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Änderungen für Autofahrer 2023: Neues bei Führerschein, Versicherung und Verbandskasten

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Von: Elias Bartl

Weniger Förderung für Elektroautos, teurere Versicherungen und neue Verbandskästen: Es gibt einige Änderungen für Autofahrer im Jahr 2023. Hier ein Überblick.

Bremen – Wer A(uto) sagt, muss auch B(ares) sagen. Oder besser gesagt: beiseitelegen. Denn viele Änderungen für Autofahrer im Jahr 2023 werden ins Geld gehen.

Änderung für Autofahrer 2023: Förderung für Plug-in-Hybride läuft aus

So bekommen Käufer von reinen Elektroautos die Neuerungen für Autofahrer in Deutschland zu spüren: Vom kommenden Jahr an erhalten sie weniger Unterstützung vom Staat – der Fördertopf soll gedeckelt werden. Subventionen für Plug-in-Hybridfahrzeuge sollen Ende auslaufen. Laut Regierungskreisen stehen für die Förderung von reinen E-Autos insgesamt 3,4 Milliarden Euro zur Verfügung, die sich wie folgt aufteilen: 2,1 Milliarden Euro für das Jahr 2023 und 1,3 Milliarden Euro für das Jahr 2024.

Vom 1. September 2023 wird durch die Änderungen für die Autofahrer, die im neuen Kalenderjahr greifen, die Förderung auf Privatpersonen beschränkt. Unternehmen gehen dann leer aus. Eine Förderung für Kleingewerbetreibende und gemeinnützige Organisationen werde noch geprüft, so das Ministerium.

Die wichtigsten Änderungen für Autofahrer 2023 im Überblick

Auch an anderer Stelle kommt auf Autofahrer in Deutschland eine Änderung zu, wie kreiszeitung.de berichtet. Denn: Alle deutschen Führerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden, müssen in einem gestaffelten Verfahren nach und nach in einen neuen EU-Kartenführerschein umgetauscht werden. Bundesweit sind das bis zum 19. Januar 2033 rund 43 Millionen Führerscheine. Dies geben EU-Vorgaben vor.

Pflicht zum Führerschein-Umtausch
Ein alter und neuer Führerschein liegen auf einem Tisch. Weitere Jahrgänge müssen den „Lappen“ umtauschen. © Andrea Warnecke/dpa

Führerscheine sollen künftig EU-weit einheitlich und fälschungssicher sein. Außerdem sollen alle Führerscheine in einer Datenbank erfasst werden, um Missbrauch zu vermeiden.

Für die nächsten Geburtsjahrgänge, nämlich von 1959 bis 1964, gilt eine Frist bis 19. Januar 2023. Die Jahrgänge 1965 bis 1970 müssen ihre alten Führerscheine bis 19. Januar 2024 umtauschen. Dann folgen Jahr für Jahr immer neue Geburtsjahrgänge. Die letzte geplante Frist ist der 19. Januar 2033. Dieser Termin gilt für Autofahrer, die vor 1953 geboren sind sowie für Führerscheine, die von 2012 bis zum 18. Januar 2013 ausgestellt wurden. Nach diesem Datum ausgestellte Führerscheine entsprechen bereits den neuen EU-Vorgaben.

Ab dem 1. Februar 2023 ist ein neuer Verbandskasten mitzuführen

Nicht gänzlich neu, sondern schon etwas älter, ist eine andere Änderung für Autofahrer in Deutschland: Schon seit dem 1. Februar 2022 gilt für Verbandkästen in Autos die neue DIN-Norm 13164:2022. Zur vorgeschriebenen Ausstattung des Erste-Hilfe-Kastens im Pkw gehören seitdem auch zwei Mund-Nase-Bedeckungen. Bisher genügte es, zwei FFP2-Masken in seinem alten Verbandkasten mitzuführen. Ab dem 1. Februar 2023 endet dann die Übergangsfrist für die neue Norm. Ab dann muss ein entsprechend genormter Verbandkasten mitgeführt werden.

Wer diese Vorgabe bisher noch nicht umgesetzt hat, hat im Jahr 2023 allerdings noch bis zum 31. Januar Zeit, den Verbandskasten nachzurüsten. Erst ab dann ist das Fehlen der Masken mit einem unvollständigen Verbandskasten gleichgestellt. Laut ADAC können in diesem Fall Bußgelder anfallen.

Auch im Hinblick auf den Urlaub sollten Autofahrer aufpassen. So wird das Fahren auf österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen nächstes Jahr teurer. Der Preis für die Vignette steige um 2,8 Prozent, teilte der Autobahnbetreiber ASFINAG mit. Die Pkw-Jahres-Vignette werde damit 96,40 Euro, die Zehn-Tages-Vignette 9,90 Euro kosten. Die neue Vignette für das Jahr 2023 wird in den letzten Novembertagen 2022 bei rund 6000 ASFINAG-Vertriebspartnern im In- und Ausland oder digital erhältlich sein und ist ab 1. Dezember 2022 gültig.

Autofahrer aufgepasst: Autobahn-Vignette in Österreich wird teurer

Auf viele Autobesitzer kommen zudem Preiserhöhungen ihrer Versicherer zu. Nach Einschätzung der beiden Portale Check24 und Verivox werden insbesondere die Preise für Bestandskunden deutlich anziehen. Das könnte den Wettbewerb im diesjährigen Herbst befeuern, wenn wie gehabt Millionen Autofahrer vor dem Jahreswechsel nach billigeren Tarifen suchen. Ob und wie sehr sich auch diese Neuverträge verteuern, darüber sind sich die Fachleute in den beiden Unternehmen uneins. Verivox erwartet teurere Tarife auch für Neukunden, Check24 rechnet zumindest für die nächsten Wochen mit sinkenden Preisen.

Hauptursache der Entwicklung ist die Schadeninflation. Die Autohersteller erhöhen ihre Ersatzteilpreise alljährlich kräftig, zudem sind auch Autos selbst erheblich teurer geworden. Wollen die Versicherungen nicht ins Minus rutschen, müssen sie ebenfalls die Preise erhöhen. Insofern könnte die Schnäppchenjagd in diesem Jahr anders ausfallen als gewohnt: Anstelle billigerer Verträge werden Autofahrer womöglich nach Policen suchen, bei denen sich der Preisanstieg in Grenzen hält.

HU-Plakette
Wer im nächsten Jahr zur Hauptuntersuchung geht, bekommt eine orange Plakette.  © Robert Günther/dpa-tmn

Und eine weitere Änderung, die auf Autofahrer zukommt: Die Farbe der TÜV-Plakette ändert im Jahr 2023 ihre Farbe. Wer bisher mit einer rosafarbenen Plakette unterwegs ist, muss im Jahr 2023 zur Hauptuntersuchung. Wer dann im nächsten Jahr mit seinem Auto zur Hauptuntersuchung vorstellig wird, bekommt eine orange Plakette. (mit dpa-Material)

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