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Turbulente Szenen enden in Angriff mit Dachlatte

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Wächtersbach - Wilde Szenen müssen sich am 16. Februar dieses Jahres kurz vor Mitternacht vor einem Lokal in Wächtersbach zugetragen haben. Am Ende gab es mehrere Verletzte.

Ein 21-Jähriger aus der Messestadt hatte sich zu dieser Zeit vor der Kneipe aufgehalten, um nach seiner Aussage zwei Kumpels abzuholen, die sich im Gebäude befanden. Doch das missfiel einem 49-jährigen Mitarbeiter der Gaststätte. Dieser hatte dem 21-Jährigen einige Zeit zuvor Hausverbot erteilt. Nun wollte er ihn auch nicht vor dem Eingang sehen und schickte ihn weg, was dem 21-Jährigen nicht beeindruckte.

Daher kam es zum Streit, in dessen Verlauf sich mehrere Gäste einmischten. Der 49-Jährige schlug mit einer Dachlatte auf den jungen Mann ein. Dabei traf er ihn am rechten Arm. Der Schlag war so heftig, dass das Opfer eine Fraktur davontrug und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Nach einer Operation wird er in dem Arm noch längere Zeit eine Metallplatte tragen müssen. In dem allgemeinen Gerangel lief ein anderer Gast vor ein vorbeifahrendes Auto und wurde zu Boden geschleudert.

49-Jähriger fühlt sich unschuldig

Der 49-Jährige musste sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Gelnhausen verantworten. Doch er fühlte sich unschuldig. Der 21-Jährige sei im Vorfeld mehrfach bei ihm negativ aufgefallen. So habe dieser angeblich zwei Wochen zuvor versucht, in das Lokal einzubrechen. Das könne er anhand von Bildern aus einer Überwachungskamera beweisen. Deswegen habe er ihn am Lokal nicht mehr sehen wollen. Bei dessen überstürzter Flucht sei der junge Mann einen Abhang heruntergefallen. Dabei muss er sich den Arm gebrochen haben.

Der Jüngere betonte im Zeugenstand, keinen Grund gesehen zu haben, den Bürgersteig zu räumen. Der Ältere habe kein Recht gehabt, ihn dort wegzuschicken. Er habe ohnehin nur kurz auf seine Kumpels warten wollen. Als die Situation eskalierte, sei er geschockt gewesen, wie viele Menschen auf ihn losgegangen seien. Nach Ansicht von Richter Dr. Wolfgang Ott hat sich die Situation vor dem Lokal durch gegenseitige Provokationen kontinuierlich hochgeschaukelt. Weil der Beschuldigte bislang nicht vorbestraft ist, wollte er von einem Urteil absehen. Nach Rücksprache mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung stellte er das Strafverfahren ein. Der 49-Jährige muss 500 Euro an das Frauenhaus Wächtersbach bezahlen. / ls

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