Cem Özdemir (links) trägt sich im Beisein von Bürgermeister Matthias Möller ins Goldene Buch ein. / Fotos: Alexander Gies, Hanns Szczepanek

Video: Cem Özdemir macht sich ein Bild von der Stadt Schlüchtern

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlüchtern - Der grüne Spitzenpolitiker Cem Özdemir hat sich am Montagmittag ins Goldene Buch der Stadt Schlüchtern eingetragen. Özdemir, der am Morgen Öko-Bauernhöfe und den Windpark in Breitenbach besucht hatte, freute sich über diese Ehre.

Cem Özdemir (Mitte) lässt sich hier Ziegenkäse-Spezialitäten und Bio-Vollkornbrot aus Schlüchtern zusammen mit (von links) Amöne Nowottny, Anna Cavazzini, Günther Koch und Ex-Kreisbeigeordnetem Matthias Zach schmecken. / Foto: Hanns Szczepanek

Özdemir erkundet Bio-Landwirtschaft und Bio-Produkte aus der Region

Der Schlüchterner Stadtteil Breitenbach ist für den prominenten Grünen-Politiker Cem Özdemir seit Montag ein Begriff. Zwei Stunden weilte der 52-jährige Schwabe mit türkischen Wurzeln „auf der Höhe“, um sich über Bio-Landwirtschaft und Bio-Produkte aus der Region, den neuen Windpark vor Ort, Projekte der Ökologischen Forschungsstation (ÖFS) Schlüchtern sowie über die Yak-Rinderzucht der Familie Rüffer zu informieren.

Das Gehöft von Hans und Emma Rüffer diente als Ausgangspunkt für die Exkursionen des Bundestagsabgeordneten und ehemaligen Parteichefs der Grünen, über dessen Wahlkampfhilfe sich vor allem der Landtagskandidat Günther Koch aus Schlüchtern freute. Ermöglicht hatte den Besuch Anna Cavazzini, als Organisator fungierte das Schlüchterner Grünen-Fraktionsmitglied Gerd Neumann.

Die Gäste erfuhren in Breitenbach, dass dort fünf Bio-Betriebe etwa 220 Hektar bewirtschaften und damit in etwa die Hälfte der gesamten landwirtschaftlichen Fläche ein Bio-Gütesiegel trage. Hans Rüffer erläuterte die Vorzüge des seit gut 4000 Jahren domestizierten Yak-Rinds, von denen er gut 200 ganzjährig auf Grünland hält. Die Ausscheidungen der Yaks seien im Gegensatz zu denen konventioneller Tierhaltung quasi unbedenklich. Hierbei mahnte Rüffer, dass sauberes Wasser wohl „das Gold des nächsten Jahrhunderts“ sein werde.

Marcus Nürnberger, der am Ort eine Naturland-Schäferei mit 90 Rhönschafen betreibt, gab zu bedenken, dass aufgrund falscher Anreizsysteme intensiv wirtschaftende Bauern gar nicht anders handeln könnten, als ihre Produktion letztlich auf Kosten der Umwelt auszuweiten, um ihr Einkommen zu sichern. Dies dürfe niemand zum Vorwurf machen. Hier pflichtete ihm Özdemir bei, dass die Anreize zu ändern seien, um auch in der herkömmlichen Landwirtschaft umsteuern zu können.

In puncto Vertrieb von ökologisch erzeugten Produkten herrschte Einigkeit darüber, dass dieser regional organisiert sein müsse und die Waren direkt zu vermarkten seien – zum Beispiel in einer Kleinmarkthalle. Auch Initiativen wie die „Solidarische Landwirtschaft Osthessen“ seien hilfreich.

Vertreter der Firma Enercon stellten die neun neuen Anlagen im Windpark Breitenbach vor, von denen jedes Windrad pro Jahr etwa zehn Millionen Kilowattstunden produzieren werde. Am Ende der Exkursion zeigte Dr. Karl-Heinz Schmidt von der ÖFS inmitten eines Walnussbaum-Hains dieses besondere Projekt einer Streuobstwiese. / ag, hgs

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