„Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter erkannte in der ZDF-Trödelshow einen Teller von Pablo Picasso nicht.
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„Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter erkannte in der ZDF-Trödelshow einen Teller von Pablo Picasso nicht.

Management zu Fake-Frage

Bares für Rares (ZDF): Horst Lichter erkennt echten Pablo Picasso nicht - „kann nicht alles wissen“

  • Sebastian Reichert
    VonSebastian Reichert
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Hat „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter in der ZDF-Trödelshow vom 21. Juni 2021 wirklich einen echten Pablo Picasso nicht erkannt? „Es gibt viele Ton-Sammler“, hatte er gesagt und sich einen Wert von 100 Euro für den Teller vorstellen können. Sowohl Experte Colmar Schulte-Goltz als auch Verkäuferin Christiane Spannagel schmunzeln.

Köln/Fulda - Traditionell werden bei „Bares für Rares“ (ZDF) im Walzwerk in Pulheim bei Köln gern auch Kuriositäten gehandelt. In der Folge, die am Montag (21. Juni 2021) ausgestrahlt wurde, ist aber eher die Unwissenheit von Moderator Horst Lichter kurios. Er erkennt in der Trödelshow, in der auch Schmuck-Expertin Elisabeth Nüdling aus Fulda seit Jahren regelmäßig mit dabei ist, einen echten Pablo Picasso (1881-1973) nicht.

In der „Bares für Rares“-Sendung vom 21. Juni 2021 werden folgende Objekte angeboten: ein Gemälde von Carl Cowen Schirm, ein Bazillusfresser aus Buchenholz, ein Silberset und Bonanza-Figuren - sowie auch eine Platte des berühmten Pablo Picasso. Diese bringt Christiane Spannagel, Arzthelferin aus Krefeld, mit. „Ich glaube schon, dass ich was seltenes dabei habe. Der Teller ist nämlich limitiert“, meint die 62-Jährige.

„Bares für Rares“ (ZDF): Horst Lichter erkennt echten Picasso nicht

Dann aber zeigt sich „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter in Bezug auf den echten Pablo Picasso so unwissend, dass es kaum wahr sein kann. Im Gespräch mit Experte Colmar Schulte-Goltz sagt Horst Lichter: „Das erinnert mich an Urlaub - Frankreich, Spanien, Italien... so aufgeschnittene Melönchen drauf. Da trinkt man ein leckeres Gesöff dazu.“

Und als es um den Wunschpreis geht, setzt „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter noch einen drauf. „Es gibt viele Ton-Sammler“, sagt er zu Verkäuferin Christiane Spannagel. „Wenn ich den so sehe - ohne was zu wissen -, dann könnte ich mir deinen Wunschpreis vorstellen. So als Kleinigkeit für die Urlaubskasse. So ein Hunni. So ein Hunni wäre schon schön, oder?“ Als die Krefelderin meint, dass man da noch eine Null dran hängen müsse, meint Lichter: „Ich glaube, du veräppelst mich.“

Für Aufklärung sorgt dann „Bares für Rares“-Experte Colmar Schulte-Goltz. Der Kunsthistoriker aus Essen identifiziert den Teller als echten Picasso aus dem Jahr 1947. „Wir sehen einen sehr stilisierten, großen Stier und haben einen ursprünglich spanischen Urheber für diesen Teller in die Verantwortung zu nehmen. Nämlich Pablo Picasso“, erklärt Colmar Schulte-Goltz.

„Bares für Rares“: Lichter nach Picasso-Fauxpas - „Ich dachte, der hat nur gemalt“

„Das ist Picasso?“, zeigt sich „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter erstaunt. „Ich dachte, der hat nur gemalt.“ Der Experte erklärt schließlich, dass der berühmte Künstler ein ganz breit gefächertes Œuvre hat. Pablo Picasso habe sehr viel mit Keramik gemacht. In Vallauris an der Côte d’Azur lebte der Spanier mit Marie Françoise Gilot ab 1948 für mehrere Jahre und arbeitete dort in der Manufaktur Madoura.

Bei dem bei „Bares für Rares“ angebotenen Teller handelt es sich um das Motiv mit dem Titel „Engraved bull“ („Taureau gravé“). Die Platte trägt die Nummerierung 130 von 200. „Weltweit gesucht - sehr besonders“, meint Experte Colmar Schulte-Goltz zu dem Originalstück, das Pablo Picasso entworfen, aber nicht hergestellt hat.

„Ich muss ich mich erstmal für meine Unwissenheit entschuldigen“, sagt „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter kleinlaut angesichts des „riesigen Namens“ Pablo Picasso. Und Verkäuferin Christiane Spannagel zeigt sich hoffnungsfroh, einen guten Erlös zu erzielen: „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass der Teller so viel wert ist.“

Video: Horst Lichter ehrlich: Am Anfang hat niemand an „Bares für Rares“ geglaubt

Diesen erkennen die „Bares für Rares“-Händler dann aber offenbar sofort. Wolfgang Pauritsch erzählt in der ZDF-Trödelshow sogar die Geschichte von einem Stierkämpfer, der sich von dem Erlös eines von Pablo Picasso signierten Hutes ein Haus habe kaufen können. Und mitten im Bietergefecht stoppt er die Verkäuferin: „Sie müssen diesen Teller nicht mehr schön reden.“

Letztlich sichert sich David Suppes den Teller von Pablo Picasso. Statt vielleicht eines Hunnis, wie anfangs „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter gesagt hatte, gehen aber 7500 Euro über den Tisch. Suppes wollte den echten Pablo Picasso unbedingt haben. Der Händler hatte die anderen Mitbieter mit Steigerungssprüngen von 500 bis sogar 1000 Euro geschockt.

Bleibt die Frage, ob „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter wirklich den echten Pablo Picasso nicht erkannt hat oder ob seine Unwissenheit gespielt war. Laut dem Management von Horst Lichter hat der Moderator der ZDF-Show den Picasso wirklich nicht erkannt. Eine Sprecherin des Managements von Horst Lichter sagte auf Nachfrage unserer Zeitung“: „Horst Lichter ist in der Sendung der Moderator und kein Experte. Er kann nicht alles wissen.“

Zuletzt hatte Horst Lichter in der ZDF-Show „Bares für Rares“ von seiner Kindheit erzählt. Zudem glich dreimal die erste Einschätzung von Händlerin Susanne Steiger eine Blamage. Immer wieder kommt es in der Show zu Unerwartetem. So sorgte kürzlich bei „Bares für Rares“ auch eine Schallplatte für eine Überraschung – und der Preis überraschte Horst Lichter*. *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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