Schlüsselübergabe vor dem Steinauer Rathaus von Arnold Lifka (links) an den neuen Bürgermeister Christian Zimmermann.
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Schlüsselübergabe vor dem Steinauer Rathaus von Arnold Lifka (links) an den neuen Bürgermeister Christian Zimmermann.

Treffen in der Markthalle

Bürgermeister Christian Zimmermann tritt sein Amt in Steinau an - „Gegenseitige Wertschätzung“

  • Walter Kreuzer
    vonWalter Kreuzer
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Nach einem halben Jahr hat die Stadt Steinau wieder einen Bürgermeister: Christian Zimmermann (parteilos) hat am Montag seinen Dienst als Rathauschef angetreten. Begriffe wie „gegenseitige Wertschätzung“ und „Zusammenarbeit“ stellt er bei einem Treffen mit den Abteilungsleitern der Stadtverwaltung in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.

Steinau - Eine Rundfahrt zu Kindertagesstätten und Bauhof, wie sie andere Bürgermeister an ihrem ersten Arbeitstag unternehmen, ist für Christian Zimmermann nicht drin. Die Corona-Pandemie lässt grüßen. Stattdessen steht in lockerer Runde ein Treffen mit den Abteilungsleitern in der Markthalle an.

Dort steht aber zunächst nicht der neue Rathauschef im Mittelpunkt, sondern jener Mann, der über Monate hinweg die Verwaltung ehrenamtlich geführt hat: Erster Stadtrat Arnold Lifka (BGM). Er nimmt das Lob und den Dank von Zimmermann und einer Abordnung seiner Fraktion mit dem Vorsitzenden Tobias Betz an der Spitze entgegen. Letzterer wünscht dem neuen Bürgermeister Christian Zimmermann eine „glückliche Hand“ für seine Aufgaben. Andreas Heil für die Stadtwerke und Hauptamtsleiter Horst Schmidt setzen bei ihrem neuen Chef auf ein offenes Ohr und auf gute Zusammenarbeit.

Steinau: Bürgermeister Christian Zimmermann tritt sein Amt an - „Gegenseitige Wertschätzung“

Letztere und eine „gegenseitige Wertschätzung“ stehen bei Zimmermann im Mittelpunkt – sowohl innerhalb der Stadtverwaltung als auch, was deren Außenwirkung angeht und im Verhältnis zu den Gremien. Immer wieder unterstreicht er die beiden Begriffe, während er einen Überblick über anstehende Projekte, Probleme und die Situation in den verschiedenen Abteilungen der Stadtverwaltung gibt.

Da sind zunächst einmal die Projekte, die trotz klammer Stadtkasse angegangen oder vollendet werden sollen. Etwa die Sanierung des Marstalls, die wegen des drohenden Verfalls von Zuschüssen bis Ende September abgeschlossen sein muss. Im zweiten Obergeschoss „können sich die Mitarbeiter der Stadtwerke breit machen und in einem gemütlichen Umfeld ihrer stressigen Arbeit nachgehen“.

Später räumt Zimmermann in kleiner Runde ein:„Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass seit vergangenen Sommer dort nichts mehr passiert ist. Der Querbau ist noch im Rohbau.“ Die Diskussion über die Kindertagesstätte Märchenwald sei noch nicht viel weiter gediehen als vor fünf Jahren. Eine schlechte Bausubstanz sowie die Eigentumsverhältnisse sprächen aus seiner Sicht eher für einen Neubau, wenngleich er dem Gebäude einen „gewissen Charme“ zuspricht. Die Sanierung des Ulmbacher Freibades, die Digitalisierung der Stadtverwaltung sowie der vom Kreisbrandinspektor geforderte Bau eines Feuerwehrhauses in Sarrod stehen ebenfalls auf der Agenda. Zimmermann: „Es ist schon viel Geld ausgegeben worden – deshalb sollten da Ziele am Horizont stehen.“ Andererseits spricht er im Zusammenhang mit dem in der Aufstellung befindlichen Haushaltsplan vom Jahr 2021 als „ein Sichtungs- und Planungsjahr“.

Zimmermann: Es ist schon viel Geld ausgegeben worden – deshalb sollten da Ziele am Horizont stehen

Nach und nach streift der neue Rathauschef viele Aufgabengebiete der Verwaltung. Dazu gehören auch die Museen – und sein Wunsch nach einer engen Zusammenarbeit mit der Stadt Schlüchtern, „um die Personalkosten zu senken“.

Einige Minuten nimmt sich Zimmermann noch Zeit. Dann geht er nach oben in sein Büro. Es ist jener Raum, in dem schon seine Vorgänger – abgesehen von Malte-Jörg Uffeln (parteiunabhängig), der das Vorzimmer bevorzugte – gewirkt haben. Hinter sich das Fenster mit Blick auf Theatrium und Marstall. Vor sich ein noch fast leerer, großer Schreibtisch. Und mit der ersten Unterschriftenmappe beginnt für den neuen Bürgermeister der Stadt Steinau an der Straße der Alltag.

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