Nur per Gerichtsbeschluss lassen sich manche familienrechtlichen Fragen klären - etwa die nach Vaterschaft und Abstammung. Foto: Arne Dedert/dpa/dpa-tmn
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Nach einer Spuckattacke in Wächtersbach stand jetzt eine 53 Jahre alte Frau vor Gericht.

Gericht verhängt Geldstrafe

„Unglaublich“: Nach Spuckattacke in der Gemüseabteilung findet der Richter klare Worte

Abstoßender Vorfall in einem Verbrauchermarkt in Wächtersbach: Eine Frau spuckt eine andere Kundin an. Und das zu Corona-Zeiten. Jetzt haben sich die beiden Frauen vor dem Amtsgericht Gelnhausen wiedergesehen.

Wächtersbach/Gelnhausen - Der Vorfall hatte sich am 8. April dieses Jahres frühmorgens in der Gemüseabteilung eines Verbrauchermarktes zugetragen. Eine 53-Jährige hatte dort unvermittelt eine 58-Jährige, beide aus der Messestadt, angespuckt. Die Sache hat eine Vorgeschichte. Die beiden Frauen kennen sich.

Im Vorfeld soll es schon häufiger zu unrühmlichen Begegnungen der beiden beim Gassigehen der Älteren mit ihrem Hund am Grundstück der Jüngeren gekommen sein. „Sie provoziert Situationen“, schob die Angeklagte der anderen Frau den „Schwarzen Peter“ zu. Sie selbst sah sich unschuldig.

Spuckattacke in Wächtersbach: Angeklagte und Opfer schon länger bekannt

Bei dem Zusammentreffen in dem Einkaufsmarkt habe sie sich über das plötzliche Aufeinandertreffen mit der 58-Jährigen derart erschrocken, dass sie sich verschluckt habe und es möglicherweise zu einem Speichelaustritt kam. Es sei aber genug Abstand gewesen, sodass keine Spucke auf der Frau landete, behauptete die Angeklagte.

Das sah die Geschädigte völlig anders. Seit rund 20 Jahren werde sie als Hundebesitzerin verbal und körperlich von der Angeklagten angegangen. Beim Einkaufen habe sie selbst nun gerade ihre Einkaufsliste studiert, als die Beschuldigte ihr seitlich gegen die Schläfe gespuckt habe.

Unterstützung bekam das Opfer von einem 44-jährigen Mitarbeiter des Marktes, der die Spuckattacke genau beobachtet hatte und bestätigte. Nach dem unrühmlichen Vorfall sei die Angeklagte von Kollegen umgehend aus dem Markt begleitet worden.

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„Unglaubliches Verhalten“: Richter folgt Forderung der Staatsanwaltschaft

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft Hanau bezeichnete das Anspucken als grundsätzlich verwerflich. In Zeiten von Corona sei es noch verwerflicher. Nach den Zeugenaussagen sei der Speichel glücklicherweise nicht im Gesicht, sondern lediglich in den Haaren gelandet. Er forderte eine Geldstrafe wegen Beleidigung in Höhe von 1200 Euro (60 Tagesätze à 20 Euro). Der Verteidiger der Angeklagten sah den Sachverhalt nicht als erwiesen an und reklamierte Freispruch.

Richter Thomas Russell folgte der Forderung der Staatsanwaltschaft und sprach eine Geldstrafe von 1200 Euro aus. In seiner kurzen Urteilsbegründung sprach er von einem „unglaublichen Verhalten“ der Beschuldigten. Und ansonsten: „Je klarer der Fall, desto kürzer muss die Urteilsbegründung ausfallen.“ (ls)

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