Ella Späte mit ihren Zeichnungen für das Märchenlabor, im Hintergrund Detlef Heinichen.
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Ella Späte mit ihren Zeichnungen für das Märchenlabor, im Hintergrund Detlef Heinichen.

Programm 2021

Ablenkung durch Märchen und Johnny Cash: Detlef Heinichen und Ella Späte werkeln im Theatrium Steinau

Alle Computer im Arbeitsraum von Detlef Heinichen und Ella Späte im hinteren Teil des Marstalls laufen. Während Späte an den Illustrationen für das gemeinsam mit dem Museum Brüder-Grimm-Haus geplante Märchenlabor arbeitet, sitzt Heinichen an Anträgen und Formularen im Internet.

Steinau - Die beiden Macher des Theatriums Steinau arbeiten derzeit täglich zwölf Stunden gemeinsam oder nebeneinander an den Projekten, die sie noch für dieses Jahr planen. So steht eine Inszenierung zum Country-Sänger und Songschreiber Johnny Cash für das geplante Sommer OpenAir Theater ins Haus. Schauspieler, Marionetten sowie selbst gestalteter Zeichentrick sollen die Geschichte des amerikanischen Country-Sängers nachzeichnen. „Die Inszenierung steht zu 95 Prozent“, fasst Heinichen zusammen.

Die Vorbereitungen für die Einrichtung eines Märchenlabors in der Remise des Museums Brüder-Grimm-Haus laufen auf Hochtouren. Dazu hat Späte 30 Märchenmotive in Scherenschnittoptik gezeichnet. Es sind allesamt Grimmsche Märchen, die die Sitzhocker im Großformat zieren werden. Es gibt eine enge Beziehung Steinaus zu Jakob und Wilhelm Grimm, die in Steinau aufgewachsen sind. (Lesen Sie hier: Tanz ist noch zu spüren - Kulturwerkwoche in Schlüchtern startet)

Am Computer werden die zauberhaften und verspielten, aber nicht kitschigen Motive so bearbeitet, dass sie in verschiedener Größe vielseitig optisch eingesetzt werden können. Die Auseinandersetzung mit dem entsprechenden Computerprogramm hat es in sich, weshalb Späte sehr froh ist für die Unterstützung durch Manfred Grun

Steinau: Detlef Heinichen und Ella Späte werkeln im Theatrium

Derweil schimmern schon goldfarbene Stoffmuster und edle Musterborden und warten darauf, ausgewählt zu werden. Die Sitzpolster werden mit einer kuscheligen Schaumstoffauflage versehen. Die unterschiedlich großen Hocker können bei weniger als circa 100 möglichen Gästen so ineinander gestapelt werden, dass kein zusätzlicher Stauraum notwendig ist. Eine Bühne für die Remise des Brüder-Grimm-Hauses wird gerade gezimmert und einen Thron soll es auch geben. 

Heinichen und Späte rechnen mit der Eröffnung des Märchenlabors noch im Frühjahr. Die Gemeinschaftsarbeit mit dem Museum Brüder-Grimm-Haus wird vom Kulturfonds des Main-Kinzig-Kreises gefördert. 

Derzeit verschönert der Maler Jörg Geipel die Theatrium-Spielstätte mit goldschimmernden Borden um die Rundbogen der Empore. Sich gegenüber liegende Nischen werden mit goldenen Leisten versehen und die grüne Farbe der Stirnwand gegenüber der Bühne soll sich künftig streifenförmig auch an den Längswänden wiederfinden. Jeweils ein Engel aus der Zunft derer aus dem Foyer wird auf den Geländern des Hochparketts und in einer der Nischen thronen. Damit schafft das Theatrium, ohne gleich den ganzen Raum renovieren zu müssen, eine engere Verbindung zur Gestaltung des Foyers.

Detlef Heinichen und Ella Späte planen Programm 2021 im Theatrium Steinau

Außerdem beschäftigen sich die Theatrium-Macher gerade intensiv mit digitalen Formaten. So wollen sie insbesondere mit ihrem jungen Publikum in Kontakt bleiben. Ende Januar ist ein gestreamtes Konzert des Trios Julietta als Probelauf mit dem neu angeschafften Equipment geplant.

Seit Monaten kann das Theatrium seinen Gästen keine Vorstellungen bieten. Detlef Heinichen und Ella Späte sind allerdings dennoch sehr aktiv, um 2021 mit neuen Inszenierungen und Projekten zu bereichern. So schwebt dem Vollblutschau- und Puppenspieler Heinichen für das Ende des Jahres noch eine eigene Inszenierung des Christmas Carol vor.

Die Theatrium-Macher lassen sich nicht unterkriegen und arbeiten konzentriert und kreativ an Neuem. „Uns geht es doch soweit ganz gut! Wir beschäftigen uns, damit wir gar nicht erst ins Grübeln kommen oder Trübsal blasen“, sagt Heinichen. „Wir machen einfach das Beste draus“, fasst Späte gut gelaunt zusammen.

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