Der Klettergarten in Steinau ist einen Ausflug in den Ferien wert.
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Der Klettergarten in Steinau ist einen Ausflug in den Ferien wert.

Urlaub in der Region

Nervenkitzel in der Natur - Kletterwald in Steinau lädt zu einem Ausflug in den Sommerferien ein

  • Sabine Simon
    vonSabine Simon
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Im Meeting vor den Sommerferien habe ich das Thema Klettergarten vorgeschlagen. Ich könne das ja ausprobieren, darüber schreiben. Kurzzeitig bereue ich meine große Klappe, als ich vor einer etwa vier Meter langen Hängebrücke stehe, bei der jede zweite Stufe fehlt.

Steinau - Nur nicht nach unten schauen, denke ich – und schaffe es dann doch, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Und schon bin ich drüben.

Eines vorweg, bevor das hier vielleicht zu kritisch oder gar negativ klingt: Der Nachmittag im Europa-Kletterwald war einer der schönsten Familienausflüge seit Langem. Es hat riesigen Spaß gemacht, wie die Äffchen von Baum zu Baum zu klettern und an die eigenen Grenzen zu gehen. Als ich am Ende meiner rund dreistündigen Kletterpartie mit wackeligen Knien, ganz viel Adrenalin im Blut und roten Wangen den Blick ins Tal bei Steinau genieße, bin ich mächtig stolz auf mich.

Sommerferien zuhause: Der Europa-Kletterwald ist einen Ausflug wert

Aber von vorne. Ein wenig Überwindung kostet mich der Besuch im Europa-Kletterwald, nur wenige Kilometer außerhalb der Brüder-Grimm-Stadt gelegen, natürlich schon. Ich habe Höhenangst. Nicht die krasse Variante mit Angstschweiß, Panikattacken und Schwindel. Aber doch genug, um einmal richtig tief durchatmen zu müssen, bevor ich zum ersten Mal einen Fuß auf eine der wackeligen Strickleitern setze, auf denen ich rund zehn Meter in die Höhe klettern soll.

Was mache ich hier noch gleich, frage ich mich, und werde schon von meinen Begleitern angefeuert. „Los, du schaffst das“, sagt mein Mann. „Du hast leicht reden“, höre ich mich sagen. Rafael ist schon einmal mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug gesprungen. Der Kletterwald muss ihm vorkommen wie ein Kinderspielplatz.

A propos Kind: Vor dem will ich mir natürlich auch keine Blöße geben. Max, elf Jahre alt, steht bereits oben an der nächsten Station und macht mir Mut. Von Höhenangst keine Spur. Wie machen die Kleinen das nur?

Teufelshöhle

Mal ehrlich, wann haben Sie Hessens ältester Schau- und Tropfsteinhöhle zuletzt einen Besuch abgestattet? Sie ist nicht nur was für Hobby-Geologen, besonders Kinder kommen ob der bizarren Gesteinsformationen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Teufelshöhle kann derzeit nach Voranmeldung im Verkehrsbüro unter Telefon (06663) 9 73 88 besucht werden.

Schöner Nebeneffekt: Am 18. Juli eröffnet auch der Gasthof „Zur Tropfsteinhöhle“ wieder. Im 400 Quadratmeter großen Biergarten kann der Corona-Abstand sicher eingehalten werden. Für Kinder gibt es einen Spielplatz und ein Karussell. Und für die Eltern: Entspannung pur inmitten der Natur. Herrlich!

Wer noch nie in einem Kletterwald war, für den ist die Steinauer Anlage mit ihren drei Schwierigkeitsstufen – von leicht bis schwer – genau das Richtige. Ausprobieren und sich langsam steigern ist die Devise. Im Herzen des Kinzigtals wartet der Kletterpark mit einer traumhaften Aussicht auf.

Abwechslung mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen

Mitten im Wald und hoch in den Bäumen gibt es auf rund 30.000 Quadratmetern über 100 verschiedene Kletterelemente. Die Hindernisse enthalten Seilrutschen, Hängebrücken, Wackelbalken, verschiedene Netzverbindungen und viele andere Übungen, darunter ein Tunnel, ein Snowboard, eine Kletterwand oder ein Surfbrett. Letzteres will ich erst beim nächsten Besuch ausprobieren.

Die unterschiedlichen Parcours sind in einer Höhe von einem bis hinauf zu 20 Metern aufgebaut. Gesichert ist der Kletterer – ausgestattet mit Helm und Lederhandschuhen – zweifach: mit einem Karabiner, den er selbstständig umhakt, und einer dauerhaften Sicherung, die am Anfang ein- und am Ende der Übung wieder ausgefädelt wird. Zu Beginn gibt es eine Einweisung. Bevor es rauf auf die Bäume geht, muss vorgeklettert werden.

Highlight: Die Europa-Seilbahn mit 800 Metern Länge

Ein absoluter Höhepunkt ist die Europa-Seilbahn. Mit 800 Metern eine der längsten Seilrutschen überhaupt. Um ganz ehrlich zu sein: Da habe ich mich nicht raufgetraut, denn bevor man den Flug über die Sonnenwiese und zurück genießen kann, muss man eine ziemlich hohe Leiter hinauf. „Wie viele Stufen sind es noch, ich will nicht nach unten schauen“, fragt dann auch mein Mann, der auf keinen Fall nach Hause fahren will, ohne einmal den Flying Fox ausprobiert zu haben. Oben angekommen, wirkt er erleichtert, winkt uns noch einmal zu – und dann saust er los.

Lesen Sie hier: Unser Redakteur Laurenz Hiob hat Stand-Up-Paddling für Sie ausprobiert. Und: Auf dem Nieder-Mooser See kann man Windsurfen lernen.

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