Foto: Kreispressestelle

27 verscharrte Rinder: Landwirt nun wegen Bodenverunreinigung angezeigt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlüchtern - Die Polizei hat ihre Ermittlungen bezüglich der 27 verscharrten Rinder auf der ehemaligen Mülldeponie bei Schlüchtern-Hutten nunmehr annähernd abgeschlossen. Der Vorgang sei zwar derzeit noch bei der Polizei, soll aber alsbald der Staatsanwaltschaft übergeben werden.

Von unserem Redaktionsmitglied Tim Bachmann

Das teilte Polizei-Pressesprecher Michael Malkmus auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Ein Spaziergänger hatte im April 2019 auf der ehemaligen Mülldeponie ein unter einem Erdhügel verscharrtes Rind entdeckt.

Es sollte nicht bei einem bleiben. Auf dem Gelände lagen 27 tote Rinder. Teilweise waren sie verhungert, teilweise mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen worden. Die Ohrmarken der Tiere wurden vor dem Verscharren entfernt.

Landwirt aus Schlüchtern angezeigt

„Der Tatverdächtige ist ermittelt. Es liegen zwei Anzeigen gegen ihn vor. Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sowie wegen Bodenverunreinigung“, berichtet Michael Malkmus nun.

Angezeigt ist ein Landwirt aus einem Schlüchterner Stadtteil, der wohl schon länger im Visier der Ermittler stand und in der Vergangenheit mutmaßlich auch mit dem Kreis-Veterinäramt seine Schwierigkeiten hatte.

Untersuchungen zum Phänotypus

Wie Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann (CDU) im März 2019 mitteilte, habe es seit Jahren massive Verstöße gegen das Tierschutzrecht gegeben. Dem Halter wurden damals bereits 101 Rinder abgenommen, es wurde zusätzlich zu dem bestehenden seuchenrechtlichen Halteverbot ein tierschutzrechtliches Halte- und Betreuungsverbot verfügt.

Das Veterinäramt ist derzeit noch mit Untersuchungen zum Phänotypus beschäftigt, um Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den verscharrten Rindern und Tieren, die dem mutmaßlichen Täter zuvor abgenommen worden waren, aufzuzeigen.

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren möglich

Wie Polizei-Pressesprecher Malkmus weiter ausführt, werde sich der ehemalige Rinderhalter wohl wegen der Bodenverunreinigung (Strafgesetzbuch 324a) – durch die 27 verscharrten Rinder – und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz (Paragraph 17) verantworten müssen.

In beiden Fällen ist eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe möglich, so der Polizei-Pressesprecher.

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