„hart aber fair“-Moderator Plasberg knöpftf sich sienen Studiogast vor.
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„hart aber fair“-Moderator Plasberg knöpft sich seinen Studiogast vor.

ARD-Talk

„hart aber fair“: Plasberg nimmt sich Gast zur Brust - danach entschuldigt er sich

Heftige Szene im ARD-Talk „hart aber fair“: Moderator Frank Plasberg nahm sich einen Gast zur Brust. Hinterher entschuldigte er sich dafür.

  • Auch am Montagabend ging es bei „hart aber fair“ (ARD)* wieder um das Coronavirus und seine Folgen. 
  • Nach mehreren Corona-Ausbrüchen in deutschen Schlachthöfen diskutierte Frank Plasberg  mit seinen Gästen über die Hyienebedingungen in diesen Einrichtungen. 
  • Zu Gast waren unter anderem Bundesarbeitesminister Hubertus Heil und Grünen-Parteivorsitzender Robert Habeck. 

Update vom 22. Juni, 20.05 Uhr: Auch am heutigen Montagabend stehen bei „hart aber fair“ wieder die Schlachthöfe in Zeiten der Corona-Krise im Fokus. Frank Plasberg diskutiert mit seinen Gästen über den Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies

Update vom 9. Juni, 11.30 Uhr: Am Montagabend diskutierte Frank Plasberg bei „hart aber fair“ (die Sommerpause steht bevor)* mit seinen Gästen über die Missstände in deutschen Schlachthöfen, die besonders in der aktuellen Corona-Krise in den Vordergrund und die Öffentlichkeit gerückt wurden. 

„Wann, wenn nicht jetzt, sollte man tatsächlich grundlegende Konsequenzen ziehen?“, fragte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil am Montagabend. Es gehe um Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz, „anständige Löhne“ und die Arbeitsbedingungen. „Und da haben wir ein Problem in Deutschland - und davor kann man die Augen nicht einfach zukneifen“, so Heil. 

Die missliche Lage verdeutlichte bei „hart aber fair“-Reporter Manfred Goetke, der über die Umstände im Corona-Schlachthof Coesfeld recherchierte und dort mir rumänischen Arbeitern sprach. „Die wurden noch nicht einmal mit Lebensmitteln versorgt“, sagte er. „Wer Geld hat, bekommt Essen. Wer kein Geld hat, dem wird nichts gebracht.“ 

1100-1200 Euro brutto für 60 bis 70 Stunden in der Woche würden die Arbeiter erhalten. Hiervon würden jedoch noch Abzüge für ihr Bett, Fahrten und die Arbeitskleidung gemacht.

„hart aber fair“: Hubertus Heil mit scharfer Forderung - „müssen an die Wurzel des Übels ran“

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil kündigte daraufhin an, dass schärfer kontrolliert werden müsse. Dass dies bislang nicht möglich gewesen sei, liege an der verschachtelten Konstruktion durch Sub-Unternehmen.

„Wir werden jetzt mit dem Zoll und mit den Arbeitsschutzbehörden massiv kontrollieren, dass die bestehenden Regeln eingehalten werden. Aber wir müssen an die Wurzel des Übels ran“, kündigte er und fuhrt fort, „und das ist diese Konstruktion, bei der immer irgendjemand mitverdient. Es ist ja so, dass bei diesen Sub-Sub-Subunternehmern immer jemand die Hand aufhält und sich an der Ausbeutung von Menschen bereichert.“

Indessen wurde bekannt, dass eine ARD-Legende an einer schlimmen Krankheit leidet: Fritz Pleitgen hat Bauchspeicheldrüsenkrebs und wurde bereits operiert.

„hart aber fair“: Plasberg platzt der Kragen - er wird persönlich: „möchte nicht, dass es Ihnen schlecht geht“

Update, 22.20 Uhr: Kennt der deutsche Fernsehzuschauer Frank Plasberg doch vor allem als Moderator, der es gut versteht seine Gesprächsgäste im Zaum zu halten und diesen nicht selten hart - aber doch eben auch fair - über den Mund fährt, so bekam man am Montagabend bei „hart aber fair“ einen ganz anderen Frank Plasberg zu sehen. 

In den ersten 20 Minuten sah es so aus, als hätten sich die anderen Diskussionsteilnehmer auf Heiner Manten eingeschossen, der stellvertretend für die Fleischwirtschaft eingeladen war. Auch der Reporter Manfred Götzke vom Deutschlandfunk konfrontierte Manten mit seinen Berichten über die schlechten Bedingungen, unter denen die Gastarbeiter in der Fleischindustrie untergebracht sind. 

„hart aber fair“: Frank Plasberg mit emotionaler Ansprache -  „Reden sie für sich und ihre Familie“ 

Manten reagierte auf die Vorwürfe des Reporters mit mehreren Gegenfragen, was Grund genug für Plasberg war, dazwischenzugehen. Der Moderator kam seinem Gast ganz nah und redete ihm ins Gewissen. „Herr Manten jetzt mal unter uns. Ich schätze sie sehr, sie sind vom Niederrhein wie meine Frau. Ich möchte nicht, dass das ein Tribunal wird. Sie reden für die Fleischwirtschaft und wenn man so eine Talkshow macht, passiert es oft, dass man sich eine PR-Agentur holt, von der man gecoacht wird“, so die Analyse von Plasberg. 

Dann wurde der Moderator persönlich: „Vergessen sie alles, was Ihnen da die Kollegen erzählt haben, sondern reden sie für sich, als einen ehrlichen deutschen Unternehmer, dann fahren sie gut. Ich möchte nicht, dass es Ihnen schlecht geht. Ich weiß, dass sie ein feiner Kerl sind. Reden sie für sich und ihre Familie, dann reden sie gut.“ 

„Hart aber Fair“: Plasberg vergisst bei emotionaler Ansprache sogar Abstandsregeln - „War mir ein Herzensbedürfnis“

Emotionale und ehrliche Worte von Plasberg, die dem Moderator offenbar so wichtig waren, dass er dabei völlig die Abstandsregeln vergessen hatte, die wegen der Corona-Krise auch im ARD-Studio gelten. „Ich bin Ihnen gerade zu nahe gekommen, es war mir aber ein Herzensbedürfnis“, entschuldigte sich Plasberg und trat einen großen Schritt zurück. „Entschuldigung. In Corona-Zeiten muss man weggehen.“ Heiner Manten, der nach der Ansprache von Plasberg sichtlich erleichtert schien, antwortete mit einem Lächeln auf den Lippen: „Ich hoffe, Sie sind nicht infiziert“, und beantwortete anschließend die anfangs gestellte Frage. 

„Hart aber fair“: Schlachthöfe als Infektionsherde in der Corona-Krise - Robert Habeck zu Gast 

Originalmeldung vom 8. Juni:

Berlin - Auch am Montagabend hat sich Moderator Frank Plasberg wieder eine illustre Runde in seine Show „hart aber fair“ eingeladen, um über das dominierende Thema der vergangenen Monate zu diskutieren. Auch wenn die Infektionszahlen in Deutschland in den letzten Wochen rückläufig waren, ist die Corona-Krise nach Einschätzung der Experten noch lange nicht vorbei. Gerade die Gefahr einer zweiten Welle an Infektionen, welche Deutschland treffen könnte, verhindert vorerst ein kollektives Aufatmen. 

„Hart aber fair“ (ARD): Schlachthöfe in Zeiten von Corona - reichen die Hygienemaßnahmen

Der Trend der letzten Wochen zeigt jedoch auch, dass sich die Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 immer häufiger innerhalb von Kirchengemeinden oder Betrieben in größerer Zahl ereignen. Gerade die wiederholten Infektionen von Schlachthofmitarbeitern in Deutschland, hat dabei die gesellschaftliche Debatte, um die Hygienebedingungen in diesen Einrichtungen angefeuert. Eben diese Debatte bringt Frank Plasberg in der heutigen Ausgabe von „hart aber fair“ auch in das ARD-Studio. Unter dem reißerischen Titel „Corona im Schlachthof: Sind uns Mensch und Tiere Wurst?“, diskutiert der Moderator mit seinen Gästen über die Missstände in der Fleischindustrie*, die durch das Coronavirus noch einmal deutlicher offen gelegt wurden, und über die Handlungsmöglichkeiten von Gesetzgeber und Verbrauchern.

„Hart aber fair“ (ARD): Diese Gäste diskutieren mit Moderator Frank Plasberg 

Für dieses sicherlich kontroverse Thema hat sich Frank Plasberg eine breite Runde an Gästen eingeladen. Heute Abend zu Gast bei „hart aber fair“ sind: 

  • Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales
  • Robert Habeck (Bündnis 90/ Die Grünen), Parteivorsitzender
  • Anette Dowideit, Chefreporterin im Investigativteam der Welt, Buchautorin
  • Max Straubinger (CSU), MdB, Mitglied Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft
  • Heiner Manten, Vorsitzender Verband der Fleischwirtschaft (VDF)
  • Manfred Götzke, Reporter im Berliner Landesstudio des Deutschlandfunks

Interessierte Zuschauer können sich am Montagabend ab 21.00 Uhr auf eine Diskussion freuen, die ordentlich Zündstoff verspricht.

Ende Juni verabschiedet sich „Hart aber fair“ dann in die Sommerpause*.  „Wer hat Corona wieder reingelassen?” fragten sich Frank Plasbergs Gäste in der ARD. In der Kritik stand vor allem einer: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU)*.

*merkur.de und fr.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

fd

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