Symbolfoto Gericht Justitia mit Taube
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Zwei Steinauer, die einst ein Paar waren, klagen sich gegenseitig an.

Ehemaliges Paar im handfesten Clinch

„Mächtiger Streit“ in Wohnung - Richter stellt Verfahren gegen Mann ein

Einst waren sie ein Paar, haben sogar ein gemeinsames Kind. Heute sind sie getrennt, das Zerwürfnis groß. Als sich die beiden Steinauer jetzt vor Gericht wiedersahen, musste Richter Wolfgang Ott mehrfach die Beteiligten ermahnen, damit die Verhandlung geordnet über die Bühne gehen konnte.

  • Ein 28-jähriger Steinauer stand vor Gericht, weil seine Ex-Freundin ihn beschuldigte, sie körperlich angegriffen zu haben.
  • Der Angeklagte stritt ab, seine damalige Freundin geschlagen zu haben.
  • Der Richter stellte schließlich das Verfahren ein, da es keine Zeugen gibt.

Steinau - Angeklagt war ein 28-Jähriger wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Am Nikolaustag vergangenen Jahres soll er am frühen Nachmittag seine damalige Partnerin attackiert haben. Laut Anklageschrift schubste er sie in der seinerzeit gemeinsamen Wohnung in der Innenstadt von Steinau. Als sie daraufhin auf den Boden stürzte, soll er sie mit seinen Fäusten mehrfach auf der rechten Körperseite attackiert haben, so dass sie Hämatome und Kratzer davontrug.

Angeklagter streitet Schläge ab

Auf der Anklagebank leugnete er die Vorwürfe weitgehend. Am fraglichen Tag habe es einen „mächtigen Streit“ gegeben und er sie auch etwas fester an den Schultern gepackt, um sie aus der Wohnung zu bugsieren. Schläge stritt er rundweg ab. Es sei darum gegangen, ob sie ihn mit einem anderen Mann betrogen habe.

Unumwunden räumte er ein, dass beide zum Zeitpunkt des Zwischenfalls unter Drogen gestanden hätten. Der 28-Jährige betonte, er selbst habe auch Attacken der 31-Jährigen einstecken müssen. Dem Richter präsentierte er die Narbe eine Kratzwunde im Gesicht, die von ihr stamme.

Deswegen habe er sie auch wegen Körperverletzung angezeigt. Und die Haustür sei zu Bruch gegangen, weil sie sie eingetreten habe. Als er sie endlich aus der Wohnung bugsiert hatte, rief er umgehend die Polizei, die dann auch vor Ort erschien. Noch heute sei das Verhältnis zwischen den beiden sehr angespannt.

Richter stellt Verfahren ein

Die Partnerin räumte ein, von beiden Seiten seien am Tattag entsprechende Provokationen ausgegangen. Die Situation habe sich hochgeschaukelt. Er habe schließlich auf sie eingeschlagen und sie sich entsprechend gewehrt. Auch berichtete sie von früheren Auseinandersetzungen und Schlägen. Einmal habe er sich bei einer Attacke gegen sie sogar die Hand gebrochen.

Da es keine weiteren Tatzeugen gab und die Angriffe offenbar von beiden Seiten ausgingen, stellte Richter Ott das Strafverfahren gegen den Angeklagten ein. Er muss allerdings 250 Euro an die Feuerwehr Steinau bezahlen.

Juristisches Gerangel hat wohl noch kein Ende

Der Vorsitzende schlug dem Verurteilten vor, im Gegenzug seine Anzeige gegen die Frau fallen zu lassen. Damit tat er sich zunächst schwer. „Ich muss für sie zahlen. Sie muss aber nicht für mich zahlen“, echauffierte er sich. Nach einigem Hin und Her nahm er sie schließlich doch zurück.

Allerdings ist damit das juristische Gerangel zwischen den beiden offenbar noch nicht beendet. Der 28-Jährige ließ durchblicken, dass er noch weitere Anzeigen gegen sie erstattet hat, beispielsweise wegen Rufmordes.

ls

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