LKA-Experten finden Ursache für tödlichen Brand im antonius-Haupthaus

08. November 2016
Fulda

Die Ursache für den Brand im antonius-Haupthaus, bei dem in der Nacht zum Sonntag ein 31-Jähriger verstorben ist, ist wohl gefunden. Das defekte Kabel eines Dreifachsteckers soll das Feuer verursacht haben. Die Staatsanwaltschaft hat derweil die Obduktion des Leichnams angeordnet, erklärte Polizeisprecher Wolfgang Keller.

Experten des Hessischen Landeskriminalamtes (LKA) und Brandursachenermittler der Fuldaer Kriminalpolizei haben am Montag den Brandort untersucht. Dabei stießen sie auf eine Dreifachsteckdose mit kaputtem Kabel. Damit scheint ein technischer Defekt die Brandursache zu sein. Ein offenes Feuer – etwa von einer Kerze – hat es also offenbar nicht gegeben.

Im Bereich der lokalsierten Brandausbruchsstelle hätten sich Teile einer elektrischen Anlage befunden, die unter anderem aus Fernseher und Receiver bestand, konkretisierte Polizeisprecher Christian Stahl am Dienstagvormittag. Diese sei über eine Dreifach-Steckdose an das Stromnetz angeschlossen gewesen. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist der Brand hier auf Grund eines technischen Defekts ausgebrochen“, sagte der Polizeisprecher.

Nach dem verheerenden Brand würden elektrische Geräte im Haus geprüft, wie Heimleiter Rainer Sippel sagte. „Wir checken ohnehin einmal im Jahr alles. Das Problem ist: Wenn die Geräte geprüft wurden, können sie bereits am nächsten Tag durchschmoren.“

Der Bewohner kam wohl durch Rauchgas ums Leben. Eine Obduktion soll am Donnerstag die Todesursache zweifelsfrei klären. Ein Fremdverschulden könne dadurch ausgeschlossen werden. Die Obduktion zähle zum üblichen Vorgehen, es gebe keinen konkreten Tatverdacht, so die Polizei.

Gottesdienst für Verstorbenen

Am Sonntagnachmittag trafen sich Freunde, Bekannte, Bewohner, Mitarbeiter in der Kappelle von antonius-Netzwerk Mensch und trauerten gemeinsam um den Verstorbenen. 300 Menschen nahmen teil. „Die Hausgemeinschaft hält stark zusammen, und viele waren ihm sehr eng verbunden“, sagte Schulte-Lohmöller.

Der 31-Jährige aus dem Landkreis Fulda war schon seit seiner Jugend bei antonius – Netzwerk Mensch und führte ein sehr aktives Leben. „Er hatte Klassenkameraden, Arbeitskollegen, Freunde, Mitbewohner. Dementsprechend groß ist die Betroffenheit“, erklärte antonius-Geschäftsführer Rainer Sippel.

Der Brand war in der Nacht zum Sonntag im obersten Stock des Haupthauses ausgebrochen. Einsatzkräfte hatten den leblosen Körper des 31-Jährigen in seinem Zimmer gefunden. Nach Schätzungen liegt der Sachschaden bei mehr als 100.000 Euro. Das obere Stockwerk des Haupthauses, in dem das Feuer ausbrach, sei für mehrere Monate bis zur Sanierung nicht bewohnbar. / lr, kbk, sar

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