Symbolfoto: nicolasjoseschirado/stock.adobe.com

Verfolgungsfahrt durch Schlüchtern unter Drogen: 20-Jähriger zu Bewährungsstrafe verurteilt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Schlüchtern - Zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung ist ein 20-Jähriger wegen Nötigung im Straßenverkehr und zweimaligen Fahrens unter Drogeneinfluss vom Amtsgericht Gelnhausen verurteilt worden.

Die Sanktion wird laut Jugendstrafrecht vorbehalten. Der junge Schlüchterner muss sich zunächst in einer sechsmonatigen Vorbewährung beweisen, bevor weiter entschieden wird. Außerdem verhängte Richter Christian Scheuermann eine Geldbuße von 500 Euro und einen Entzug des Führerscheins von zehn Monaten. Als Bewährungsauflagen muss der 20-Jährige in dieser Zeit drogenfrei leben und die Abstinenz alle zwei Monate bei einer Untersuchung nachweisen, sechsmal zur Drogenberatung gehen sowie am Kurs „Konflikte ohne Gewalt lösen“ teilnehmen – und er darf seine Ausbildung nicht abbrechen. In die Gesamtstrafe wurde eine Vorverurteilung einbezogen.

Polizist schildert Verkehrssituation

Am zweiten Verhandlungstag hatte ein Schlüchterner Polizeibeamter noch einmal Details zur Verkehrssituation „In den Sauren Wiesen“ zusammengetragen. Dort war der Heranwachsende mit seinem BMW am 17. Februar gegen 22.30 Uhr unterwegs. Kurz vor dem Abbiegen in die „Alte Bahnhofstraße“ kam er nach der Beobachtung einer Polizeistreife von der Fahrbahn ab und fuhr über den rechten Bordstein. Der Beschuldigte räumte zwar ein, dort gefahren zu sein – und das mit rund 60 anstatt erlaubten 30 Stundenkilometern – aber ohne Gefährdung anderer.

Eine Gutachterin wertete die Situation aus und kam zu dem Schluss, der Fahrfehler sei nicht so gravierend gewesen, als das man von einer Gefährdung des Straßenverkehrs ausgehen könnte. Allerdings blieb die Drogenfahrt.

Drogenrückstände in beiden Fällen nachgewiesen

Und einen zweiten Sachverhalt sah das Gericht als erwiesen an. Nur gut zwei Wochen nach dem ersten Vorfall begegnete der 20-Jährige mit seinem Auto in der Obertorstraße einem Gleichaltrigen aus einem Schlüchterner Stadtteil, mit dem er davor „Stress“ hatte. Deshalb folgte er dem Widersacher erst durch verschiedene Straßen in der Innenstadt, anschließend auf der Landstraße in Richtung Wallroth. Dabei fuhr er Schlangenlinien und links auf der Gegenfahrbahn versetzt. Dabei kam es mehrmals fast zu einer Kollision zwischen den Fahrzeugen. Kurz vor dem Ortsausgang wendete der 20-Jährige, wechselte die Fahrspur und hielt auf den anderen zu. Erst kurz vor einem möglichen Zusammenprall steuerte er wieder nach rechts zurück.

„Hohe Cannabis-Gewöhnung“

In beiden Fällen wurden im Blut des 20-Jährigen Drogenrückstände gefunden. Der Beschuldigte räumte ein, gut fünf Stunden vor dem ersten Zwischenfall einen Joint geraucht zu haben. Ein Gutachter sprach in diesem Fall von einem hohen Wert, der auf einen zeitnahen Konsum hindeute. Auch sei von einer hohen Cannabis-Gewöhnung auszugehen. Eine Aufmerksamkeitsstörung im Straßenverkehr durch den Drogenkonsum könne nicht ausgeschlossen werden.

Der Angeklagte bestritt am ersten Verhandlungstag alle Vorwürfe. Laut dem Vertreter der Staatsanwaltschaft ist der Angeklagte schon in rund 30 Strafverfahren seit seinem 14. Lebensjahr bei der Justiz aktenkundig. Die vorgeworfenen Taten passierten zudem während laufender Bewährung. / ls

Das könnte Sie auch interessieren