Hendrik Streeck, Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn.
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Hendrik Streeck ist für viele Medien ein gefragter Gesprächspartner. Den Podcast mit Katja Burkhard setzt er zunächst nicht fort.

Nach erst zwei Folgen

Corona: Deshalb stoppt Virologe Hendrik Streeck den „Hotspot“-Podcast

  • Sebastian Reichert
    VonSebastian Reichert
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Nach nur zwei Teilen des neuen Corona-Podcasts mit dem Virologen Hendrik Streeck („Hotspot – der Pandemie-Talk mit Katja Burkard und Hendrik Streeck“) gibt es zunächst keine weiteren Folgen.

Bonn/Fulda - Corona-Experte Hendrik Streeck, der Leiter der Virologie am Universitätsklinikum Bonn, hatte zusammen mit RTL-Moderatorin Katja Burkhard („Punkt 12“) am 12. März einen neuen Podcast mit dem Titel „Hotspot – der Pandemie-Talk mit Katja Burkard und Hendrik Streeck“ gestartet. In der ersten Podcast-Folge ging es unter anderem darum, ob der Astrazeneca-Impfstoff besser als sein Ruf oder nur zweite Wahl ist.

Corona: Virologe Hendrik Streeck stoppt „Hotspot“-Podcast

Im Auftakt-Podcast sagte Hendrik Streeck zudem, dass er Vorbehalte gegen Sputnik V, den Corona-Impfstoff aus Russland, hat. In der zweiten „Hotspot – der Pandemie-Talk“-Folge ging es darum, dass die britische Mutation B.1.1.7 laut Studien ansteckender und tödlicher als gedacht ist. Über Lockerungen aktuell zu reden, sei daher schwierig, sagte Hendrik Streeck.

NameProf. Dr. med. Hendrik Streeck
Geburtsdatum7. August 1977 in Göttingen (Niedersachsen)
MedizinstudiumHumboldt-Universität (Charité – Universitätsmedizin Berlin), Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
FacharztMikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
AnstellungUniversitätsklinikum Bonn
ForschungsschwerpunkteHIV, Covid-19

Erscheinen sollte der „Hotspot – der Pandemie-Talk“-Podcast mit Hendrik Streeck wöchentlich immer am Samstag. Die dritte Folge hätte demnach am 27. März abrufbar sein müssen. Sie erschien aber nicht. Ein Sprecher der Plattform „Audio Now“, auf dem der von Audio Alliance (Bertelsmann) produzierte Podcast unter anderem abrufbar ist, äußerte sich dazu auf Nachfrage der Fuldaer Zeitung.

„Leider können Hendrik Streeck und Katja Burkard den Podcast ,Hotspot‘ aktuell terminbedingt nicht fortführen, weshalb er bis auf Weiteres pausiert“, hieß es von dem „Audio Now“-Sprecher. Zum Start des neuen Podcast-Format hatte Corona-Experte Hendrik Streeck noch gesagt, dass er angesichts der fast täglich neuen Fragen zur Pandemie einen großen Nutzen in dem Podcast sehe: „Man hat mehr Zeit und kann in die Tiefe gehen.“

Hendrik Streeck hatte sich zuletzt aber einige Male dahingehend geäußert, dass er die zahlreichen Medien-Anfragen gar nicht mehr beantworten können. Im TV ist der Corona-Virologe gleichwohl nach wie vor stark präsent. So lobte Hendrik Streeck in der „3nach9“-Talkshow (19. Februar/NDR) den Astrazeneca-Impfstoff und kritisierte, dass sich die Politik in Corona-Krise hinter der Wissenschaft versteckt.

Zudem äußerte Corona-Experte Hendrik Streeck Verständnis für Pandemie-Müdigkeit. In der „Riverboat“-Talkshow (5. März, MDR) machte Hendrik Streeck trotz der Corona-Pandemie Hoffnung auf den Sommer-Urlaub 2021. Dann war der 43-Jährige am 16. März 2021 in der ZDF-Doku „Corona - Pandemie ohne Ende? Fakten mit Hendrik Streeck“ zu sehen, in der unter anderem ein bislang unveröffentlichtes Originalvideo von der Karnevalssitzung von Gangelt gezeigt wurde.

Corona-Virologe Hendrik Streeck hatte schon mal Podcast: „The Daily Streeck“ auf BR5

Am 12. März startete dann außerdem der besagte Podcast mit dem Titel „Hotspot – der Pandemie-Talk mit Katja Burkard und Hendrik Streeck“. Nach Angaben von Audio Alliance sprachen Katja Burkard und Hendrik Streeck dafür jeweils per Video-Chat miteinander, wobei sich jede Partei selbst mit einem Mikrofon aufnahm. Die Spuren wurden dann in der Produktion übereinander gelegt und geschnitten.

Für die zweite „Hotspot – der Pandemie-Talk“ trafen sich Corona-Virologe Hendrik Streeck und RTL-Moderatorin Katja Burkard persönlich. Dazu, wie erfolgreich der neue Podcast war, wollte sich die Plattform „Audio Now“ auf Nachfrage der Fuldaer Zeitung nicht äußern. Abrufzahlen einzelner Podcasts würden nicht herausgegeben, teilte eine Sprecherin mit.

Hendrik Streeck hatte übrigens schon mal einen Podcast: „The Daily Streeck - Der Virologe der Uniklinik Bonn informiert über die Corona-Krise“. Täglich hatte er zwischen dem 17. März und dem 15. April 2020 auf BR5 in 19 Podcast-Folgen mit Wissenschaftsredakteurin Jeanne Turczynski über die aktuellen medizinischen Entwicklungen bei Covid-19 gesprochen.

Video: Virologe Hendrik Streeck bei „Markus Lanz“ unter Beschuss

Seit Mai 2020 wurden die Sonder- und Zusatzsendungen wieder vermehrt durch die Regelformate im BR-Programm ersetzt, sagte ein Sender-Sprecher zum Ende des ersten Streeck-Podcasts. Dabei werde auf „eine größere Bandbreite von anerkannten Virologen zurückgegriffen“. Den wohl bekanntesten Corona-Podcast produziert hingegen wohl der NDR mit Wissenschaftsredakteurin Korinna Hennig und dem Berliner Virologen Christian Drosten.

Unter dem Titel „Das Coronavirus-Update“ erklärt Christian Drosten, Leiter der Virologie in der Berliner Charité, im wöchentlichen Wechsel mit Sandra Ciesek, Leiterin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, Fragen zur Corona-Pandemie. Der NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“ wird seit dem 26. Februar immer dienstags veröffentlicht. Bisher erschienen schon über 80 Folgen.

Neuer Corona-Podcast mit Hendrik Streeck sollte „weniger politisch“ sein

Dass am 12. März ein neuerlicher Corona-Podcast mit Hendrik Streeck gestartet war, lag wohl vor allem an der Initiative der zu Bertelsmann gehörenden Produktionsfirma Audio Alliance. Laut einer Sprecherin der Audio Alliance tritt Hendrik Streeck seit längerem als Experte in den Programmen der Mediengruppe RTL auf, die zu Bertelsmann gehört. „Darauf aufbauend ist nun der Podcast entstanden.“

Der „Hotspot“-Podcast soll „bewusst weniger politisch“ sein. Ziel sei es, Corona-Fragen für jeden verständlich zu beantworten. Die für die Unternehmen der Bertelsmann Content Alliance produzierten Podcasts („Die Pochers hier!“, „08/17 mit Chris Tall und Özcan Cosar“) brachten es im Januar nach Angaben des Unternehmens zusammen auf sieben Millionen Abrufe.

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