Seit es die Gaststätte Zur Krone nicht mehr gibt, veranstaltet der Bloo der „Öbern“ in Frack, schwarzen Zylindern und urigen Holzschuhen seine Kirchweihfeste im Zelt. In diesem Jahr wurde aber nur der Kirmesstrauß aufgesteckt. Beim „önnern“ Bloo der Gastwirtschaft Döppler/Gärtner, gekleidet in schwarz-weiß-karierten Hemden, wurde vor dem Straußaufstecken ein Kirmesspruch von Felix Gerst aufgesagt. Dieses Bild entstand vor dem gemeinsamen Gottesdienstbesuch am Samstagabend.
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Seit es die Gaststätte Zur Krone nicht mehr gibt, veranstaltet der Bloo der „Öbern“ in Frack, schwarzen Zylindern und urigen Holzschuhen seine Kirchweihfeste im Zelt. In diesem Jahr wurde aber nur der Kirmesstrauß aufgesteckt. Beim „önnern“ Bloo der Gastwirtschaft Döppler/Gärtner, gekleidet in schwarz-weiß-karierten Hemden, wurde vor dem Straußaufstecken ein Kirmesspruch von Felix Gerst aufgesagt. Dieses Bild entstand vor dem gemeinsamen Gottesdienstbesuch am Samstagabend.

Felix Gerst erklimmt die Leiter

„Sicher das erste und einzige Mal“ - Doppelter Bloo und zwei Sträuße, aber nur ein Kirmesspruch in Weiperz

Die doppelte Weiperzer Kirmestradition traf am vergangenen Wochenende auf die allgemeine Corona-Pandemie. Gewonnen hat am Ende die Kirmes, die trotz Beschränkungen stattfand.

Weiperz - Vielerorts sind Dorffeste wie die Kirchweih abgesagt worden, in dem Sinntaler Musikdorf fand zumindest ein bisschen Kirmes statt. Es erklang zwar auch Live-Musik in Weiperz, aber die Kirmes hatte dennoch einen etwas anderen Charakter. Ein kleiner „Öbern“-Bloo steckte jedoch zu den Klängen seiner Blookapelle einen bunten Kirmesstrauß am Dorfgemeinschaftshaus auf.

Fast normal ging es bei den „Önnern“ zu, die mit dem Musikverein und ihrem schwarz-weiß geschmückten Kirmesstrauß zur Gastwirtschaft Döppler/Gärtner zogen. Dort warteten Weiperzer, die den in diesem Jahr einzigen Kirmesspruch hören wollten. Wie in den Vorjahren erklomm Felix Gerst die Leiter. „Wieder sind wir versammelt, ihr Gäste, zum heutigen Weiperzer Kirmesfeste. Grüß Gott und auch Hallo an die Musiker und meinen Bloo“, begann Gerst. „Wettermäßig war es fürwahr ein heißes Jahr“, erinnerte er sich. „Kaum auszuhalten war es bei der Hitze, nur im Keller neben dem Apfelweinfässchen zu sitzen.“

In Weiperz gibt es einen doppelten Bloo und zwei Sträuße, aber nur einen Kirmesspruch

Ein Ebay-Sonnenstuhl-Schnäppchen markierte die erste Geschichte. Anstatt eines günstigen Komplettstuhls kaufte der Bloobursch nur eine teure Sitzauflage. Der Rat an seinen Blookollegen: „Lies die Anzeige genauer, dann bist du schlauer.“ „Siegend zog man durch die Lande, die Elf der SG Weiperz war zu allem imstande“, reimte Gerst über die Fußballer, wie sie es einst dort gab. Jetzt liege die Grünanlage brach. „Die Fußballgötter spiele in einer annern Gemarkung, mir sein beraubt von unserner schönen Sportunnerhaltung.“ Und die Moral von der Geschicht’: „Wenn’s um Fußball geht, traue Bazies und Breuningsern nicht.“

Musik beim Aufstecken des Kirmesstraußes an der Gaststätte Döppler/Gärtner.

Der stets freundliche örtliche Postbote muss in Corona-Zeiten Abstand halten. Bei einer Paketübergabe ohne Körperkontakt wollte er zur Legitimation das Geburtsdatum einer Frau wissen. Das sei privat und „nicht in den Apparat zu tippen“, verweigerte sie die Auskunft. Die Folge: Der Postbote nahm das Paket wieder mit.

Voll mit Alkohol war der Kofferraum seines Autos und auch der Mann selbst, der auf der Fahrt zu einem Geburtstag von der Polizei gestoppt werden sollte. Doch der gab Gas und raste davon. Nach kurzer Verfolgungsjagd „der Polizeibeamte mit starker Stimme schreit, sind sie besoffen oder breit?“

Mitglieder des Musikvereins erneuern Küche im Clubhaus

Weil aktuell mit dem Musikmachen nichts los ist, haben Mitglieder des Musikvereins Weiperz die Küche im Clubhaus erneuert. Weil das nicht problemlos vonstatten ging, landeten die Musiker ebenfalls im Kirmesspruch. Denn „die Staubwolke vom Fliesenabklopfen hat man bis in die Rhön gesehen“.

Neuer Putz, Laminat und die neue Küche war fertig. Weil man jedoch beim Anschrauben der Deckleisten die Heizungsrohre übersah, strömte das Wasser und es gab „eine Riesensauerei“. Das gute Ende: „Zwei Tage später war es vollbracht, eine neue Küche, ein Traum in Weiß, das hätte keiner mehr gedacht. Zum Abschluss des Kirmesvortrags hieß es dann: „Nun wollen wir den Spruch beenden und dem Strauß die Ruhe schenken. Wir können heute nicht in Döpplersch’ Saal, wir sind uns sicher, das war das erste und einzige Mal“, gab sich Felix Gerst hoffnungsvoll. (d)

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