Kontroverse um Bilder von Bob Dylan

Bilder von Bob Dylan, die der vielseitig talentierte Amerikaner angeblich bei Reisen durch Asien malte, beschäftigen ...

New York. Bilder von Bob Dylan, die der vielseitig talentierte Amerikaner angeblich bei Reisen durch Asien malte, beschäftigen die New Yorker Kunstszene.

Die renommierte Galerie Gagosian in Midtown Manhattan stellt Dylans Werke unter dem Titel "Die Asien-Serie" aus. Auf ihrer Internetseite beschreibt sie die Werke als Dylans "Abbildung von Menschen, Straßenszenen, der Architektur und Landschaft" in Japan, China, Vietnam und Korea. Aufmerksamen Beobachtern fiel jedoch auf, dass Dylan in einigen Bildern die Motive berühmter Fotografen wie Henri Cartier-Bresson und Léon Busy kopierte, wie die "New York Times" berichtete.

Dylan war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. An seiner Stelle kommentierte die Galerie Gagosian: "Einige von Bob Dylans Malereien haben verschiedene Quellen, darunter Archivmaterial und historische Aufnahmen. Ihre Frische und Resonanz reflektieren aber die Eindrücke, die Dylan bei seinen Reisen in Bezug auf Farben und Strukturen aus alltäglichen Szenen gewann." Die Galerie verweist auch auf ein Interview mit dem Allroundgenie im Ausstellungskatalog. Dort antwortet Dylan auf die Frage, ob er Skizzen oder Fotografien als Vorlage benutzt.

"Ich orientiere mich meistens am wahren Leben. Richtige Menschen, wahre Straßenszenen, Eindrücke vom Hintergrund, echte Modelle, Malereien, Fotos, gestellte Szenen, Architektur, grafische Designs: alles, was sich anbietet. (...) Ich verfolge die Ursache und ihre Wirkung von Anfang bis Ende. Beginnen sollte es aber immer mit etwas Greifbarem."

Es sei nicht das erste Mal, dass der Sänger des "Tambourine Man" des Materialklaus verdächtigt werde, ergänzt die Zeitung. So wurde 2006 entdeckt, dass die Lyrik seines Albums "Modern Times" Versen des 1867 gestorbenen Dichters Henry Timrod ähneln. Die Lyrik seines Albums "Love and Theft" wiederum weise Parallelen zu dem Gangsterroman "Confessions of a Yakuza" des Japaners Junichi Saga auf, hieß es. (dpa)

Quelle: Frankfurter Rundschau

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