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Ärztekammer-Präsident nennt Corona-Isolationspflicht „unverhältnismäßig“ - Angst vor Covid-19 sinkt

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Von: Momir Takac

Klaus Reinhardt
Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer. © Sina Schuldt/dpa/Archivbild

Nachdem vier Bundesländer die Corona-Isolationspflicht abschaffen wollen, findet die Maßnahme in Deutschland immer mehr Anklang.

Düsseldorf/Berlin - Die Infektionen mit dem Coronavirus gehen in Deutschland weiter zurück. Am Dienstagmorgen (15. November) gab das RKI die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 212 an. Gestern lag sie bei 216,7, in der Vorwoche bei 283, im Vormonat bei 732.

Nicht nur aufgrund sinkender Infektionszahlen, auch, weil die Krankheitsverläufe überwiegend mild verlaufen, preschten vier Bundesländer vor und kündigten an, die Corona-Isolationspflicht abschaffen zu wollen: Bayern, Hessen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. In Bayern könnte sogar bald auch die Maskenpflicht in Bus und Bahn fallen.

Ende der Corona-Isolationspflicht für Ärztekammer-Präsident Reinhardt „vertretbar“

Von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kam prompt Kritik, doch die Länder begründeten den Schritt auch mit Erfahrungen aus dem Ausland, wo es keine Absonderungspflicht mehr gibt und keine negativen Erkenntnisse bekannt seien.

Das sieht auch der Präsident der Bundesärztekammer so, wie Merkur.de berichtet. Angesichts sinkender Infektionszahlen und überwiegend milder Krankheitsverläufe sei eine Isolationspflicht unverhältnismäßig, ihr Ende daher vertretbar, sagte Klaus Reinhardt gegenüber der Rheinischen Post.

Pandemie-Welle: Die Angst vor Corona geht in Deutschland weiter zurück

„Das zeigen auch Erfahrungen anderer europäischer Länder, die diesen Schritt bereits gegangen sind“, sagte Reinhardt weiter, der zudem auch für ein „bundesweit einheitliches Vorgehen“ plädierte. Der Virologe Hendrik Streeck betrachtet die Corona-Isolationspflicht als „nicht mehr wirkungsvoll“.

Unterdessen geht die Angst in Deutschland, an Corona zu erkranken, weiter zurück. In einer repräsentativen Studie des Forsa-Instituts zu den gefürchtetsten Krankheiten gaben 18 Prozent der Befragten an, dass sie vor Covid-19 am meisten Angst hätten. Das sind nur noch knapp halb so viele wie im ersten Corona-Jahr 2020, als die Infektion für 37 Prozent die größte gesundheitliche Bedrohung gewesen war. Schon im vergangenen Jahr hatte Covid-19 bei nur noch 20 Prozent der Befragten besonders viel Furcht ausgelöst. (mt)

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