Eine Statue der Justitia
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Im Tötungsdelikt von Bad Salzschlirf förderten Polizei und Gericht weitere Details zutage. (Symbolfoto)

Verhandlung vor Gericht

Steinau: Streit zwischen Mietparteien endete in Prügelei

Verhärtete Fronten in einer Wohnanlage in Steinau: Schon länger andauernde Streitigkeiten zwischen verschiedenen Mietparteien entluden sich am 24. April vorigen Jahres offenbar in einer Prügelei.

Steinau - Die angeblichen Beteiligten und diverse Zeugen unterschiedlicher Nationalitäten sahen sich nun vor dem Amtsgericht Gelnhausen wieder. Auf der Anklagebank ein 38-jähriger Mann sowie eine 34-jährige Frau aus zwei verschiedenen Familien, die sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten müssen. Als Zeuge neben anderen der Geschädigte, 66 Jahre alt.

In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Hanau ist festgehalten, was den Beschuldigten vorgeworfen wird. Sie sollen in den frühen Abendstunden – der Rentner war gerade zu Fuß auf dem Heimweg von seinem in der Nähe befindlichen Schrebergarten – am Steinauer Stadtrand den Mann unvermittelt von hinten mit Fäusten traktiert haben. Auch als dieser zu Boden ging, sollen sie ihn weiter geschlagen haben, bis ein Zeuge dazwischenging. Das Opfer erlitt beispielsweise eine Rippenfraktur, eine Hoden- sowie Beckenprellung und eine Gehirnerschütterung. (Lesen Sie hier: Frauenleiche in Rodgau gefunden)

Streit in Wohnanlage eskaliert: Anspucken und Schlag ins Gesicht

Der 38-Jährige bestritt die Vorwürfe komplett. Er sei zu dieser Zeit beruflich mit dem Lastwagen unterwegs gewesen. Zum Beweis dafür legte er Fahrtdokumente vor.

Die mitangeklagte 34-Jährige sprach von einer „erfundenen Geschichte“, die so nicht geschehen sei. In der Vergangenheit habe der 66-Jährige sich öfter über die auf der Wiese Ball spielenden Kinder beschwert und Frauen unter Druck gesetzt, eine sogar sexuell belästigt. Als sie an diesen Tag den Rentner mit ihrem Sohn an der Hand dort habe laufen sehen, sei dieser ausgerastet. Sie habe geschrien, es wurde sich gegenseitig geschubst und beschimpft. Und der Senior habe seine im Mund befindliche Zigarette auf sie gespuckt. Da habe sie ihn reflexartig mit der flachen Hand einmal ins Gesicht geschlagen.

Prügelei in Steinauer Wohnanlage - Verhandlung wird im Dezember fortgesetzt

Dem standen die Aussagen des Opfers entgegen, der sich von der Aussage eines Mädchens „Wir machen hier, was wir wollen“ provoziert gefühlt hatte. Später hätten dann die Beschuldigten ihm unvermittelt so lange auf die Schläfe gehauen, bis er bewusstlos zu Boden ging. Als er wieder zu sich kam, hätten zahlreiche Frauen und Kinder um ihn herumgestanden und sich über ihn lustig gemacht.

Eine unbeteiligte 65-Jährige hatte das Geschrei der Auseinandersetzung gehört und ihren gleichaltrigen Lebensgefährten alarmiert. Der stämmige Mann trennte die Streithähne mit den Worten „Lasst den alten Mann in Ruhe. Der hat genug“. Kurz darauf musste er noch seine Lebensgefährtin vor anderen Frauen schützen. Diese waren offenbar nicht einverstanden, dass die 65-Jährige per Handy die Polizei unterrichtete.

Der Rentner rappelte sich mithilfe des Streitschlichters wieder auf und wurde anschließend ins Krankenhaus gebracht, wo er stationär bleiben musste. Die Verhandlung soll im Dezember fortgesetzt werden. (ls)

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