Immer wieder müssen Gerichte darüber entscheiden, wann Arbeitnehmer Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung haben. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/dpa-tmn
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Das Amtsgericht in Gelnhausen musste sich jetzt mit einem Zwischenfall im Freibad in Steinau beschäftigen.

Zwischenfall in Steinau

Erst Todesdrohung, dann Prügelei im Freibad - Gericht verhängt Geldstrafe

Unrühmlicher Zwischenfall am 26. Juni vergangenen Jahres im Steinauer Freibad: Zwei Badegäste gerieten dort in den Nachmittagsstunden nicht nur verbal, sondern auch körperlich aneinander. Jetzt hat sich ein Gericht mit dem Fall befasst.

Steinau/Straße - Einer der beiden, ein 42-Jähriger aus Neuhof, bekam für den Zwischenfall jetzt vor dem Amtsgericht Gelnhausen die Quittung. Wegen Körperverletzung wurde er verwarnt. Sollte er innerhalb eines Jahres erneut straffällig werden, muss er eine Geldstrafe von 1000 Euro bezahlen. Auf jeden Fall muss er aber 500 Euro an die Hilfsorganisation „Sternschnuppen“ in Biebergemünd entrichten.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hatte der Familienvater in dem Bad einen 27-Jährigen aus Bad Soden-Salmünster zur Rede stellen wollen. Dieser soll zwei Tage vorher am selben Ort seine Familie massiv – unter anderem mit dem Tod – bedroht haben.

Attacke im Freibad in Steinau: Gericht verwarnt Mann aus Neuhof und verhängt Geldstrafe

Doch das „zur Rede stellen“ nahm einen wenig glücklichen Verlauf. Der Neuhofer attackierte laut Anklage seinen Kontrahenten körperlich, so dass dieser Prellungen davontrug. Dazu hätte Richter Thomas Russell gerne den Geschädigten gehört. Der entschuldigte sich jedoch kurz vor Verhandlungsbeginn: Wegen Husten und Schnupfens könne er nicht kommen. Ein ärztliches Attest wolle er nachreichen.

Der Angeklagte beteuerte, der Kurstädter sei gleich auf ihn losgegangen und habe ihn beschimpft „Deine dumme Alte ist selbst schuld“. Zwei Faustschläge habe er einstecken müssen, beteuerte der 42-Jährige. Daraufhin habe er sich in Notwehr mit einer Ohrfeige verteidigt. Als seine Familie von dem vorgelagerten Vorfall zuhause erzählt hatte, sollen Frau und Kinder von dem „schlimmsten Tag ihres Lebens“ gesprochen haben. An diesem Tag sei angeblich auch die Polizei informiert worden, aber nicht ins Bad gekommen. „Wenn die Polizei Frauen und Kinder nicht mehr schützen kann, dann muss ich das machen“, schlussfolgerte der Mann aus Neuhof.

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Blick in das Strafregister: Kontrahenten sind „keine unbeschriebenen Blätter“

Beim Blick in die Strafregister der beiden Kontrahenten stellte der Vorsitzende fest, dass beide keine unbeschriebenen Blätter sind und schon erhebliche Voreintragungen haben, auch wegen Körperverletzung. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft Hanau fand den eingeschlagenen Weg des Beschuldigten wenig hilfreich. Wenn jemand privat „etwas klären“ wolle, gehe das meistens nicht gut aus.

Richter Russell sah einen atypischen Sachverhalt. Es sei im vorliegenden Fall keine „einseitige Sache“ gewesen und glücklicherweise keine größeren Verletzungen zu beklagen gewesen. Insofern schreie der Sachverhalt nicht nach einer allzu hohen Ahndung. Deswegen könne es ausnahmsweise eine Verwarnung geben. Der Neuhofer hatte auch den Kurstädter wegen der Vorfälle angezeigt. Dieses Strafverfahren ist bei der Justiz noch anhängig. (ls)

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