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Liebesbekundung bei „Bares für Rares“ bei Verkauf von Keramik-Kunst aus Vallauris

Für eine Vallauris-Keramik Peter Ohlendorf von Friedrich Häusser doppelt so viel, wie die Expertin schätzte.
Für eine Vallauris-Keramik Peter Ohlendorf (links) von Friedrich Häusser doppelt so viel, wie die Expertin schätzte. © ZDF

Diese Liebesbekundung bei „Bares für Rares“ zahlte sich aus. Für französische Keramik-Kunst aus Vallauris erzielte ein Verkäufer in der ZDF-Show doppelt so viel, wie die Expertin schätzte.

Köln - In der Folge der beliebten ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ von Dienstag, 12. April, mit Moderator Horst Lichter bringt der 69-jährige Bürokaufmann Peter Ohlendorf aus Günzburg aus Bayern eine Keramik-Obstschale von Jérôme Massier aus Vallauris zum Verkauf in das Walzwerk in Pulheim bei Köln.

Bei „Bares für Rares“ hatte sich Horst Lichter zuletzt verzückt von einem über 100 Jahre altem Akt-Gemälde gezeigt. „Das ist nicht anrüchig. Da ist lieblich gemalt. Das könnte auch in einem Zimmer einer jungen Dame hängen“, meinte der ZDF-Moderator zu dem Ölgemälde von Wilhelm Gallhof.

Liebesbekundung bei Bares für Rares bei Verkauf von Keramik-Kunst aus Vallauris

Doch zurück zu der französische Keramik-Schale: „Ich möchte sie verkaufen, weil ich Angst habe, dass ich sie kaputt mache“, sagt der Verkäufer, der das Objekt von seiner Mutter geschenkt bekommen hat. „Diese Schale ist unglaublich innovativ“, beginnt Dr. Bianca Berding ihre Expertise.

Die Obstschale wurde in den 1950er/1960er Jahre hergestellt. „Das war eine Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, in der Keramik ganz neu gedacht wurde“, erklärt die Kunsthistorikerin. „Man wollte sich von den alten Formen lösen und sich auch von der Form, die jeder gewohnt ist, trennen.“

Das Objekt stammt aus der 1806 gegründeten Manufaktur Massier aus südfranzösischen Vallauris an der Côte d’Azur. „Die Manufaktur spielte mit Materialien und Texturen.“ Die feste Keramik seien wie Seilstränge geflochten. Diese wurden dann burgunderrot glasiert.

Gefertigt wurde die Obstschale von dem Keramikkünstler Jérôme Massier, einem Nachfahren des Töpfers Honore Massier, der die Manufaktur gründete. Der Vater von Jérôme Massier war Clement Massier. Die Familie widmet sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts der künstlerischen Keramik.

Ihr Heimatort Vallauris ist seit dem 16. Jahrhundert durch die Herstellung von Keramik bekannt. Maler Pablo Picasso - dessen Kunst auch schon bei „Bares für Rares“ begutachtet wurde - beeinflusste die Keramik-Herstellung während seines Aufenthalts in Vallauris in den 1950er Jahren wesentlich. In Vallauris lebte der Spanier mit Marie Françoise Gilot ab 1948 für mehrere Jahre.

„Wir haben ein sehr innovatives Objekt aus einem sehr traditionsreichen Unternehmen aus einer traditionsreichen Region“, fasst Bianca Berding zusammen. Die „Bares für Rares“-Expertin schätzt den Wert der roten Massier-Schale aus Vallauris auf 280 bis 350 Euro.

Im Händlerraum, in dem dieses Mal Elisabeth Nüdling aus Fulda und Susanne Steiger aus Köln nicht dabei sind, dafür aber Fabian Kahl aus Thüringen, der jüngst als Naturschützer eine dringende Goldschmuck-Bitte an seine Follower hatte, startete Julian Schmitz-Avila mit einem Gebot von 200 Euro.

Video: „Bares für Rares“-Jubel - Ein-Euro-Fund stellt sich als echter Picasso heraus

Innerhalb von Sekunden steigerte sich aber der Preis durch Gebote von Fabian Kahl, Julian Schmitz-Avila und Friedrich Häusser auf 630 Euro. „Leute, ich liebe euch, ey!“, sagte der Verkäufer freudestrahlend, als Friedrich Häusser sich an die Spitze steigerte. „Ja, wir sind zum Lieben“, entgegnete dieser.

Nach dieser Liebesbekundung will sich Julian Schmitz-Avila aber die Massier-Schale nochmal anschauen. Friedrich Häusser soll die Keramik zu ihm über den Händlertisch schieben. Doch er gibt sich geschlagen. Friedrich Häusser kauft die Schale und zeigt sich glücklich. Der Verkäufer auch - Expertisenpreis verdoppelt!

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