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Eierbecher von Kaiser Wilhelm II. bei „Bares für Rares“ verkauft - Expertin gelingt Beweis

Bei „Bares für Rares“ wurden jetzt die privaten Eierbecher von Kaiser Wilhelm II. verkauft.
Bei „Bares für Rares“ wurden jetzt die privaten Eierbecher von Kaiser Wilhelm II. verkauft. © ZDF

Bei „Bares für Rares“ wurden jetzt die privaten Eierbecher von Kaiser Wilhelm II. verkauft. Eine Expertin bewies, dass es sich wirklich um wilhelminisches Porzellan handelte.

Köln - In der Folge der beliebten ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ von Donnerstag, 25. April, mit Moderator Horst Lichter bringen Claudia und Anna Huge, Mutter und Tochter aus Düsseldorf, Porzellan aus dem Besitz von Kaiser Wilhelm II. zum Verkauf in das Walzwerk in Pulheim bei Köln.

Bei „Bares für Rares“ zahlte sich zuletzt bereits der Verkauf einer besonderen Keramik aus. Für französische Kunst aus Vallauris erzielte ein Verkäufer in der ZDF-Show doppelt so viel, wie die Expertin geschätzt hatte. Verkauft wurde eine Keramik-Obstschale von Jérôme Massier.

Private Eierbecher von Kaiser Wilhelm II. bei „Bares für Rares“ verkauft

Doch zurück zum kaiserlichen Geschirr: Von ihrer kürzlich verstorbenen Mutter beziehungsweise ihrer Oma erbten die Verkäuferinnen die drei Eierbecher und das Milchkännchen (oder Sahnekännchen). Sie hatte das Porzellan schon lange in ihrer Vitrine stehen. Laut Kunsthistorikerin Dr. Bianca Berding handelt es sich um Hartporzellan.

Im Händlerraum, in dem dieses Mal Elisabeth Nüdling aus Fulda und Fabian Kahl aus Thüringen nicht dabei sind, dafür aber und Susanne Steiger aus Köln, ist Daniel Meyer aus Münster direkt aus dem Häuschen. „Kaiser Wilhelm II. hat daraus sein Frühstücks-Ei gegessen. Wie kommen Sie an so etwas?“, fragt er.

Den Händlern werden die privaten Eierbecher von Kaiser Wilhelm II. angeboten. Nachdem Walter Lehnertz mit seinem obligatorischen 80-Euro-Erstgebot eingestiegen ist, bietet Daniel Meyer 350 Euro. Sarah Schreiber erhöht auf 550 Euro - für „des Kaisers Eier“.

Benjamin Leo Leo bietet 800 Euro für die vier kleinen, über 100 Jahre alten Porzellanteile. „Uvorstellbar! Wie gut, dass ich kein Porzellan kaufe“, wundert sich Walter Lehnertz. Für 1100 Euro bekommt Leo den Zuschlag. „Ich bin sehr gerührt, wie sehr diese Sammlerstücke Anklang gefunden haben“, freut sich Verkäuferin Claudia Huge.

Den Ausschlag für den relativ hohen erzielten Preis hat gegeben, dass es sich wirklich um die Privat-Eierbecher von Kaiser Wilhelm II. handelt, die zum Verkauf standen. Doch wie konnte „Bares für Rares“-Expertin Dr. Bianca Berding - die den Wert des kleinen Sets auf 200 bis 400 Euro schätzte - beweisen, dass es sich um ein Kaiser-Wilhelm-II.-Service handelt?

Die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) fertigte die vier angebotenen Porzellan-Stücke - und zwar zwischen 1908 und 1917. Die unterschiedlichen Altersangaben ergeben sich nach Aussage der Expertin daraus, dass die betreffenden Teile von der Manufaktur nachbestellt wurden.

Dann ein wichtiger Hinweis von Bianca Berding: Bei der auf den Eierbechern angebrachten Initiale handelt es sich „nicht um eine dekorative Verschlingung“, sondern vielmehr um den Großbuchstaben W. Über diesem Buchstaben ist eine sehr fein gearbeitete Krone zu sehen.

„Für Kaiser Wilhelm II. ist dieses Porzellan gefertigt worden“, schlussfolgert die „Bares für Rares“-Expertin. „Er hat es vermutlich genutzt. Es hat sich definitiv in seinem Berliner Stadtschloss oder in Potsdam befunden.“ Aufgrund der vielen Markungen auf der Unterseite des Porzellans ist sich die Kunsthistorikerin sicher.

Video: Überraschende Gebotsdrehung bei „Bares für Rares“

Das Symbol des Eisernen Kreuzes prägte KPM nur in der Fertigungszeit von 1900 bis 1914. Moderator Horst Lichter fragt nach, ob sich Bianca Berding sicher ist, dass die Teile wirklich aus dem kaiserlichen Haushalt stammen. „Ja, das ist absolut sicher.“ Neben den Markierungen spreche dafür auch die Qualität der Fertigung.

Beispielsweise sind aufgebrachten Kronendiamanten haptisch spürbar. Das Ozier-Relief - im Ursprung ein Meißner Reliefdekor- in den Porzellan-Objekten ahmt ein Weidengeflecht nach. „Wir sind uns sicher, dass dies das Privat-Service der kaiserlichen Familie war“, sagt die Expertin abschließend.

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