Ist das Brüder-Grimm-Haus in Steinau von der Schließung bedroht?
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Ist das Brüder-Grimm-Haus in Steinau von der Schließung bedroht? (Archivbild)

Streit geht weiter

Demo für Museum am Mittwoch – Brüder-Grimm-Haus in der Brüder-Grimm-Stadt vor der Schließung?

Müssen die Museen in Steinau an der Straße wegen des Sparkurses schließen? Im Netz kursieren seit Tagen solche Meldungen und die Sorge, dass Mitarbeiter entlassen werden müssen. Jetzt soll es eine Demonstration geben.

  • Gerüchten zufolge sollen das Brüder-Grimm-Haus und das Museum Steinau schließen.
  • Grund für die Schließung soll angeblich der Sparkurs der Stadt Steinau sein.
  • Die Stadtverodneten bestreiten eine Schließung, dennoch ist für Mittwoch, 15. Juli eine Demonstration geplant.

Steinau - Museumsleiter Burkhardt Kling sowie Claudia Dorn von der Touristinformation - die Steinauer Innenstadt mit seinen Fachwerkhäusern und den beiden Museen ist vor allem bei Touristen sehr beliebt - rufen für Mittwoch, 15. Juli, um 16.30 Uhr zur Teilnahme an einer Demonstration „Am Kumpen“ auf. Im Rathaus kommt um 17.30 Uhr der Magistrat zu einer nicht-öffentlichen Sitzung zusammen. Sie befürchten, dass dann Entscheidungen zum Nachteil der Museen getroffen werden.

„Es ist uns eine Herzensangelegenheit, Brüder-Grimm-Haus und Museum Steinau zu erhalten“, betont Burkhardt Kling. „Wir haben ohnehin kein Einsparpotenzial, und jetzt kürzt man mir noch die Mittel für das Kassen- und Aufsichtspersonal um 50 Prozent. Das bedeutet, dass der Museumsbetrieb mitten in der Saison eingestellt werden muss“, fürchtet der Kunsthistoriker.

Er könne vielleicht bis zu 10.000 Euro einsparen, sich zum Teil selbst an die Kasse setzen. „Aber auf die geforderte Summe von 32.800 Euro werde ich nicht kommen“, so Kling. Die logische Folge sei eine vorübergehende Schließung beider Häuser und Entlassungen. „Auch wenn ich weiß, dass das so niemand gefordert hat. Aber es ist die Konsequenz.“

Brüder-Grimm-Haus in Steinau: Landrat Thorsten Stolz hat seine Hilfe angeboten

Zur Erinnerung: Während der Haushaltsberatungen hatten die Stadtverordneten eine Liste erarbeitet, die alle städtischen Bereiche zu Einsparungen heranzog, darunter die Museen mit 32.800 Euro – in etwa die Personalkosten für insgesamt zwölf 450-Euro-Kräfte. Inzwischen ist ein unausgeglichener Haushalt verabschiedet worden, ebenso die Kürzungen.

Am Donnerstag kommender Woche stehen erste Gespräche mit der Kommunalaufsicht sowie Landrat Thorsten Stolz (SPD) an, der seine Hilfe angeboten hatte. Indes hat Bürgermeister Malte Jörg Uffeln (parteiunabhängig) Widerspruch gegen die Beschlüsse der Stadtverordneten eingelegt. Nun gilt erneut die vorläufige Haushaltsführung. Wann also die Gelder gestrichen werden sollen, ob Mitarbeiter entlassen werden müssten, sei für ihn völlig unklar, betont Kling.

Malte-Jörg-Uffeln stelltklar: Mit ihm wird es keine Museumsschließung geben

„Die Stadtverordneten haben gnadenlos versagt. Kultur wird von diesen Menschen geschrottet, weil sie nicht in der Lage sind, unliebsame Entscheidungen (Anm. d. Red.: Erhöhung der Grundsteuer) zu treffen, zu vertreten und sich stattdessen von Schwimmbadnutzern mit Demonstrationen erpressen lassen“, schimpft Uffeln. „Dienstherr bin ich. Und ich schließe keine Museen. Wir beraten im Magistrat, wie es weitergeht. Ich werde keine Mitarbeiter entlassen.“ Was der Magistrat nach dem 31. Juli entscheide, könne er nicht mehr beeinflussen.

Der Sparkurs in Steinau betrifft auch das Museum in der Grimm-Stadt Steinau. (Archivbild)

Von einer Schließung habe niemand gesprochen, sagt BGM-Fraktionschef Tobias Betz und bekräftigt die vor Wochen getroffenen Aussagen weiterer Stadtverordneter aus den Reihen von SPD und UBL. „Es ging lediglich darum, in jedem Bereich Kosten einzusparen, um die Grundsteuer nicht erhöhen zu müssen. Niemand will die Museen schließen.“ Tim Schätzke (UBL) hatte vorgeschlagen, nicht beide Kassen zu besetzen, sondern eine Alternative für den Eingang des zweiten Hauses zu finden.

Stadtverodnete von Steinau verwundert von Schließungs-Gerüchten

„Uns Stadtverordneten wurde bislang nichts vorgelegt, und da ich nach Rücksprache bei verschiedenen Mitgliedern des Magistrats erfahren habe, dass auch dort nichts bekannt ist, kann es höchstens sein, dass Herr Uffeln hier aktuell im Alleingang etwas vorbereitet“, vermutet Betz. Er hofft, dass die „Hängepartie in diesem hochsensiblen Thema“ bald beendet ist.

Der Erste Stadtrat Arnold Lifka (BGM), der ab 1. August die Amtsgeschäfte von Uffeln übernimmt, zeigte sich verwundert angesichts der Schließungsgerüchte. „Das sind Fake News“, bekräftigt Lifka, der sich wünscht, dass die Grimm-Stadt „wieder an einem Strang zieht und gemeinsam Lösungen für die vielen Probleme erarbeitet“.

Der Gerüchte um die mögliche Schließung der Museen nimmt sich auch SPD-Bürgermeisterkandidat Timo Jacob-da Rosa an. Er findet, diese Entscheidung sollte nicht getroffen werden, bevor ein neuer Bürgermeister im Amt ist. „Schließlich muss der nächste Bürgermeister diese Entscheidung auch ausbaden.“

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