Für das Umsatzwachstum waren bei Knaus Tabbert 2020 vor allem „hochwertige motorisierte Fahrzeuge“ wie dieses Wohnmobil verantwortlich.
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Für das Umsatzwachstum waren bei Knaus Tabbert 2020 vor allem „hochwertige motorisierte Fahrzeuge“ wie dieses Wohnmobil verantwortlich.

Gute Zahlen

Wohnmobilbranche boomt in Corona-Zeiten: Knaus Tabbert erwartet 2021 zweistelliges Umsatzplus

  • Alexander Gies
    VonAlexander Gies
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Der Boom der Wohnmobilbranche in Corona-Zeiten hat Knaus Tabbert 2020 gute Zahlen beschert. Der Hersteller von Freizeitfahrzeugen mit dem Tabbert-Wohnwagenwerk in Mottgers erwartet 2021 sogar ein zweistelliges Umsatzplus - allerdings wird davon vor allem die Sparte der Wohnmobile profitieren. 

Mottgers - Trotz der Produktionspause wegen der Corona-Pandemie im April 2020 wuchs der Umsatz des seit September börsennotierten Unternehmens aus dem Main-Kinzig-Kreis um zwei Prozent auf 795 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA, eine Kennzahl zur Beurteilung der Rentabilität eines Unternehmens, liegt mit 67,7 Millionen Euro mehr als vier Prozent über dem Vorjahr, teilt das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Dividende soll 1,5 Euro je Aktie betragen. Zu dem Unternehmen gehören neben Tabbert die Marken Knaus, Weinsberg, T@B, Morelo sowie die Vermietplattform „Rent and Travel“.

Interessant ist dabei, dass Knaus Tabbert das Umsatzwachstum gelungen ist, obwohl die Zahl der insgesamt abgesetzten Fahrzeuge um 1380 auf 24350 gesunken ist. Dies liegt daran, dass erneut mehr höherpreisige Fahrzeuge wie (motorisierte) Wohnmobile und ausgebaute Kastenwagen an den Mann gebracht wurden als klassische Wohnwagen, wie sie unter anderem bei Tabbert in Mottgers vom Band rollen.

Mottgers: Wohnmobilbranche boomt in Corona-Zeiten - Knaus Tabbert erwartet Umsatzplus

Der Anteil der Wohnwagen am Gesamtausstoß liegt zurzeit noch bei etwa 26 Prozent. Der Absatz von ausgebauten Kastenwagen - etwa die im ungarischen Werk produzierten Modelle der Marke Weinsberg - erreichten hingegen einen Rekordwert. So verwundert es nicht, dass die Kategorie der „hochwertigen motorisierten Fahrzeuge“ hauptsächlich für den hohen Auftragsbestand von 18.736 Fahrzeugen (Vorjahr: 13.072) verantwortlich ist, der dem Unternehmen ein beruhigendes Polster verschafft. (Lesen Sie hier: Gute Geschäftsentwicklung bei Knaus Tabbert: Das bekommen die Mitarbeiter als Dankeschön für ihr Engagement).

Trotzdem wird auch in Mottgers nach wie vor an den Grenzen der Auslastung gearbeitet. Hier liefen 2020 etwa 4200 Wohnwagen vom Band, darunter das Modell „Sport“ von Knaus, das eigentlich am Stammsitz in Jandelsbrunn produziert wird. Zurzeit arbeiten in Mottgers 440 Mitarbeiter, weitere werden gesucht. In diesem Jahr werden dort rund 2,5 Millionen Euro investiert, unter anderem in Heizkessel, Dach und eine Lagerhalle.

Aktie

Die Aktie von Knaus Tabbert hat seit dem Börsenstart am 23. September 2020 rund 17,6 Prozent zugelegt. Zum Börsengang war ein Kurs von 58 Euro festgelegt worden. Dieser stieg nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen gegenüber dem Vortag um 1 auf 68,2 Euro (+ 1,5 Prozent). Was der Freizeitfahrzeughersteller präsentiert hatte, beflügelte also offenbar die Phantasie der Börsianer. Seit dem Börsengang entwickelte sich das Papier bis auf einen Durchhänger am 11. November mit 55,40 Euro kontinuierlich nach oben.

Insgesamt steckt Knaus Tabbert in diesem Jahr rund 65 Millionen Euro in seine Standorte, davon den Löwenanteil in eine neue Produktionsstätte in Ungarn, wo Kastenwagen produziert werden. Dank eines von 395 auf 640 Millionen Euro angewachsenen Auftragsbestandes und einer weiter hohen Nachfrage geht das Unternehmen davon aus, den Umsatz in diesem Jahr um 20 bis 22 Prozent steigern zu können. Das liefe auf 28.000 bis 29.000 Einheiten hinaus.

CFO Marc Hundsdorf jedenfalls sprach davon, dass „wir viele Jahre eines weiteren Wachstums vor uns haben“. Hintergrund sind auch die Prognosen des Branchenverbandes, der von einem Wachstum des europäischen Marktes bis 2025 von jährlich im Schnitt 7,1 Prozent ausgeht. Der Heimatmarkt soll sogar um durchschnittlich 14 Prozent wachsen.

Marc Hundsdorf: Wir haben viele Jahre eines weiteren Wachstums vor uns

Ein Mega-Thema der Branche wird in den nächsten Jahren die E-Mobilität sein – und Knaus Tabbert will ganz vorne mitmischen. Dabei geht es nicht nur irgendwann um das vollelektrisch betriebene Freizeitfahrzeug mit einer Reichweite von 600 Kilometern, sondern das Thema beginnt bereits viel früher, beim Leichtbau.

Denn weitere Gewichtseinsparung muss die Basis dafür liefern, schwere Akkus aufnehmen zu können. Und um die Anhängelast der Zugfahrzeuge zu reduzieren, erwägt Knaus Tabbert die Entwicklung und den Einbau eines separaten Elektroantriebs in den Wohnwagen - auch da könnte Tabbert ein Innovationsführer sein.

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