„Bares für Rares“-Kult-Händler geht in Rente: Ludwig Hofmaier hört bei der ZDF-Trödelshow auf.
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„Bares für Rares“-Kult-Händler geht in Rente: Ludwig Hofmaier hört bei der ZDF-Trödelshow auf.

Vertrag lief bis 2024

Bares für Rares (ZDF): Ludwig Hofmaier hört heimlich auf - Nur noch drei Händler vom Start dabei

  • Sebastian Reichert
    VonSebastian Reichert
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Bei „Bares für Rares“ (ZDF) sind von der Händler-Ursprungsbesetzung jetzt nur noch Fabian Kahl, Walter Lehnertz und Wolfgang Pauritsch weiter dabei. Kult-Händler und Publikumsliebling Ludwig „Lucki“ Hofmaier verabschiedete sich heimlich vom TV-Bildschirm.

Regensburg/Köln - 2013 startete die ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“. Neben Moderator Horst Lichter gehörten die Händler Sandra Vanessa Schäfer, Fabian Kahl, Walter Lehnertz, Wolfgang Pauritsch und Ludwig „Lucki“ Hofmaier zum Start-Team. Während Sandra Vanessa Schäfer nach Staffel 1 ausstieg und viele weitere Händler im Laufe der Jahre, wie Elisabeth Nüdling aus Fulda, hinzustießen, waren die restlichen vier Händler der Ursprungsbesetzung seitdem durchgehend dabei.

Das gilt nun aber nicht mehr für Ludwig Hofmaier. Der 1941 geborene Bayer ist zwar auf der Online-Seite zur ZDF-Sendung unter den „Experten und Händlern“ weiterhin (Stand: 2. Juli 2021) gelistet. Zu sehen in der Trödelshow war der 79-Jährige hingegen schon lange nicht mehr. Am 26. Juni 2020 lief die letzte „Bares für Rares“-Folge mit der Kultfigur aus Bayern. Auch in der „Bares für Rares“-Abendshow mit Horst Lichter, die das ZDF im Juli 2021 von einem Schloss in Hessen sendet, ist „Lucki“ nicht zu sehen.

Bares für Rares (ZDF): Ludwig Hofmaier hört auf - nur noch drei Händler von 2013 dabei

„Ludwig Hofmaier aus Regensburg kauft alles, was man sich in die Wohnung stellen kann“, beschreibt das ZDF seinen langjährigen „Bares für Rares“-Händler, der seit über 50 Jahren in Sammlerkreisen unterwegs ist. „Einen Laden besitzt er nicht, ankaufen und zügig verkaufen ist seine Devise.“ Zu Flohmärkten fuhr er viele Jahre mit einem Wohnmobil, ehe das Fahrzeug 2019 auf einer Autobahn-Raststätte abbrannte.

Der Lebenslauf des langjährigen und nur 1,55 Meter großen „Bares für Rares“-Händlers ist gespickt mit kuriosen Punkten. So beschreibt ihn das ZDF als Weltmeister im Handlaufen. Der Bundeswehroffizier war erfolgreicher Turner und gilt als der erste Deutsche, der den Yamashita-Sprung beherrschte - einen Handstütz-Sprungüberschlag mit Beugen und Strecken der Hüfte in der zweiten Flugphase.

Bereits als Siebenjähriger läuft der spätere „Bares für Rares“-Händler zum Erstaunen der Nachbarn auf den Händen über den First des Elternhauses. Aus Ludwig Hofmaier wird Handstand-Lucki. 1967 läuft er die 1070 Kilometer lange Strecke von Regensburg nach Rom im Handstand. Der geschäftstüchtige Bayer hatte eine Wette über 15.000 Deutsche Mark abgeschlossen und wollte eine Audienz beim Papst bekommen.

Ludwig Hofmaier gewinnt die Handlauf-Wette und darf den Ring beim Papst küssen. Laut dem „Spiegel“ ernährte er sich bei dem 1000-Kilometer-Handlauf hauptsächlich von Ovomaltine-Pulver, Obst und Gemüse. Auch dank seiner Handlauf-Künste, die er immer wieder geschickt vermarktet, betreibt er zwischenzeitlich in Regensburg nach eigenen Angaben erfolgreich drei Lokale: die „Kongo-Bar“ am Neupfarrplatz, das „Aquarium“ in der Pfarrergasse und die „Arco-Bräu-Stuben“ in der Adolf-Schmetzer-Straße.

Anfang der 1970er Jahre führt Ludwig Hofmaier in Steinberg am See dann die Diskothek „Apollo“, die er zu einer Oben-ohne-Bar umwandelt. Danach fängt er an, als Antiquitätenhändler zu arbeiten und ist seit 2013 als Händler dabei, als „Bares für Rares“ im ZDF an den Start geht. Nun hat das Urgestein der Trödelshow zum Abschied noch nicht einmal leise Servus gesagt. Ungewöhnlich für „Lucki“.

Wohnmobil von TV-Trödler Lucki Hofmaier ausgebrannt

Dabei hatte Ludwig Hofmaier, der im Dezember 2021 seinen 80. Geburtstag feiert, bei „Bares für Rares“ eigentlich noch einen Vertrag bis 2024. „Nachdem Ludwig ‚Lucki‘ Hofmaier bereits in den letzten Jahren seine Einsatzzeiten reduziert hatte, ist er nun im verdienten ‚Bares für Rares‘-Ruhestand“, teilte ein ZDF-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur „teleschau“ und dem „Stern“ mit.

Der Ausstieg sei in „beidseitigem Einvernehmen vereinbart worden“. Warum genau sich Hofmaier für ein früheres Ende seiner TV-Karriere bei „Bares für Rares“ entschieden hat, und wie es ihm seither ergangen ist, ist nicht bekannt. Der Publikumsliebling hat aber bereits zwei Schlaganfälle und einen Herzinfarkt hinter sich. Sein Körper wird „Lucki“ gesagt haben, dass er nun kürzer treten muss.

Zuletzt hatte „Bares für Rares“-Händler Julian Schmitz-Avila in der Trödelshow den Spitznamen von ZDF-Moderator Horst Lichter verraten. Glück hatte jüngst ein 34-Jähriger Verkäufer in der ZDF-Sendung: Marcel Reuter rettete einen alten Safaristuhl vor dem Müllcontainer und sahnte dann bei „Bares für Rares“ richtig ab*. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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