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Studie: Covid-Impfung der Mutter schützt wohl auch Babys vor dem Coronavirus

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Von: Martina Lippl

Schon im Bauch während der Schwangerschaft kann ein Baby einen Immunschutz aufbauen - auch gegen Corona (Symbolfoto).
Schon im Bauch während der Schwangerschaft kann ein Baby einen Immunschutz aufbauen - auch gegen Corona (Symbolfoto). © Schmitt/imago

Babys sind in ihren ersten Lebensmonaten vor zahlreichen Infektionen geschützt. Diesen sogenannten Nestschutz gibt es auch beim Coronavirus.

Oslo – Schon vor der Geburt eines Babys wird der aktuelle Immunstatus der Mutter übertragen. Ein Schutzmechanismus, der Neugeborenen Zeit verschafft, eine eigene Immunabwehr zu entwickeln. Die mütterlichen Antikörper schützen das Baby – sobald es das Licht der Welt erblickt. Auch eine Corona-Impfung in der Schwangerschaft schützt auch den Nachwuchs. Das berichtet ein internationales Forscherteam. Bislang fehlten Daten zu einem passiven Impfschutz, die liefert nun eine im Fachmagazin Jama Internal Medicine veröffentlichte Studie.

Covid-19-Impfung: Babys geimpfter Mütter seltener positiv auf Corona getestet

Babys von geimpften Müttern wurden in den ersten Lebensmonaten seltener positiv auf Sars-CoV-2 getestet als die Kinder ungeimpfter Mütter, so das Ergebnis der Forscher. Eine Corona-Impfung könne damit einen passiven Schutz für Neugeborene liefern, für die bisher noch kein Covid-9-Impfstoff zugelassen wäre, berichtet Merkur.de.

„Das sind gute Nachrichten für geimpfte Schwangere, die wahrscheinlich Antikörper auf ihr Baby übertragen, und sie so zu Beginn des Lebens vor einer Infektion schützen“, sagt Forscherin und Studienautorin Ellen Øen Carlsen vom Norwegian Institute of Public Health in Oslo. Besonders da Säuglinge ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf als ältere Kinder hätten. Die Impfung in der Schwangerschaft habe einen doppelten Nutzen. Die Mutter könne sich und ihr Baby in den ersten Lebensmonaten schützen.

Im Rahmen der Studie untersuchte das internationale Forscherteam dafür alle Geburten in Norwegen im Zeitraum vom September 2021 bis zum Februar 2022. Das Forscherteam griff dafür auf Daten der norwegischen Impf- und Geburtenregister zurück.

Internationales Forscherteam beobachtet 20.000 Babys

21.643 Neugeborenen wurden demnach in der Studie aufgenommen. Vier Monate lang beobachten die Forscher die Säuglinge. Von 9.739 geborenen Babys (45 Prozent) waren die Mütter während der Schwangerschaft geimpft worden. Diese Mütter hatten während des zweiten oder dritten Schwangerschaftstrimester ihre zweite und dritte Impfdosis eines mRNA-Impfstoffes (Biontech/Pfizer oder Moderna) erhalten.

Bei insgesamt 906 Babys fiel in den ersten vier Lebensmonaten ein PCR-Test auf Sars-CoV-2 positiv aus. Die meisten Neugeborenen mit einem positiven SARS-CoV-2-Test im Herbst 2021 wurden von ungeimpften Müttern geboren.

Covid-19-Impfung: Geimpfte Mütter schützen ihre Babys – Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick

Schutz vor Covid: Antikörper in Muttermilch und Nabelschnur nachgewiesen

Die Forscher fanden heraus, dass die Antikörper nach einer Corona-Impfung von der Mutter auf das Ungeborene übertragen werden und dass diese Antikörper noch einige Monate nach der Geburt bestehen bleiben. Einen Teil der Wirkung könnte nach Ansicht der Forscher auch auf die Übertragung der schützenden Antikörper in der Muttermilch zurückzuführen sein. Damit sei das Baby auch indirekt geschützt. Eine passive Immunisierung gegen Corona mit Muttermilch zeigte eine US-Studie schon 2021. Darauf weist auch der Berufsverband der Frauenärzte hin.

Covid-Impfungen in der Schwangerschaft auch den Nachwuchs schützen, sei für das Forscherteam beruhigend. Es sei besonders wichtig, schwangere Frauen und Säuglinge zu überwachen, da sie in der Regel nicht an der Zulassung von Impfstoffen beteiligt sind. Der Effekt eines Doppelschutzes für Mutter und Kind wurde übrigens auch bei Impfungen gegen Influenza und Keuchhusten nachgewiesen.(ml)

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