Phantom der Oper: Starensemble in der Esperanto-Halle

02. Februar 2014
Fulda

In einer glanzvollen Vorstellung in der Esperantohalle präsentierte Weltstar Deborah Sasson (Libretto und Musik) gemeinsam mit einem Ensemble von 35 Musikern und Sängern ihre Sicht auf den 1911 veröffentlichten Roman "Das Phantom der Oper" als Musical.

Es ist das Merkmal dieses "Sasson-Phantoms", dass die von Mitautor, Regisseur und Choreograph Jochen Sautter geschaffene Inszenierung die Opernatmosphäre und den Theaterbetrieb sehr gut einfängt und dabei Ausschnitte aus bekannten Opern zum Vortrag kommen. Dass die Sopranistin mit Weltkarriere und Erfahrung in Sachen Musical und Pop ausgesucht hat, was ihr liegt und das auch bei der Entstehung der Musik beach-tet hat, versteht sich wohl von selbst. So kann sie nach einer eher mäßigen Interpretation eines Ohrwurms aus Puccinis "Gianni Schicci" bei anderen Opernzitaten und in Balladen, Duetten und Ensembles mit ihrer in der Mittellage geradezu betörenden, sinnlichen Stimme jene Qualität dokumentieren, die zu ihrer Berühmtheit geführt hat. Niemals stellt sie das aus, gibt nicht die Diva, sondern ringt mit sich und der Liebe zwischen dem entstellten, Musik liebenden Außenseiter in den Gewölben (Axel Olzinger, mit wunderbar warmem Bariton) und dem Grafen, von Jochen Sautter mit einer prägnanten Musical-Stimme ausgestattet. Ganz ausgezeichnet gelingen Nils Schwarzenberg und Thomas Hartkopf die Operndirektoren in bester Buffo-Manier, während Annette Kuhn absichtsvoll Oper so falsch singt, dass es eine Freude ist. Auch für die kleineren Rollen sind kompetente Sänger eingesetzt.

Während die Handlung zunächst ein wenig schleppend in Gang kommt, gewinnt die Aufführung kurz vor der Pause mit dem von der Tritsch-Tratsch-Polka von Johann Strauß garnierten Opernball an Fahrt, auch ein Verdienst des sein vorzügliches Orchester befeuernden Dirigenten Pitr Oleksiak.

Auch die wechselnden Bühnenbilder, durch die raffiniert eingesetzte 3 D-Videotechnik ermöglicht, tragen zum Erfolg des Musicals bei.