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„Bares für Rares“ (ZDF): Fabian Kahl will wertvolles Ölgemälde zerschneiden

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Von: Sebastian Reichert

Ein bei „Bares für Rares“ (ZDF) angebotenes Ölgemälde von Jacobus Johannes van Poorten sollte im Stall hängen. Dann hatte Fabian Kahl eine Zerschneide-Idee.
Ein bei „Bares für Rares“ (ZDF) angebotenes Ölgemälde von Jacobus Johannes van Poorten sollte im Stall hängen. Dann hatte Fabian Kahl eine Zerschneide-Idee. © ZDF (Screenshot: Sebastian Reichert)

Ein bei „Bares für Rares“ im ZDF angebotenes 130 Jahre altes Kuh-Ölgemälde des Malers Jacobus Johannes van Poorten sollte im Stall aufgehängt werden. Dann hatte Fabian Kahl eine Zerschneide-Idee und machte seine Kollegen fassungslos.

Köln - In der „Bares für Rares“-Trödelshow im ZDF vom 3. Februar 2022 konnte Kunsthändler Julian Schmitz-Avila nicht verhindern, dass sein Kollege Fabian Kahl ein über 130 Jahre altes Ölgemälde eines Künstlers aus den Niederlanden kauft. Der 30 Jahre alte Antiquitätenhändler aus Thüringen will das Bild zerschneiden.

Doch bevor es um das Bild ging, das bei „Bares für Rares“ mit Moderator Horst Lichter eigentlich vor einem Stall-Umzug bewahrt werden sollte, schlug zunächst die Stunde von Händlerin Elisabeth Nüdling aus Fulda. Bei einem Sparautomat der Kreissparkasse Kassel, den die Polizisten Sascha Evers (Gudensberg) und Matthias Melin (Bad Harzburg) mitgebracht hatten, bot sie noch nicht mit. (Lesen Sie auch hier: Zeigt dieses bei „Bares für Rares“ (ZDF) verkaufte Bild Kassel? Maler rettete Frau vor Nazis)

Bares für Rares (ZDF): Fabian Kahl will wertvolles Ölgemälde zerschneiden

Und dass, obwohl Elisabeth Nüdling zunächst angemerkt hatte, dass der Automat aufgrund seiner Herkunft aus Hessen „nach Fulda muss“. Beim einem kordellierten Goldring mit einer Zuchtperle war die Schmuckhändlerin dann aber auch aufgrund der Handwerkskunst so begeistert, dass sie ihn von Christiane Walbrecq-Dollmeyer für 400 Euro kaufte.

Dann wollte Kim Block aus Schleswig das Bild von Jacobus Johannes van Poorten (1841-1914) verkaufen. Der Künstler, der in Deventer/Niederlande geboren wurde und in Hamburg starb, hatte das Bild 1888 gemalt. Es wurde wohl noch im Originalrahmen angeboten. J.J. van Poorten war in und um Hamburg tätig und vorwiegend für seine stimmungsvollen Landschaften aus Holstein bekannt.

Die Freunde von Kim Block hatten ein bäuerliches Anwesen gekauft, in dem das Bild hing. Sie waren auf die Idee gekommen, es im Stall aufzuhängen. Von dieser Vorstellung war selbst „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter wenig angetan. Wenngleich er auch zuvor über den Maler gescherzt hatte. „Das muss ein Kuhverehrer gewesen sein. Desto mehr Kühe - desto teurer. Kühe sind schöne Tiere - und so nützlich.“

Experte Albert Maier urteilte hingegen: „Ein sehr, sehr beruhigendes Motiv. Die Auenlandschaft ist sehr gelungen. Solche Motive sind nach wie vor gefragt.“ In gutem Zustand würde das Gemälde 2500 bis 3000 Euro einbringen. Dann aber ein Haken. Das Bild weist im oberen Drittel über eine Baumkrone eine deutlich sichtbare Beschädigung auf. „Man müsste für die Restaurierung 1000 bis 1200 Euro bezahlen, um es wieder gut verkaufen zu können.“

Albert Maier schätzte den Wert im beschädigten Zustand auf 600 bis 800 Euro. Im „Bares für Rares“-Händlerraum im Walzwerk Pulheim bei Köln eröffnete Elisabeth Nüdling: „Wir spekulieren wie wild, was man mit dem Bild anfangen könnte.“ Jan Cizek aus Köln bot 250 Euro. Er wollte aber dafür im Prinzip nur den Rahmen haben, um einen Spiegel reinzutun.

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Vom Plan mit dem Stall wussten die Händler nichts. Doch als Fabian Kahl sein Vorhaben erklärte, zeigte sich Julian Schmitz-Avila aus Bonn nicht weniger schockiert. Fabian Kahl wollte das Bild zerschneiden - also verkleinern und das Format damit entscheidend verändern, um die beschädigte Stelle zu entfernen. „Du willst das abschneiden?“, fragte Roman Runkel aus Linz am Rhein. „Das darfst du nicht in die Hände bekommen“, sagte Julian Schmitz-Avila zu Fabian Kahl.

Beim Bieten behielt der 30-Jährige dann aber die Oberhand und kaufte das über 130 Jahr alte Ölgemälde von Jacobus Johannes van Poorten. „Ich bin sehr gespannt, was er daraus macht“, zeigte sich Verkäufer Kim Block entspannt. „Schauen wir mal, ob das Bild beschnitten auch noch so gut aussieht.“ Zumindest vor dem Stall wurde es bewahrt. (Lesen Sie auch hier: „Bares für Rares“-Händler Steve Mandel erschüttert mit Spruch zur Bestattung der Oma)

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