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Parklücke zu klein: 77-Jähriger richtet Schaden mit Wohnmobil an und flüchtet

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Von: Anja Hildmann

In der Innenstadt einen Parkplatz zu finden kostet Nerven. Bei einem 77-Jährigen Wohnmobil-Fahrer ging der Versuch aber gehörig schief. (Symbolbild)
In der Innenstadt einen Parkplatz zu finden kostet Nerven. Bei einem 77-Jährigen Wohnmobil-Fahrer ging der Versuch aber gehörig schief. (Symbolbild) © Marijan Murat/dpa

Sechs Meter lang und fast zwei Meter breit: Das sind die Abmessungen eines Wohnmobils, mit dem ein 77-Jähriger versuchte, in der Schlüchterner Innenstadt im Main-Kinzig-Kreis einen Parkplatz zu finden. Den fand er zwar, richtete dabei aber Schaden an.

Schlüchtern - Der Mann aus dem Altkreis Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) war aus Richtung Fulda gekommen und wollte in den Mittagsstunden des 5. Januar vergangenen Jahres in der Fuldaer Straße einen Halt einlegen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite erblickte er zwei hintereinander liegende freie Plätze und steuerte diese an.

Der Zwischenraum war sehr eng. Und so musste der Rentner etwas rangieren. Das ging schief. Mit der hinteren Seite seines Wohnmobils stieß er gegen das Heck eines dort bereits geparkten Autos. An diesem entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 2700 Euro.

Main-Kinzig-Kreis: Mann richtet beim Einparken mit Wohnmobil Schaden an

Der Anstoß sorgte für einen hörbaren „dumpfen Schlag“, erklärte eine Zeugin (61) vor Gericht, die sich zu der Zeit in einem angrenzenden Gebäude aufhielt. Der 77-Jährige hingegen behauptete, nichts von einem Anstoß bemerkt zu haben. Für Richter Wolfgang Ott eine Schutzbehauptung.

Der Beschuldigte müsse die Kollision bemerkt haben. Schließlich sei er nach dem Parkvorgang ausgestiegen und habe sich die Situation angeschaut, wie die Zeugin beobachten konnte. Außerdem sei der Sachschaden deutlich sichtbar gewesen. Der Rentner verließ jedoch die Unfallstelle, ohne seine Daten zu hinterlassen.

Als der Geschädigte zu seinem Wagen zurückkehrte, schaltete dieser die Polizei ein, die wiederum Anzeige erstattete. Vor Gericht beteuerte der Rentner mehrfach, keinen Anstoß bemerkt zu haben. Er sei auch nicht weggelaufen. Schließlich habe jetzt ohnehin seine Versicherung den Schaden beglichen. (Lesen Sie hier: Kamera überführt Täter: 53-Jähriger hatte „im Vorbeigehen“ Außenspiegel beschädigt)

Video: Anfängerfehler - das sollten Sie beim Wohnmobil-Urlaub vermeiden

Weil der Mann bislang nicht vorbestraft war, verwarnte ihn Richter Ott lediglich. Sollte er sich in einer Bewährungszeit von einem Jahr erneut etwas zu Schulden kommen lassen, muss er eine Geldstrafe von 1250 Euro bezahlen.

Außerdem verhängte er ein Fahrverbot von drei Monaten, was allerdings als verbüßt gilt, weil dem 77-Jährigen nach dem Vorfall die Fahrerlaubnis entzogen worden war. Als unmittelbare Sanktion muss er 1000 Euro an die Kinderhilfe Ostafrika zahlen. (ls)

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