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Windkraftkritiker: Offener Brief an Bundestagsabgeordnete

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Region - Der windkraftkritische Dachverband „Gegenwind MKK/Naturpark Spessart“ hat sich in einem Offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten der Region gewandt.

Der Verband bezeichnet die geplante Reform des Energieeinspeisegesetzes (EEG) als „Mogelpackung“ und fordert die Abgeordneten auf, die „Auswüchse“ für Stromkunden und Bewohner im Landkreis abzuwenden. Dem Dachverband gehören acht Bürgerinitiativen im Kreisgebiet an, darunter die „Interessengemeinschaft gegen Windkraftanlagen im Sinntal“ und die „Bürgerinitiative Ramholz/Degenfeld – Rettet die Kulturlandschaft Ramholz!“. In einem offenen Brief an die fünf heimischen Bundestagsabgeordneten Bettina Müller und Dr. Sascha Raabe (beide SPD), Dr. Katja Leikert und Dr. Peter Tauber (beide CDU) sowie Sabine Leidig (Linke) bezeichnen sie das geltende EEG als „für den Klimaschutz bestenfalls wirkungslos“. Es fördere lediglich „den gemeinwohlschädlichen Subventionswettlauf“. Und auch die Reform des Gesetzes, das noch vor der Sommerpause verabschiedet werden solle, sei lediglich eine „Mogelpackung“, schreibt Berthold Andres im Auftrag des Dachverbands. Begründet wird diese Einschätzung damit, dass es „abermals den Vorschlägen der Subventionsprofiteure“ folge. Nach Vorgabe der Bundesregierung solle der Zuwachs an Windkraftanlagen zwar pro Jahr auf 2,5 Gigawatt gedeckelt werden, doch werde dies nicht vor 2017 greifen. Der Dachverband äußert die Befürchtung, „dass der Main-Kinzig-Kreis nun innerhalb kürzester Zeit und noch vor der Verabschiedung eines gültigen Regionalplans an allen Ecken und Enden mit Windkraftanlagen zugestellt wird“. Schon jetzt stünde fast die Hälfte aller im Regierungsbezirk Südhessen betriebenen oder geplanten Windkraftanlagen im Main-Kinzig-Kreis. „Wo bleibt die gerechte Verteilung der Lasten der Energiewende?“, fragt der Dachverband die Bundestagsabgeordneten. Er fordert die Politiker deshalb auf zu helfen, dass „Subventionen für Windkraftanlagen an ökonomisch und ökologisch unsinnigen Standorten gestrichen werden“. Dazu zähle auch, die Pflicht zur Vergütung von nicht-eingespeistem Strom zu streichen. Außerdem fordert der Dachverband, die Mindestabstände zwischen Windkraftanlagen und Wohngebieten „müssen auf die zehnfache Höhe der Anlagen festgelegt werden“, wie dies in Bayern und Sachsen geschehen soll. / ag

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