Kurioser Verkauf bei „Bares für Rares“. In der ZDF-Trödelshow mit Horst Lichter wurde ein „Nicht parken“-Zettel verkauft. Er stammt dem berühmten Künstler Emil Schumacher.
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Kurioser Verkauf bei „Bares für Rares“. In der ZDF-Trödelshow mit Horst Lichter wurde ein „Nicht parken“-Zettel verkauft. Er stammt dem berühmten Künstler Emil Schumacher.

Grafik gibt Rätsel auf

Bares für Rares (ZDF): „Nicht parken“-Hinweis bringt 1500 Euro ein - „Ist das Kunst?“

  • Sebastian Reichert
    VonSebastian Reichert
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Sehr kurioser Verkauf bei „Bares für Rares“ im ZDF. In der Trödelshow mit Horst Lichter wurden jetzt ein „Nicht parken“-Zettel für 1500 Euro verkauft. Er stammt allerdings von einem weltberühmten Künstler.

Köln - In der „Bares für Rares“-Folge von Montag, 29. November, war unter anderem Ben Gambach aus Pohlheim in Hessen als Verkäufer zu Gast. Er hatte eine Aquatinta-Druckgrafik des Künstlers Emil Schumacher (1912-1999) mit in die ZDF-Trödelshow gebracht. „Das ist definitiv moderne Kunst“, meinte Moderator Horst Lichter zu der abstrakten Kunst. So weit - so normal.

Dann folgte aber im Walzwerk in Pulheim bei Köln die Expertise von „Bares für Rares“-Experte Colmar Schulte-Goltz. Er nahm sich vor allem die Rückseite des Kunstwerkes vor. „Was ist an der Rückseite so besonders?“ Dort befand sich zunächst ein Autogramm von Emil Schumacher auf einem Fotoporträt von ihm. Schließlich deckte Colmar Schulte-Goltz aber noch den Rahmen ab.

Bares für Rares (ZDF): Kurios - „Nicht parken“-Zettel von Emil Schumacher kostet 1500 Euro

Daraufhin wurde die Rückseite der Grafik sichtbar - und eine handschriftlich aufgetragene Botschaft: „Nicht parken - Haus wird gestrichen“. Der Künstler habe in Hagen in Nordrhein-Westfalen in einer sehr schmalen Straße gewohnt, berichtete der Verkäufer. Offenbar habe Emil Schumacher - ein Vertreter des Informel - mit seiner Botschaft das Streichen seines Hauses ermöglichen wollen.

„Das ist ein Stück aus dem Prozess - dieser Zwischenzustand ist nur in diesem Exemplar vorhanden“, meinte Colmar Schulte-Goltz. Der „Bares für Rares“-Experte und auch der Verkäufer sprachen nicht von einem Kunstwerk, sondern von einer Kunstsammlung: Vorabdruck, handsigniertes Autogramm und „Nicht parken“-Botschaft. (Lesen Sie auch hier: Flohmarkt-Fund bringt Verkäufer bei „Bares für Rares“ irre Summe ein)

Aber ist das nicht „ein Ding, was in die Tonne“ sollte, fragte „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter. „Das war doch eigentlich Ausschuss, oder?“ Colmar Schulte-Goltz verwies auf den wertvollen „Müll“ des Künstlers Francis Bacon (1909-1992). Ein Elektriker hatte einmal persönliche Gegenstände und Leinwände des Malers gerettet: Sie spielten später bei einer Auktion 1,4 Millionen Euro ein.

Verkäufer Ben Gambach erklärte zudem, dass Emil Schumacher die Grafik später auch einer befreundeten Familie geschenkt hatte. „Sie gehörte also nicht in die Tonne.“ Die Grafik, die zu einem siebenteiligen Zyklus gehört, zeigt übrigens ein Pferd - ein Motiv, mit dem sich der weltberühmte Künstler Emil Schumacher viel beschäftigte. Schulte-Goltz bezifferte den Wert der Schumacher-Grafik auf 1800 bis 2000 Euro.

Im „Bares für Rares“-Händlerraum, in dem Händlerin Elisabeth Nüdling aus Fulda dieses Mal nicht dabei war, wurde der besondere Wert der Grafik allerdings zunächst nicht erkannt. „Höhlenmalerei“, bemerkte Fabian Kahl. „Ist das Kunst oder kann das weg?“ (Lesen Sie auch hier: „Bares für Rares“-Dreharbeiten in Fulda - Brosche wird für ZDF-Trödelshow umgearbeitet)

Video: „Höhlenmalerei?“ - Kurioses Kunstwerk lässt „Bares für Rares“-Händler rätseln

Auch David Suppes kam der kuriosen Geschichte des Kunstwerks zunächst nicht auf die Spur. „Die Grafik gibt uns Rätsel auf“, sagte er an Verkäufer Ben Gambach gerichtet. Die Werke von Emil Schumacher seien sonst eigentlich in besserem Zustand. Nachdem der „Bares für Rares“-Verkäufer die „Nicht parken“-Botschaft auf der Rückseite gezeigt hatte, mussten alle Händler schmunzeln - und boten schließlich um die Wette.

Mit 300 Euro stieg Wolfgang Pauritsch für die limitierte Aquatinta-Grafik von Emil Schumacher ein. Schnell war der Preis auf 1500 Euro hochgeboten worden - und David Suppes bekam hocherfreut den Zuschlag. „Die Künstler sind immer so exzentrisch“, meinte Wolfgang Pauritsch zur Genese. Und Käufer David Suppes kommentierte die spezielle „Nicht parken“-Botschaft: „Das ist auch so Deutsch!“

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