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Corona-Hammer: Bundesland will Quarantäne-Verweigerer zwangseinweisen

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Von: Patrick Mayer, Martina Lippl

Baden-Württemberg geht im Corona-Lockdown einen harten Weg. Für Covid-19-Hotspots gilt im drittgrößten deutschen Bundesland ab sofort eine nächtliche Ausgangssperre, nun gibt es weitere drastische Schritte.

Update vom 8. Dezember, 14 Uhr: Baden-Württemberg will hartnäckige Corona-Quarantäne-Verweigerer zwangseinweisen. Dies erklärte der Landessozialminister Manfred Lucha (Grüne) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung. Demnach sollen Menschen, die sich trotz Corona-Infektion nicht in Quarantäne begeben und auf andere Sanktionen nicht ansprechen, künftig von der Polizei in zentrale Krankenhäuser untergebracht werden können. Die Standorte sollen bis zum Wochenende festgelegt werden.

Baden-Württemberg verbietet Alkoholausschank im Freien

Mit Glühwein ist jetzt dann auch Schluss. Alkoholausschank unter freiem Himmel will Baden-Württemberg ebenfalls verbieten. Man werde ein flächendeckendes Alkoholverbot in die nächste Corona-Verordnung aufnehmen, kündigte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Dienstag in Stuttgart an. Die Kommunen sollten das schon zum 3. Advent umsetzen.

Für Corona-Hotspots mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 300, sollen weitere drastische Corona-Maßnahmen beschlossen werden. Das kündigte Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) am Dienstag an. Wie dieses aussehen ist zunächst noch unklar.

„Bisher ist ja nur der Stadtkreis Pforzheim betroffen, aber auch der Stadtkreis Heilbronn bewegt sich bedrohlich in diese Richtung“, sagte Kretschmann, wie SWR.de berichtet. In Pforzheim liegt der Wert derzeit bei 327,9.

Baden-Württemberg verfolgt bisher eine 200er-Hotspot-Strategie. Überschreiten Regionen oder Städte an mindestens drei Tagen in Folge den kritischen Wert von 200, müssen strengere Corona-Maßnahmen, wie schärfere Kontaktbeschränkungen und nächtliche Ausgangssperren, eingeführt werden.

In Mannheim gilt bereits eine nächtliche Ausgangssperre (bis zum 14. Dezember). Weil die Infektionszahlen nicht sinken, müssen Friseure jetzt ab Mittwoch schließen - auch Barbershops und Sonnenstudios. Im Einzelhandel sind keine Verkaufs- oder Rabattaktionen mehr erlaubt (bis zum 23. Dezember). Es gibt weitere Kontaktbeschränkungen - ohne Ausnahmen. Die Kontaktbeschränkungen werden auf zwei Haushalte und maximal fünf Personen beschränkt.

Über der 200er-Inzidenz liegen laut RKI-Angaben Lörrach (205,9), Tuttlingen (209,6), Calw (214,2), Heilbronn (286,0) und der Enzkreis (217,59).

Update vom 6. Dezember, 10.58 Uhr: Baden-Württemberg hat für Corona-Hotspots nächtliche Ausgangsbeschränkungen* erlassen. In der kommenden Woche sollen die neuen Regeln umgesetzt werden, auch strengere Kontaktbeschränkungen sind dann möglich. Einzelne Landkreise haben bereits ihre Corona-Regeln verschärft.

Heilbronn (221,2) und der Kreis Lörrach (195,9) könnten von den neuen Corona-Regeln betroffen sein. Eine „besonders extreme Infektionslage“ liegt bei einer 7-Tage-Inzidenz über einen Wert von 200 an drei Tagen in Folge vor, so die baden-württembergische Landesregierung. In Baden-Württemberg liegt im Durchschnitt die 7-Tage-Inzidenz bei 144,2, teilt das RKI am Sonntag mit.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Ein Schild mit der Aufschrift Polizeikontrolle steht in der Innenstadt von Mannheim
Corona in Baden-Württemberg: Die Polizei kontrolliert die nächtliche Ausgangssperre in den Corona-Hotspots wie Mannheim- © Uwe Anspach/dpa

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Nachdem der Lockdown Light am Mittwoch (2. Dezember) in der Coronavirus-Pandemie* in Deutschland verlängert worden war, geht ein Bundesland jetzt noch einen Schritt weiter: Baden-Württemberg verkündete an diesem Donnerstag (3. Dezember) nächtliche Ausgangsbeschränkungen für alle Landkreise und kreisfreien Städte mit einer 7-Tage-Inzidenz* über 200.

Konkret: In Corona-Hotspots in Baden-Württemberg dürfen die Bürger künftig nachts nur noch mit triftigen Gründen das Haus verlassen. Darauf einigte sich die Landesregierung in Stuttgart an diesem Donnerstag.

Corona-Pandemie in Baden-Württemberg: Nächtliche Ausgangssperre für sieben Landkreise und Städte

Hohe Corona-Fallzahlen: Mannheim in Baden-Württemberg.
Hohe Corona-Fallzahlen: Mannheim in Baden-Württemberg. © Uwe Anspach/dpa

Betroffen sind demnach nach aktuellem Stand sieben Landkreise und/oder Städte. Darunter ist auch die Großstadt Mannheim (rund 310.000 Einwohner). Wie die Stuttgarter Zeitung schreibt, fallen auch folgende Städte und Landkreise im Südwesten unter die neue Covid-19-Regel:

kreisfreie Stadt / Landkreis in Baden-Württemberg7-Tage-Inzidenz über 200
Heilbronn Stadt258 Ansteckungen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen
Mannheim257
Pforzheim251
Tuttlingen242
Ostalbkreis241
Schwarzwald-Baar-Kreis222
Lörrach213

Ausnahmen von der Ausgangssperre sollen nur für medizinische Notfälle oder aus Arbeitsgründen gelten. Zuvor hatte bereits der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) wegen ausufernder Corona-Infektionszahlen nächtliche Ausgangsbeschränkungen für seine Stadt angekündigt.

Diese sollen in Mannheim ab Freitagabend in Kraft treten und für acht Tage zwischen 21 und 5 Uhr gelten.

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Nur zwischen dem 23. und 27. Dezember dürfen sich im Südwesten bis zu zehn Personen aus Familien oder Freundeskreisen treffen, ansonsten gilt auch über Silvester die Begrenzung auf fünf Personen. (pm mit Material der dpa) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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