Liane Heid kandidiert auf der UBL-Liste für Steinaus Stadtparlament, während ihr Bruder Paul die Liste der SPD Freiensteinau für die Gemeindevertretung anführt.
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Liane Heid kandidiert auf der UBL-Liste für Steinaus Stadtparlament, während ihr Bruder Paul die Liste der SPD Freiensteinau für die Gemeindevertretung anführt.

Liane und Paul Heid

Politisches Geschwister-Duo engagiert sich in Steinau und Freiensteinau - „Das liegt in der Familie“

  • Walter Kreuzer
    vonWalter Kreuzer
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Geschwister sind verschieden – nicht zuletzt, was die Politik angeht. Das trifft bis zu einem gewissen Grad auch auf die Ulmbacherin Liane Heid und ihren in Freiensteinau lebenden Bruder Paul Heid zu. Beide kandidieren am 14. März für das örtliche Kommunalparlament.

Steinau - Die Bereitschaft, sich kommunalpolitisch zu engagieren, ist das wesentliche Merkmal, das die beiden Geschwister im politischen Bereich verbindet. Einen wesentlichen Grund für ihre Kandidaturen bei der Kommunalwahl in Hessen dürfte ihnen aber gemeinsam sein: Vater Paul Heid „war auch immer sehr rege. Er hat sich mehr in den Vereinen engagiert und war ehrenamtlicher Wassermeister in Ulmbach“, erinnert Paul junior. Und seine Schwester ergänzt: „Das liegt ein bisschen in der Familie. Unser Vater hat auch ehrenamtlich zugepackt. Das hat abgefärbt. Es zeigt auch, dass man gewisse Dinge den Kindern vorleben muss.“

Politisches Geschwister-Duo: Politik ist für Liane Heid nicht das einzige „Herzensprojekt“

Die 52 Jahre alte Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege ist „eine leidenschaftliche Schwimmerin. Wenn es geht, schwimme ich täglich 2000 Meter. Durch mein Engagement für das Ulmbacher Schwimmbad – das ist mein Herzensprojekt – bin ich zur Kommunalpolitik gekommen.“ Das Bad sei eine „Einrichtung, die Bürgern aller Altersstufen vom Kleinkind bis zu den Senioren zugänglich ist. Ein Sportplatz dagegen ist nur für eine begrenzte Altersgruppe.“ Ortsvorsteher Alexander Happ hat die Mutter von drei Söhnen angesprochen, sie ließ sich von der Unabhängigen Bürgerliste (UBL) aufstellen – und wurde ins Stadtparlament gewählt.

Dass sie sich keiner Partei angeschlossen hat, war eine bewusste Entscheidung: „Ich möchte mich nicht so festlegen. Bei den Freien Wählern hat man die Möglichkeit, sich fernab von Parteizwängen zu engagieren.“ Politische „Reibungspunkte mit Paul habe ich nicht. Wir diskutieren schon mal, jeder akzeptiert aber den anderen. Mir ist es recht, dass er für die SPD antritt. Auch CDU oder FDP wäre okay – nur wenn er in der AfD wäre, dann wäre das anders.“ Anders werden sollte ihren Vorstellungen nach das Miteinander in der Stadtverordnetenversammlung: „Als das Ganze eskaliert ist, war es schon schwierig. Da war keine sachliche Arbeit mehr möglich – von beiden Seiten“, blickt sie zurück.

Politisches Geschwister-Duo: Paul Heid ist ein Polit-Veteran

Ihr Bruder Paul verfolgt die „Geschicke in Steinau noch interessiert. Was da mit Uffeln gelaufen ist, hat mich etwas an Freiensteinau erinnert“. Er spielt damit auf die Zeit unter Bürgermeister Friedel Kopp an. Als sich dieser 2008 in der Wahl gegen SPD-Mann Ulrich Höhn durchgesetzt hatte, zog sich Paul Heid aus der Gemeindevertretung zurück: „Ich hatte für Höhn die Fahne getragen und dann die Konsequenzen gezogen. So lange Kopp im Amt war, gehörte ich den Gremien nicht an. Da hatte sich zu viel angesammelt. Erst als abzusehen war, dass ich bald in Pension gehen würde, bin ich 2016 wieder angetreten.“ Der 65 Jahre alte ehemalige Kriminalbeamte kam Ende der 1970er Jahre nach Freiensteinau: „Hier habe ich Fußball gespielt, geheiratet und gebaut.“ Der gelernte Bankkaufmann interessierte sich früh für Politik und trat Ende der 1980er Jahre in die SPD ein, deren Ortsverein er inzwischen ebenso führt wie die SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung.

Hinderte ihn früher der Beruf immer wieder, auch an Sitzungen teilzunehmen, für die er sich vorbereitet hatte, so ist das heute kein Thema mehr. Geblieben sei die „Affinität zu Zahlen“. Die Arbeit sei „inzwischen recht angenehm, es ist eine ganz andere Stimmung. Unterschiedliche Meinungen werden akzeptiert. Früher war das Majestätsbeleidigung. Das steht und fällt mit dem Bürgermeister“, spielt er auf Kopp an. Der ist seit 2016 Vorsitzender der Gemeindevertretung und hat sich laut Heid „auch gewandelt“.

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