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Kuriose Idee für Schulen: Döner-Gutschein nach Corona-Impfung für Jugendliche?

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Im Kampf gegen das langsame Corona-Impftempo sind kreative Lösungen gefragt, fordern Lehrkräfte. Wie wäre es mit einem Döner-Gutschein für Jugendliche?

Stuttgart – Viele Schülerinnen und Schüler in Deutschland sind noch immer nicht gegen Corona* geimpft – obwohl die Corona-Impfstoffe von Biontech* und Moderna bereits für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen sind und von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen werden. Eine Gewerkschaftsvertreterin hat nun eine kuriose Idee vorgeschlagen, wie das Impftempo an Schulen erhöht werden könnte.

Lehrkräfte und die Opposition in Baden-Württemberg haben die grün-schwarze Landesregierung unmittelbar vor Schulstart aufgefordert, durch schnelles Handeln erneute Schließungen im Herbst noch zu verhindern. Es gebe angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen viel zu wenige Luftfilter, CO2-Ampeln und kaum mobile Impf- und Testteams, kritisierten die Gewerkschaft GEW, der Verband der Berufsschullehrer und die SPD-Fraktion am Mittwoch (08.09.2021) in Stuttgart.

Corona an Schulen: Lehrkräfte fühlen sich „im Stich gelassen“

„Meine Befürchtung ist, dass wir im Herbst wieder über Fernunterricht reden werden“, sagte GEW-Landeschefin Monika Stein. In welchem Ausmaß Schulen geschlossen werden müssten, hänge von der Entwicklung der Corona-Zahlen und der Impfbereitschaft ab. Stein forderte, alle Klassenzimmer mit Luftreinigungsgeräten auszustatten. „Ein Lockdown würde sich dadurch vermeiden lassen.“ Das Land und die Kommunen müssten hier viel schneller handeln. „Ich bin mehr als sauer an dieser Stelle.“

Der Chef des Berufsschullehrerverbands im Land, Thomas Speck, berichtete, eine Umfrage seines Verbands habe ergeben, dass 53 von 180 Schulen keine CO2-Messgeräte hätten, obwohl diese preislich günstig seien. „Es ist peinlich und traurig zu gleich.“ Die Lehrkräfte* fühlten sich „im Stich gelassen“. Zwei Drittel der befragten Berufsschulen hätten angegeben, keine Luftfilter zu haben. Hier habe man in der Corona-Krise zu viel Zeit verstreichen lassen.

Döner-Gutschein für die Corona-Impfung: Ist das eine gute Idee?

Corona-Impfung: Döner-Gutschein für Jugendliche vorgeschlagen

Laut der GEW-Chefin in Baden-Württemberg seien kreative und unkomplizierte Konzepte wichtig, um Schülerinnen und Schüler schneller gegen Corona impfen zu lassen. Mobile Impfteams und Impfaktionen müssten direkt vor Ort an Schulen sein.

Zudem seien kuriose Ideen gefragt – auch im Gesundheitsministerium von Manne Lucha (Grüne). „Wie wäre es zum Beispiel mit einem Lucha-Schüler*innen-Döner-Gutschein für jede geimpfte Person ab zwölf Jahren?“, schlug Stein vor. Der Grüne könne aber auch Geld für „vegetarische Döner“ lockermachen. Zudem müsse mehr informiert werden – über die sozialen Medien wie Instagram, Facebook und Youtube.

Döner oder lieber Bratwurst nach der Corona-Impfung?

Der Döner-Gutschein erinnert an den Vorschlag vor mehreren Wochen, bei Corona-Impfungen Bratwürste als Belohnung auszugeben. Im südthüringischen Sonneberg bescherte eine solche Aktion Ende Juli einen regelrechten Ansturm auf Covid-19-Impftermine. An einem Tag kamen bis zum Nachmittag nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) 250 Menschen, um sich neben der Spritze in den Oberarm auch noch die kulinarische Spezialität abzuholen.

Normalerweise würden in der Impfstelle pro Tag durchschnittlich bis zu 140 Corona-Impfungen verabreicht, sagte der Leiter des KV-Pandemiestabs, Jörg Mertz, auf Anfrage. Die Thüringer Bratwurst genießt neben Klößen einen geradezu legendären Ruf – auch über die Landesgrenzen hinaus. Für Einheimische ist sie so etwas wie ein Nationalgericht. Und für viele Schülerinnen und Schüler dürfte das Lieblingsgericht wohl der Döner sein – ob ein Gutschein für das Fleisch im Fladenbrot ähnlich effektiv wie die Bratwurst wirkt, bleibt abzuwarten. (tvd/dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Gottfried Czepluch/Imago

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