsheim, könnte viel intensiver genutzt werden. Schon ein kleiner Umbau würde reichen, damit das Gebäude für Feiern genutzt werden kann. Chancen für den Verein gibt es, so Pizzala: „Ich habe das schon in einer Büttenrede gesagt: ‚Make Stänere Fassenacht great again.‘ Ich bin sicher, dass das gelingen kann.“

Termine 2020

7. Februar: DJ meets Garde – Showtanzabend, ab 20.30 Uhr in der Halle am Steines.

8. Februar: 90er-Party mit „DJ Jannsen“ ab 20.30 Uhr in der Halle am Steines.

9. Februar: Kinderfasching ab 14.11 Uhr in der Steinauer Halle am Steines.

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