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Thomas van de Scheck zeigt märchenhafte Fotos

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Steinau - In den Räumen für Sonderausstellungen sind bis zum 16. März die fotografischen Kunstwerke von Thomas van de Scheck zu sehen. "Wenn das Bild weh tut, hat es getroffen", erklärte Museumsleiter Burkhard Kling bei der Vernissage.

"Märchen, das sind Dinge in Ur-Themen", so Kling. Ur-Themen sprächen auch van de Scheck an, der in seinen Bildern wiederum Ur-Ängste anspricht, die er fotografisch umgesetzt hat.

Burkhard Kling lud die Vernissage-Besucher dazu ein, sich jetzt von den Bildern ansprechen zu lassen. "Es sind hochspannende künstlerische Arbeiten", so der Leiter. Und davon konnten sich die zahlreichen Vernissage-Besucher anschließend selbst überzeugen. Thomas van de Scheck hielt seine Ansprache an die Besucher kurz und wünschte "viel Spaß mit den Bildern".

Knapp 100 Fotos, überwiegend großformatig, sind in der Ausstellung zu sehen. Sie sind akribisch gestaltet, provokativ, animieren den Besucher zum hinschauen. Es sind keine klassischen Märchenmotive. Da ist Schmerzhaftes zu sehen, ebenso wie Lustvolles und wenn da Frauen in Käfigen oder gar in einem Aquarium "eingesperrt" sind, oder beim "Dinner for one" das Blut auf den Teller läuft, weil die Gabel im Kopf steckt, dann liefert das schon das eine oder andere Thema zur Diskussion.

Zur Vernissage waren junge und ältere Besucher gekommen, die sich interessiert die Werke anschauten. Beim Bild "Toat migration", einer Art Froschkönig-Foto, auf der eine Frau mit Frosch im Mund zu sehen ist, die sich die blanken Brüste mit den Händen bedeckt, meinte eine ältere Besucherin: "Die Kröte muss geschluckt werden". Van de Schecks Bilder provozieren und faszinieren gleichermaßen. Wobei sie wohl mehr faszinieren, wie man dem gespannten Interesse der Besucher entnehmen konnten, denen van de Scheck an diesem Vormittag auch Rede und Antwort stand. Da wollten Besucher beispielsweise wissen, inwieweit Fotos der Ausstellung durch Bildbearbeitung "manipuliert" wurden.

Bei einem Foto, in dem eine Frau in Aquarium auf engstem Raum gedrängt ist, erklärte er, dass an diesem Bild nichts mit Bildbearbeitungsprogrammen getürkt sei, sondern sie wirklich in diesem Aquarium war.

Durchweg positiv war die Resonanz auf die Bilder, vor denen die Gäste lange verweilten und zu denen sie immer wieder zurückkamen. "Wenn man sich ein Foto länger als drei Sekunden anschaut, dann ist es ein gutes Foto", hat einmal ein bekannter Fotograf gesagt. Vor van de Schecks Bildern steht man minutenlang und lässt sie auf sich wirken.

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