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Wilhelm Hammann ist der Dekan im neu gebildeten Kirchenkreis Kinzigtal

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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SCHLÜCHTERN - Wilhelm Hammann wird in zwei Tagen offiziell in sein Amt eingeführt. Zwar ist der 56-Jährige nach wie vor Dekan, seit dem Jahreswechsel ist er dies aber im neuen Kirchenkreis Kinzigtal. Dieser ist aus der Fusion der Vorgängerkreise Schlüchtern und Gelnhausen hervorgegangen.

Von unserem Redaktionsmitglied Hanns Szczepanek

Der Kirchenkreis Kinzigtal ist nun der größte in der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck, der von nur einer Person geleitet wird. In Nordhessen (Schwalm-Eder) gibt es zum Beispiel einen Kirchenkreis mit drei Dekanen. Von diesen gab es in der Landeskirche vor einem Jahrzehnt noch 28, inzwischen sind es 17 Dekane, die sich auf nunmehr 14 Kirchenkreise verteilen.

Für Wilhelm Hammann bedeutet dies, dass er und seine Frau seinen Wohnsitz im Schlüchterner Dekanatshaus aufgeben werden. Ihre Kinder sind bereits erwachsen und „aus dem Haus“. Denn für Hammann ist klar, dass ein Dekan nicht nur aus Repräsentationsgründen am Sitz des Dekanats residieren sollte. Und dieser Sitz ist nun mal in Gelnhausen. Sein bisheriger Amtskollege in Gelnhausen, Klaus-Peter Brill, ist bereits vor Jahresfrist in den Ruhestand getreten.

60 Regalmeter zusäzlich

Nicht nur durch den anstehenden Umzug ist Hammann nun nicht mehr im Schlüchterner Pfarrdienst, sondern weil das Dekanatsgebiet und somit auch seine Zuständigkeiten größer geworden ist. Das spürt der 56-Jährige nach den ersten Gemeindebesuchen jenseits des Bergwinkels bereits in puncto Zeitaufwand sehr deutlich. Auch der Verwaltungsaufwand steigt: Allein die Akten des früheren Dekanats Gelnhausen füllen laut Hammann zusätzliche 60 Regalmeter.

Der tatsächliche Wohnsitzwechsel wird nach Angaben des Dekans aber wohl erst in gut einem Jahr vonstatten gehen, denn das Dekanatsgebäude in Gelnhausen – Baujahr 1968 – ist zum einen stark renovierungsbedürftig. Zum anderen ist es inzwischen deutlich zu groß, denn das dortige Kirchenkreisamt wird mit seinem Schlüchterner Pendant verschmolzen.

Zusammenführung zu einem Standort

Wie berichtet, wurden mit der Festlegung des Dekanatssitzes ebenso beschlossen, die bislang zwei Kirchenkreisämter zum am Standort Schlüchtern zusammenzuführen. Die neue Dienststellenleitung ist bereits seit dem Herbst konstituiert, die offizielle Einführung findet jedoch erst am 25. März in der Schlüchterner Stadtkirche St. Michael statt.

Als Pfarrer ist Wilhelm Hammann künftig der Kirchengemeinde Gelnhausen zugeordnet, der auch das bisherige Dekanats- und Kirchenamtshaus gehört. Der Plan ist, dass die Gemeinde dieses vermietet oder verkauft und für das neue Dekanat Kinzigtal eine geeignetes Gebäude zur Verfügung stellt. Dieses muss aber erst noch ausgesucht und ausgestattet werden. Zusammen mit dem Dekan müssen auch die beiden Bürokräfte umziehen, die sich derzeit eine Stelle teilen.

Zehn Jahre lang Gemeindepfarrer

Ungeachtet der organisatorischen Veränderungen und jene im persönlichen Lebensumfeld, an die Geistliche nicht nur in der evangelischen Kirchen ohnehin gewöhnt sind, freut sich Hammann über das nun erweiterte Tätigkeitsgebiet. Weil er in Birstein zehn Jahre lang Gemeindepfarrer war, kennt er den Norden des neuen Kirchenkreises sehr gut. Beeindruckt zeigt er sich im Pressegespräch zum Beispiel über die Gemeindemitglieder in Breitenborn. Dort ist das Kirchengebäude derzeit nicht benutzbar, weshalb die Gottesdienste in einem Bus stattfinden – und dieses Kuriosum gereicht der Kirche nicht zum Nachteil.

In den nächsten Monaten will Hammann möglichst alle Kirchenvorstände besuchen und sich jeweils über deren Situation und örtliche Gegebenheiten informieren. Wichtig ist ihm auch, dass das Dekanat gut, verlässlich, präzise und schnell arbeitet.

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