Von der Liebe zur Musik und einem Pilgerzug nach Mainz

Lukas Witzel aus der Rhön leitet eine Musical-Produktion an der Gutenberg-Universität

17. Dezember 2013
hofbieber

Lukas Witzel hat schon in seinem Heimatort Schwarzbach in der Rhön musikalische Projekte geleitet, er sang und spielte Trompete. Nun wurde er zum musikalischen Leiter der Musicalproduktion der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Mit unserer Zeitung sprach er über die Produktion, seine Kollegen und seine Liebe zur Musik.

Lukas Witzel studiert Musik und Geschichte auf Lehramt an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Dort hat der 21-Jährige nun den Posten des Musikalischen Leiters der Musicalproduktion übernommen. Um das Ensemble zu beschreiben, benutzt er immer wieder Begriffe wie Freundschaft, Lachen und Gemeinschaftsgefühl. Man merkt, dass der junge Student nicht nur wegen der musikalischen Herausforderung selbst engagiert bei der Sache ist.

Die Leidenschaft des Schwarzbachers, einem Ortsteil von Hofbieber, begann bereits als Kleinkind mit der musikalischen Früherziehung. Später lernte er Trompete und begann als Jugendlicher im Chor zu singen. Natürlich gab es auch andere Hobbys, aber zur Konkurrenz wurden sie seiner großen Liebe nicht. "Die Musik war immer da und hat mir von Klein auf Spaß gemacht", erklärt er. So hat sich der Student immer wieder in den verschiedensten Genres ausprobiert. Er spielte etwa Trompete in der Ska-Band Skabrot. Das Musical hat ihm aber schon früh besonders gefallen.

Dennoch beruht sein Eintritt in die Gruppe auf einem Zufall, denn als er neu an die Uni kam, wollte er bei der damaligen Musicalproduktion von "Frühlings Erwachen", einer Adaption des Theaterstücks von Frank Wedekind, gar nicht mitwirken. "Ich wollte mich erst mal einleben und war noch sehr an meine Heimat gebunden." Als dann aber drei Darsteller absprangen, ging er doch zum Casting und bekam die Rolle des Moritz, der mit sein Freunden die Turbulenzen des Erwachsenwerdens erlebt. Seitdem ist der Student fest in der Gruppe verankert. "Ich habe auch noch einige Projekte in Schwarzbach, aber auf dem Musical liegt im Moment der Fokus", erzählt er. In seiner Heimat wirkt er zudem weiter im Musikverein Schwarzbach mit, außerdem singt er im dortigen Jugendchor, den er mitgegründet hat, sowie im Gospelchor Inspirations in Langenbieber.

Als Musikalischer Leiter in Mainz trägt der junge Mann nun noch mehr Verantwortung. So gehört er zum Kreativteam der Produktion, castet, leitet Proben und hilft den anderen Darstellern beim Lernen ihrer Rollen und Gesangsparts. Außerdem spielt Witzel selbst auch noch eine Rolle in "Curtains – Vorhang auf für Mord", dem diesjährigen Stück der Gruppe. Trotz der vielen Aufgaben und dem Studium beschreibt der 21-Jährige seine vielen Aufgaben nicht als stressig oder anstrengend. "Die Freude und der Applaus des Publikums entschädigt mich für die harte Arbeit."

Obwohl Witzel momentan recht weit von Schwarzbach entfernt wohnt, fühlt er sich immer noch sehr mit seiner Heimat verbunden. Und der Kontakt ist noch immer sehr eng. "Wenn das Musical läuft wird aus Schwarzbach regelrecht nach Mainz gepilgert und ich freue mich wahnsinnig darüber", erzählt er mit einem Lächeln auf den Lippen.