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Bares für Rares (ZDF): Horst Lichter - Moderator, Koch, Autor, Fünffach-Opa

  • Sebastian Reichert
    vonSebastian Reichert
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Seit dem Start von „Bares für Rares“ 2013 ist Horst Lichter der Moderator der ZDF-Show. Der Koch und bekannte Schnurrbartträger war Restaurant-Inhaber, ist zum dritten Mal verheiratet und hat mit dem Tod einer seiner Kinder und mit einem Schlaganfall schon in jungen Jahren Schlimmes erleben müssen.

Pulheim/Köln - Horst Lichter, seit 2013 der Moderator der ZDF-Show „Bares für Rares“, in der auch regelmäßig Elisabeth Nüdling aus Fulda mitwirkt, wurde am 15. Januar 1962 als ältester Sohn des Bergmannes Anton Lichter und dessen Frau Margret Lichter in Rommerskirchen-Nettesheim bei Köln geboren. Im Alter von 14 Jahren begann er nach der Hauptschule eine dreijährige Ausbildung zum Koch bei Lutz Winter im Hotel-Restaurant „Alte Post“ in Bergheim.

Nach Stationen als Jungkoch in Mönchengladbach und Köln verging dem jetzigen „Bares für Rares“-Moderator zunächst die Lust am Kochen. „Nach der Lehrzeit hatte ich es nur noch mit Cholerikern und Alkoholikern zu tun. Ich musste mich entscheiden, bleibe ich Mensch oder Koch“, berichtete der Rheinländer, der als Teenager bei einem missglückten Salto einen Wirbelbruch erlitten hatte und wiederbelebt werden musste.

Horst Lichter – „Bares für Rares“-Moderator im ZDF, Koch, ehemaliger Restaurant-Inhaber, Autor, Opa

Wie sein Vater arbeitete Horst Lichter (laut Presseberichten ist er 1,72 Meter groß) dann nach der ersten Zeit als Koch einige Jahre als Produktionshelfer in einer Braunkohlefabrik. Im Alter von 19 Jahren heiratete er seine erste Frau Christine. Nach dem Kauf eines Hauses geriet das Ehepaar in finanzielle Schwierigkeiten. Der heutige „Bares für Rares“-Moderator war gezwungen, neben den Schichten in der Brikettfabrik auch noch fünf Tage in der Woche auf einem Schrottplatz zu arbeiten.

Kurze Zeit danach erlebte der „Bares für Rares“-Moderator den nächsten Schicksalsschlag: Die erste Tochter von ihm, Nicole, starb 1984 im Alter von sechs Monaten am plötzlichen Kindstod. „Alles lief schön nach Plan. Und dann ist unser Kind gestorben. Da bin ich das erste Mal im Leben wirklich wach geworden. Das vergisst du nie“, sagte Horst Lichter 2019 in der „Sat. 1“-Late-Night-Show „Dinner Party“.

NameHorst Lichter
Geburtsdatum15. Januar 1962 in Nettesheim-Rommerskirchen
EhefrauNada Lichter (verheiratet seit 2009)
KinderNicole (gestorben), Christopher, Janina sowie eine weitere Tochter

Mit seiner Frau Christine bekam Horst Lichter dann noch zwei weitere Kinder: Christopher Lichter und Janina Lichter. Später lernte er seine zweite Frau kennen. Mit ihr bekam er eine Tochter. Im Alter von 26 Jahren erlitt der Koch einen Schlaganfall, im Alter von 28 Jahren folgte der zweite Schlaganfall zusammen mit einem Herzinfarkt und einer Nahtoderfahrung, wie er 2007 bei Johannes B. Kerner berichtete.

In der Reha-Klinik beschloss Horst Lichter, sein Leben grundlegend zu ändern. Während der „Bares für Rares“-Moderator zunächst weiterhin im Vollzeit-Schichtdienst in der Brikettfabrik arbeitete, eröffnete er am 28. Januar 1990 in einem ehemaligen Tanzsaal und einer früheren Autowerkstatt in Rommerskirchen-Butzheim eine Gaststätte - ein Ort der Geselligkeit, in dem sich alles befand, was sich der Koch wünschte: Oldtimer, alte Motorräder, Kitsch, Antiquitäten, Trödel, Essen und Trinken.

Der Laden von Horst Lichter, in dem er auf einem Kohleherd kochte, wurde immer bekannter und von ihm 1995 zum Restaurant „Oldiethek“ umgewandelt. Die Wartezeit für einen Tisch soll zwischenzeitlich ein Jahr betragen haben. Das Konzept des „Bares für Rares“-Moderators: Kochen mit Zutaten aus der Region und unorthodoxe Zusammenstellungen. Es sollte einfach nur schmecken. Ende 2010 schloss er das Restaurant „Oldiethek“ und verkaufte es.

In der Late-Night-Talkshow „Dinner Party“ bei Sat.1 berichtete Horst Lichter, dass er zwischenzeitlich Schulden in Höhe von einer Million Euro gehabt habe. Seine mittlerweile dritte Ehefrau rettete ihn damals quasi, indem sie ihm ihr ganzes gespartes Geld gab. Nada Sosinka arbeitete damals in der „Oldiethek“ als Kellnerin. Elf Jahre nach ihrem Kennenlernen heiratete der „Bares für Rares“-Moderator seine dritte Ehefrau. Nada Lichter ist zehn Jahre jünger als der heutige Fünffach-Opa.

„Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter wohnt mit seiner dritten Ehefrau Nada in Köln

Zunächst lebte das Ehepaar in Badenweiler im Schwarzwald. Seit 2020 wohnen sie in Köln - auch aufgrund der Moderatoren-Tätigkeit von Horst Lichter bei „Bares für Rares“ (ZDF). Auch das Schreiben von Kochbüchern sowie erste TV-Auftritte halfen, seinen Schulden zu tilgen konnte. Die „Vermögen Magazin“-Redaktion schätzt sein Vermögen Anfang 2021 auf etwa 4,5 Millionen Euro. Seine Gage pro Tag bei Kochshows solle bis zu 10.000 Euro betragen.

„Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter ist seit 2009 in dritter Ehe mit Nada Lichter verheiratet.

Die Fernsehkarriere startete der Fünffach-Opa mit einer Kochshow im WDR. Mit der ZDF-Kochsendung „Kerners Köche“ wurde er ab 2005 einem bundesweiten Publikum bekannt. Auch in der Nachfolgesendung „Lanz kocht“ war der Koch bis 2012 präsent. Markus Lanz schrieb indes über Horst Lichter das Buch „Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott“. Als Moderator und Koch war er von 2006 bis 2017 bei „Lafer!Lichter!Lecker!“ zu sehen.

In der „Küchenschlacht“ wirkte Horst Lichter ab 2008 als Moderator und Jurymitglied mit. „Es war so toll. Auf einmal waren meine Schulden weg“, berichtete er. Als Trödel-Fachmann sucht der Moderator nunmehr seit 2013 in „Bares für Rares“ Zuschauer, die aus ihren Fundstücken in Keller, Speicher oder Garage bares Geld machen wollen. Seit 2017 präsentiert er zudem „Bares für Rares - Deutschlands größte Trödelshow“ als Abendshow in der Primetime mit prominenten Raritätenbesitzern und sieben Händlern als Experten.

Horst Lichter moderiert die ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ seit dem Start im Jahr 2013.

Horst Lichter wurde 2014 mit der „Goldenen Kamera“ als bester TV-Koch ausgezeichnet und erhielt 2019 eine „Romy“ in der Kategorie Show/Unterhaltung. Er ist Autor mehrerer Kochbücher. 2016 veröffentlichte er unter dem Titel „Keine Zeit für Arschlöcher!“ seine Biografie. Für sein neues Buch „Ich bin dann mal still“ (Knaur Balance), das 2021 erschien, verbrachte der gelernte Koch mehrere Tage in einem Schweigekloster.

Der fünffache Großvater und „Bares für Rares“-Moderator, der für seine Trödel- und Sammel-Leidenschaft bekannt ist, erklärte, dass er bestimmt 100.000 Bücher besitze. Die Faszination für Gedrucktes begründete er mit seiner Herkunft. „Ich komme aus armen Verhältnissen. Der einzige Urlaub, den es mal gab, war bei Tante und Onkel in der Eifel. Ich habe auch keine höhere Schule, ich bin Hauptschüler“, erklärte er. „Mit einem Buch aber konnte ich in der Fantasie um die Welt reisen.“

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa

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