Schrittweise Lockerungen

Schulstart in der Corona-Krise: Bilanz nach einer Woche Unterricht in Niedersachsen

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Schulstart nach Corona in Niedersachsen: Kultusminister Tonne zieht eine Woche nach der Schulöffnung erste Bilanz.

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Mittwoch (15.04.2020) mit den Länderchefs über eine Lockerung der Corona-Maßnahmen* verständigt
  • Schulen werden schrittweise ab dem 27.04.2020 geöffnet
  • Kulturminister Hendrik Tonne gegen Verkürzung der Sommerferien.
  • Kultusminister der Bundeskänder haben sich am Dienstag (28.04.2020 auf das wetere Vorgehen geeinigt.

Update vom Sonntag, 03.05.2020, 07.03 Uhr: 

Nach einer Woche Schulunterricht in Niedersachsen hat Kultusminister Grant Hendrik Tonne eine erste Bilanz gezogen. Die erste Woche sei demnach „sehr ordentlich verlaufen", sagte Tonne am Wochenende.

„Die Schulen haben sich ausgezeichnet vorbereitet." Einige Schüler seien aber den Umständen entsprechend verunsichert. Viele Kinder durften in vergangenen Wochen kaum außer Haus gehen und hatten wenig Kontakt mit Gleichaltrigen. "Deshalb ist derzeit Schule auch über das Lernen hinaus wichtig, weil die Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig beim Ankommen in einer neuen Normalität stützen und ihnen die Lehrkräfte dabei zur Seite stehen."

Schulstart in Niedersachsen nach Corona-Pause: Kultusminister antwortet auf Kritik

"Deshalb ist derzeit Schule auch über das Lernen hinaus wichtig, weil die Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig beim Ankommen in einer neuen Normalität stützen und ihnen die Lehrkräfte dabei zur Seite stehen." 

Der Kultusminister antwortete auch auf wiederholte Kritik des Lehrerverbands VNL/VDR. Diese hatten unzureichende Hygienestandards an vielen Schulen moniert. "Die Schulen sind unterschiedlich ausgestattet, das ist allgemein bekannt." Die Schulträger seien aber darum bemüht die Probleme zu lösen. 

Um eine Infektion mit Corona zu vermeiden müssen Schüler einen Mindestabstand eingehalten und die Klassenstärke ist auf 16 Schüler begrenzt. Der Sportunterricht ist ausgesetzt. Eine allgemeine Maskenpflicht gibt es aber nicht. "Ich gehe davon aus, dass das Coronavirus uns noch länger beschäftigen wird", sagte Tonne. "Wir müssen uns schützen, gleichzeitig Bildung ermöglichen und mit einer veränderten Normalität leben."

Schulstart in Niedersachsen nach Corona-Pause: Bis zu den Sommerferien kein regulärer Unterricht

Update, 28. April, 14.33 Uhr: Die Kultusminister der Bundesländer haben sich am Dienstag (28.04.2020) auf das weitere Vorgehen bei den Schulen nach der Corona-Pause geeinigt: Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Dr. Stefanie Hubig, hat die wichtigsten Ergebnisse der Beratungen in einer Pressekonferenz präsentiert. „Es wird vor den Sommerferien kein reguläres Unterrichtsgeschehen mehr stattfinden können“, kündigte Hubig an.

Dennoch: Jeder Schüler solle noch vor den Sommerferien tage- oder wochenweise am Unterricht in den Schulen teilnehmen können.

Schulstart in Niedersachsen nach Corona-Pause: Infektionsgeschehen ist maßgeblich 

Der Gesundheitsschutz von Schülern, Lehrern und anderen Beteiligten stehe an erster Stelle, auch wenn das Recht auf Bildung ebenfalls ein sehr hohes Gut sei. Deshalb sei beim weiteren Vorgehen der Schulöffnungen das Corona-Infektionsgeschehen maßgeblich, betonte Hubig. Die Bildungsministerin betonte zudem, dass eine gute Verzahnung von digitalem Lernen und Präsenzunterricht notwendig sei. Dafür sollen bedürftige Schüler mit der notwendigen technischen Ausrüstung ausgestattet werden.

Bei den Beratungen haben die Kultusminister ein Rahmenkonzept für die schrittweise Wiedereröffnung der Schulen entwickelt, das unter anderem die Organisation des digitalen Lernens, die Gestaltung Schulbesuchs entsprechend der neuen Auflagen und dem Transport von Schülern zur Schule widmet. Dieses Rahmenkonzept soll nun noch den Ministerpräsidenten der Länder vorgelegt werden, bevor es dann veröffentlicht wird.

Schulstart in Niedersachsen nach Corona-Pause: Das sagt der Kultusminister

Update vom Freitag, 24.04.2020, 13.57 Uhr: Kultusminister Grant Hendrik Tonne erläuterte am Donnerstag in einer Rede im Landtag einige Details zur Schulöffnung in Niedersachsen. In seinem Vortrag beantwortete er häufig gestellte Fragen, wie genau die Schulöffnung am Montag (27.04.2020) trotz Corona-Krise umgesetzt werden solle. 

Eine der Fragen lautete, wie die Landesregierung den Schulen helfen will, die Hygienemaßnamen zu gewährleisten. Laut Tonne gebe das Land den Schulen einen „Rahmenhygieneplan an die Hand, der die schuleigenen Hygienepläne für die Zeit der Pandemie ergänzt“. Dieser Plan sei mit den Schulen abgestimmt. 

Eine der wichtigsten Maßnahmen in den Schulen in Niedersachsen sei dabei die vorgeschriebene Halbierung der Klassenstärke. Dies solle ermöglichen, dass die Schüler den notwendigen Mindestabstand auch in den Klassenräumen einhalten können. 

Schulstart nach Corona in Niedersachsen: Keine Maskenpflicht in der Schule aber im Schulbus

Zum Schulstart würden die Hygienevorschriften in allen Schulen ausgeweitet. Eine generelle Maskenpflicht erachtet die Landesregierung allerding nicht als notwendig. Dafür gibt es laut Tonne allerdings Ausnahmen. Auf dem Weg zur Schule zum Beispiel im Schulbus und in der Bahn und auch in Fällen in der Schule, bei denen der notwenige Mindestabstand nicht mehr eingehalten werden kann, müssen die Schüler eine Maske tragen, erläuterte Tonne. 

Eine weitere Frage lautete, in welcher Weise das Land Niedersachsen die Lehrer und Schulen bei der Umsetzung des Schulstarts unterstützt. Tonne führte aus, dass Schüler und Lehrer in Niedersachsen Zugriff auf das Online-Portal lernenzuhause.nibis.de des Niedersächsischen Bildungsservers NiBiS haben. Dort werden sowohl Lernmaterialen zum selbstorganisierten Lernen angeboten als auch Online-Materialien für Lehrer. 

Schulstart nach Corona in Niedersachsen: Besondere Maßnahmen für schwache Schüler sollen

Update vom Samstag, 18.04.2020, 19.55 Uhr: Schwache Schüler sollen nicht unter dem Unterrichtsausfall wegen der Corona-Krise leiden. Das Land habe an die Schulen die klare Botschaft gerichtet, dass es nicht "Business as usual" geben solle, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Samstag auf NDR 1 Niedersachsen.

Normalerweise müssen im April bei versetzungsgefährdeten Schülern "Blaue Briefe" verschickt werden. Es gebe die Bitte an Lehrer und Schulen, bei der Leistungsbewertung die derzeit besondere Situation zu berücksichtigen. Schüler hätten auch Anspruch, mit Nachprüfungen und zusätzlichen Leistungen ihre Noten zu verbessern. In Niedersachsen sind die Schulen seit Mitte März geschlossen. Vom kommenden Mittwoch an sollen Schüler Online-Unterricht erhalten. Ab 4. Mai sollen die Klassen schrittweise wieder in die Schulen  zurückkehren. Für die Abschlussklassen der Jahrgänge 10 und 13 beginnt der Unterricht bereits am 27.04.2020.

Schulstart nach Corona in Niedersachsen: Kulturminister gegen Verkürzung der Sommerferien

Update vom Samstag, 18.04.2020, 10.50 Uhr: Grant Hendrk Tonne, der Kulturminister von Niedersachsen, hält nichts von einer Debatte über die Verkürzung der Sommerferien wegen der Corona-Krise. „Bei allem, was wir machen, bemühen wir uns derzeit, die Eckdaten, die man kennt, die verlässlich sind, sie auch zu halten“, sagte er am Samstag (18.04.2020)  auf NDR 1 Niedersachsen. 

Es sei wichtig, nicht noch mehr Unsicherheit und Unklarheit hervorzurufen. Der Termin der Sommerferien sei wichtig für die weiteren Planungen, etwa für Prüfungen. „Ich finde, diese Debatte braucht im Moment keiner“, sagte der SPD-Politiker.

Corona in Niedersachsen: Schäuble ist für kürzere Sommerferien

Update vom Freitag, 17.04.2020, 11.00 Uhr: In einem Interview schlägt Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble eine Verkürzung der Sommerferien aufgrund der Corona-Krise vor. „Bis auf Ausnahmen bleiben die Schulen noch einige Zeit geschlossen. Daher frage ich mich, ob die Verantwortlichen in den Ländern darüber nachdenken, die Schulferien in der Sommerzeit etwas zu verkürzen", sagte der CDU-Politiker der Zeitung „Augsburger Allgemeine". Dadurch solle Schülern die Möglichkeit gegeben werden, Schulstoff nachzuholen.

 „Im Moment ist ohnehin noch aus vielen Gründen unklar, wann und wie man im Sommer verreisen kann", sagt Schäuble im Interview. „Das Urlaubskonto vieler Eltern dürfte durch die Krise jetzt schon strapaziert sein." Deshalb könne er die verstehen, "die sich fragen, wie sie da noch sechs Wochen Sommerferien organisieren sollen". 

Schulstart in Niedersachsen nach Corona-Pause: Widerstand gegen kurze Sommerferien

Gegen die Idee gibt es allerdings auch Widerstand aus der Lehrerschaft: „Ich glaube, zum jetzigen Zeitpunkt eine Diskussion um die Verkürzung von Sommerferien zu führen, geht eigentlich fehl", sagte der Präsidenten des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, im „Deutschlandfunk". „Ich glaube auch, dass das gar nicht mal den großen Effekt hat.“ Vielmehr brauche es jetzt „ein großes Gesamtkonzept". 

Meidinger äußerte sich auch zu einem Vorschlag der Bildungsgewerkschaft GEW: Diese hatte einen „Corona-Bonus“ bei den Schulnoten in diesem Schuljahr ins Spiel gebracht. "Jetzt sollen mal die Prüfungen geschrieben werden", sagte Meidinger dazu. "Wenn sich tatsächlich herausstellt, dass da eine besondere Situation war, die zu schlechteren Ergebnissen geführt hat, dann muss man sich wirklich diese Geschichte anschauen."zla

Schulstart in Niedersachsen nach Corona-Pause: Online-Unterricht schon im April. 

Update vom Donnerstag, 16.04.2020, 17.16 Uhr: Nach dem Corona-Lockdown sollen in Niedersachsen die Schulen ab dem 27.04.2020 langsam wieder geöffnet werden. Zunächst nur für die Abschlussklassen der Jahrgänge 10 und 13, ab dem 04.05.2020 sollen langsam weitere Klassen folgen, berichtet die dpa. Am Donnerstag wurden weitere Details zum genauen Vorgehen in Niedersachsen bekannt gegeben. 

So sollen die Schüler bereits ab Mittwoch, 22.04.2020, online unterrichtet werden. Niedersachsens Gesundheitsminister Grant-Hendrik Tonne betonte am Donnerstag, dass alle Schüler die noch nicht zurück in die Schule können oder aus gesundheitlichen Gründen nicht dürfen, würden von den Lehrkräften Aufgaben und Lehrpläne für zu Hause.

Schulstart in Niedersachsen nach Corona-Pause: Viertklässler starten am 04. Mai

Für die vierten Klassen der Grundschule startet der Unterricht am04.05.2020 und für die 12. Klasse am 11.05.2020. Vom 18.05.2020 an sollen die 9., 10. und 3. Klassen wieder in die Schulen gehen. 

Zwischen Ende Mai und Mitte Juni folgen dann die übrigen Klassen. "Dies alles geschieht mit Blick auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens", sagte Tonne gegenüber der dpa: "Der Schutz der Gesundheit muss an erster Stelle stehen."

Schulstart in Niedersachsen nach Corona-Pause: Klassen werden geteilt

Beim Wiederanlauf des Schulunterrichts in Niedersachsen nach der Corona-Pause sollen die Klassen geteilt werden und die Schüler dann tage- oder wochenweise abwechselnd in die Schule kommen. "Wir werden eine Kombination des Lernens aus Präsenz im Klassenzimmer und Lernens zu Hause haben", sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Donnerstag in Hannover. Das entsprechende Verfahren könnten die Schulen selber wählen. Große Klassen müssten gegebenenfalls gedrittelt werden. 

Schulstart in Niedersachsen nach der Corona-Pause: Lernen mit Skype und WhatsApp

Sportunterricht und gruppenübergreifendes Lernen werde es laut Tonne vorerst nicht mehr geben. Auch die Pausen sollten zeitlich versetzt organisiert werden. Dabei müssten die Schüler den Sicherheitsabstand untereinander einhalten, betonte Tonne. Für die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern im Rahmen des Online-Unterrichts sollen die Messengerdienste Skype und WhatsApp zur Nutzung freigegeben werden. Dieser startet verpflichtend für alle am kommenden Mittwoch. Die niedersächsische Bildungscloud geht ab Anfang Mai verfrüht an den Start.

Die Bundesländer entscheiden selbst über die Öffnungen der Schulen: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erklärt den Sonderweg des Freistaates - hier geht es ab dem27. April zunächst mit den Abschlussklassen los, wie merkur.de* berichtet.

Schulstart in Niedersachsen nach der Corona-Pause: Detailliertes Konzept soll folgen

Update vom Mittwoch, 15.04.2020, 19.28 Uhr: Die Schulen in Niedersachsen sollen ab dem 27. April zunächst für die Abschlussklassen wieder öffnen. Das gab der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch in Hannover bekannt. 

Am 4. Mai sollen dann weitere Klassen folgen. Die Kultusminister der Länder sollen dafür noch ein detailliertes Konzept ausarbeiten. Außerdem werde Niedersachsen die Notbetreuung im Land erweitern.

Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Niedersachsen: Termin für Schulstart steht

Update vom Mittwoch, 15.04.2020, 17.12 Uhr: Aller Voraussicht nach soll am Montag, den 4. Mai 2020 der Schulbetrieb in Niedersachsen nach der durch Corona bedingten Zwangspause wieder aufgenommen werden. Den Beginn sollen die Abschlussklassen sowie die Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen, und die obersten Grundschulkassen machen. Anstehende Prüfungen sind bereits vorher möglich. Darauf verständigten sich Bund und Länder.

Schulstart in Niedersachsen nach Corona-Pause: Ministerpräsident warnt

Update vom Mittwoch, 15.04.2020, 14.48 Uhr: Die Debatte über mögliche Schulöffnungen in der aktuellen Corona-Krise schlägt hohe Wellen. Der Ministerpräsident von Niedersachsen, Stephan Weil (SPD), warnte noch am Dienstag (14.04.2020) vor einer vorschnellen Hoffnung auf Lockerungen.

Derzeit berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderchefs über das weitere Vorgehen und über einen möglichen Schulstart. Wie nun bekannt wurde, sollen erste Eckpunkte für eine Einigung bereits feststehen.

Wie t-online.de aus Verhandlungskreisen erfahren haben will, bleiben die Schulen in Deutschland voraussichtlich noch bis zum 3. Mai 2020 geschlossen. Außerdem dränge das Kanzleramt wohl darauf, die Schulen zunächst für ältere Schüler zu öffnen. Bei einer Einigung würde diese Entscheidung auch für die Schulen in Niedersachsen gelten. Eine offizielle Bestätigung steht aber noch aus.

Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Niedersachsen: Schulen könnten wieder öffnen

Erstmeldung vom Mittwoch, 15.04.2020: Hannover - In Niedersachsen wird die Forderung nach Klarheit im Umgang mit Schulen und Kindertagesstätten laut. Diese sind seit dem Corona-Lockdown* geschlossen. Am Mittwoch (15.04.2020) berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderchefs über das weitere Vorgehen und über einen möglichen Schulstart.

Schulstart in Niedersachsen: Ministerpräsident warnt vor vorschnellen Corona-Lockerungen

Vor einer vorschnellen Hoffnung auf Lockerungen warnte am Dienstag der Ministerpräsident von Niedersachsen, Stephan Weil (SPD). Damit bildet er einen Gegenpol zu der Wissenschaftsakademie Leopoldina. Auf deren Forderungen nach Lockerung der Corona-Regeln gab es verschiedene Echos aus der Bundesrepublik.

Laut dem SPD-Politiker Weil könnte man derzeit nur über vorsichtige Schritte reden. Auch nach diesen sei erstmal nur ein schrittweises Vorgehen verstellbar, so Weil. Es gilt somit als unwahrscheinlich, dass der Schulstart in Niedersachsen bereits am Montag vollzogen werden könnte.

Eine schrittweise Rückkehr zum Unterricht in Niedersachsen hält auch der Verband Bildung und Erziehung (VBA) für die einzig realistische Möglichkeit. Die Gewerkschaft fordert vom Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) mehr Klarheit über das weitere Vorgehen.

Schulstart in Niedersachsen: Forderung nach Schutz vor Corona statt Lockerung

Zu Wochenbeginn forderte die Leopoldina den Schulstart zuerst für die unteren Jahrgänge. Dies begründeten die Wissenschaftler damit, dass sich die älteren Schüler besser auf das selbstständige Lernen einlassen könnten. Die genau gegenteilige Auffassung vertrat am Dienstag (14.04.2020) das Robert Koch-Institut (RKI). Das RKI gab an, dass sich ältere Schüler eher an Mindestabstände halten würden und deshalb eher in die Schule zurückkehren sollten.

Aus Sicht der Bildungsgewerkschaft GEW hat die Reihenfolge der Rückkehr beim Schulstart in der Corona-Krise aber nicht oberste Priorität. Laut der Landeschefin Laura Pooth muss es in Niedersachsen in erster Linie um den Gesundheitsschutz aller Beteiligten gehen.

Sie verwies zudem darauf, dass die Ausstattung der Schulen in Niedersachsen mit den notwendigen Hygienevorrichtungen, wie beispielsweise Warmwasser, Desinfektionsmittel und Seife, ausschlaggebend sei. Pooth kritisierte außerdem, dass man das Bildungssystem „so lange kaputtgespart“ habe und es sich nun „in diesen Krisenzeiten“ räche.

Lockerungen in Niedersachsen: Eltern kritisieren Schulstart-Pläne trotz Corona

Auch die Eltern fragen sich, wie es denn nun weitergehen soll - nicht zuletzt, weil viele von ihnen selbst berufstätig sind. Cindy-Patricia Heine, Vorsitzende des Landeselternrats in Niedersachsen, kritisierte die Vorschläge der Leopoldina als „vom Schreibtisch aus gemacht“. Zudem fragte sie, wer denn die Abstände in den Schulen überwachen solle, da die Lehrer schließlich ja unterrichten müssen.

Außerdem stellen sich die Fragen, wie der Verkehr mit den Schulbussen organisiert werden soll, wenn wegen Corona statt 60 auf einmal lediglich 20 Schüler auf einmal hinein dürfen. Und sollte sich ein Schüler doch noch infizieren, was dann? Müssen dann wieder alle in Quarantäne? Heine meint, dass es für Lockerungen in Niedersachsen noch zu früh sei und betont, sie wüsste nicht, „was dafür spricht, dass wir unsere Schulen am 20. April wieder öffnen können.“

Für die Unternehmen in Niedersachsen hingegen wäre ein Schulstart eine echte Erleichterung, da sich berufstätige Eltern von Schul- oder Kitakindern wieder voll auf den eigenen Job konzentrieren könnten. „Für die niedersächsische Wirtschaft ist es am wichtigsten, dass die Eltern wieder arbeiten gehen können“, so Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände (UVN).

Schulstart in Niedersachsen: Freiwillige Abschlussprüfungen wegen Corona?

Auch der Sprecher des Städte- und Gemeindebunds, Thorsten Bullerdiek, bezeichnete es als „wünschenswert“, die Kitas wieder zu öffnen. Die Risiken wegen Corona müssten dabei allerdings genau abgewogen werden. Unabhängig von einem möglichen Schulstart sind die Schüler selbst dafür, dass die diesjährigen Abschlussprüfungen auf freiwilliger Basis stattfinden sollten. 

Wer möchte, solle ein Recht darauf haben, seine Prüfungen abzulegen, forderte der Landesschülerrat in Niedersachsen. Geplant ist in diesem Jahr ein „Durchschnittsabschluss“. Die Abschlussnote ergebe sich dabei aus den Leistungen der letzten beiden Halbjahre.

Von Nail Akkoyun und Lucas Maier (mit dpa)

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