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Coronavirus: Italien lockert Ausgangssperren - nach zwei Monaten

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Das Coronavirus hat Italien besonders schlimm getroffen. Nun werden erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen eingeführt. Alle Neuigkeiten in unserem News-Ticker.

+++ Wir beenden an dieser Stelle diesen Ticker und bedanken uns fürs Mitlesen. Alle weiteren Informationen und Entwicklungen zur Corona-Krise in Italien finden Sie fortan in diesem News-Ticker. +++

Update vom 4. Mai, 9.40 Uhr: Italien lockert an diesem Montag nach zwei Monaten seine strengen Ausgangssperren (siehe Update von 7.55 Uhr). Spaziergänge und Besuche bei Verwandten sind nun wieder erlaubt, doch auch die Wirtschaft soll nun wieder angekurbelt werden. So dürfen Geschäfte teilweise öffnen Restaurants verkaufen ab sofort wieder Essen, wenn auch zum Mitnehmen. Auch die Industrie sowie die Bauwirtschaft nehmen nun ihren Betrieb wieder auf.

Allerdings gilt - wie auch in Deutschland - eine Maskenpflicht in allen öffentlichen Gebäuden. Von der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wird noch immer abgeraten. 

Coronavirus in Italien: Verschiedene Regelungen der Regionen machen einheitliche Rückkehr schwer

Noch immer beklagt Italien mit fast 29.000 Opfern die höchsten Todeszahlen in Europa. Am 9. März kündigte Regierungschef Giuseppe Conte bereits eine landesweite strikte Ausgangssperre an, nun ist sie wieder aufgehoben worden. „Wir empfinden eine Mischung aus Freude und Angst“, meint der 40-jährige Stefano Milano in Rom. Er freue sich, seine Eltern und Schwiegereltern wiedersehen zu können. „Aber wir sind auch besorgt, weil sie alt sind und mein Schwiegervater Krebs hat und damit zur Risikogruppe gehört.“

Die zwanzig Regionen Italiens und ihre einzeln festgelegten Regeln machen eine einheitliche Rückkehr sehr schwierig. Die dezentrale Organisation des Landes verhindert einen gemeinsamen Weg aus der Krise. Ligurien öffnet seine Strände, in Emilia-Romagna bleiben sie weiterhin gesperrt. Spaziergänge sind in der Region Marken ausschließlich am Strand erlaubt. In Venetien und Kalabrien öffneten Bars und Lokale mit Terassen bereits früher. Durchgängig gilt für jeden der 60 Millionen Italiener nur, dass die jeweiige Heimatregion nicht verlassen werden darf. 

Coronavirus in Italien: Lockerungen gelten ab Montag - Zahlen wieder niedriger

Update vom 4. Mai, 7.55 Uhr: Die Ausbreitung des Coronavirus hat Italien ganz besonders hart getroffen. Nachdem in den vergangenen Wochen trotz strikter Ausgangssperren die Zahl der mit dem Virus infizierten Personen und die Zahl der Todesfälle kontinuierlich hoch waren, verzeichnete das Land in den vergangenen Tagen vergleichsweise niedrige Fallzahlen. 

Ab diesem Montag können sich Einwohner des Landes nun auf eine Reihe von Lockerungen freuen. So sind ab diesem Tag Spaziergänge im Park und Besuche bei Verwandten wieder erlaubt. Restaurants dürfen ab sofort ihr Essen ausliefern, weitere Geschäfte für Kunden wieder öffnen. 

Coronavirus in Italien: Ab Montag Lockerungen im ganzen Land - Bleibt der positive Trend stabil? 

Update vom 3. Mai, 22 Uhr:  Die Zahl der Corona-Toten in Italien ist mittlerweile auf 28.884 gestiegen, das ist die zweithöchste Zahl an Coronavirus-Todesfällen weltweit nach den USA.

In Europa hat laut Erhebungen der Johns Hopkins Universität Großbritannien bald so viele Covid-19-Opfer zu beklagen wie die Italiener. Am Wochenende stieg die Zahl der Corona-Toten auf 28.446.

Dennoch geht die britische Regierung davon aus, dass der Höhepunkt der Corona-Krise überwunden ist.

Coronavirus in Italien: Niedrigste Zahl an Todesfällen seit Ausgangssperre

Update vom 3. Mai, 19 Uhr: Weniger Tote mit Coronavirus gab es in Italien seit Wochen nicht.

Die Zahl der neuen Corona-Todesfälle ist nach offiziellen Angaben auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Ausgangssperre gefallen. Binnen 24 Stunden seien 174 Menschen an den Folgen ihrer Viruserkrankung gestorben, teilten die Behörden an diesem Sonntag mit.

Noch am Samstag waren 474 weitere Corona-Todesfälle mitgeteilt worden, miteingerechnet waren aber nachträglich 282 Tote aus der Lombardei, die außerhalb der Krankenhäuser gestorben waren.

Corona-Krise in Italien: Erste Lockerungen ab Montag

Update vom 3. Mai, 13.46 Uhr: Am Montag (4. Mai) werden die Corona-Maßnahmen in ganz Italien entscheidend gelockert. Die strikten Ausgangssperren werden aufgehoben. Dann ist etwa Sport treiben oder Spazierengehen wieder gestattet, ab 18. Mai sollen dann auch Geschäfte wieder öffnen (siehe Update vom 1. Mai).

Insgesamt scheint die Lage in Italien langsam unter Kontrolle zu kommen. Die Zahl der Genesenen wächst täglich, gleichzeitig sinkt die Zahl der Infizierten, die ins Krankenhaus oder sogar auf die Intensivstation müssen. Laut italienischem Gesundheitsamt sind im Moment 100.704 Menschen infiziert (Stand: 2. Mai). Die Zahl der Erkrankten ist damit so niedrig wie zuletzt am 11. April. 

Regierungschef Giuseppe Conte hatte darüber hinaus zusätzliche Lockerungen in Aussicht gestellt, diese Änderungen jedoch auch an das Verhalten der Bevölkerung gekoppelt. 

In den nächsten Tagen wird die Regierung in Rom genauestens beobachten, ob sich die Bürgerinnen und Bürger an die Regeln halten - damit der positive Trend fortgesetzt werden und Italien ein Stück weit mehr in zur Normalität zurückkehren kann.

Coronavirus in Italien: Conte hält weitere Lockerungen für möglich

Update vom 1. Mai, 19.19 Uhr: Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat mehr Lockerungen der strengen Ausgangsbeschränkungen in Aussicht gestellt. „Ich bin sicher, dass sich bei Einhaltung der Regeln die Ansteckungskurve in einigen Gebieten erheblich verlangsamen wird“, erklärte er am Freitag auf Facebook. Sollte dies so eintreten, könnten auch Geschäfte wie Friseure oder Kosmetiksalons wieder früher als geplant öffnen.

Italien lockert ab Montag nach fast zwei Monaten die strikten Ausgangssperren. Dann dürfen rund 60 Millionen Menschen wieder zum Sport oder Spazierengehen nach draußen. Auch fahren Industrie und Bauwirtschaft langsam wieder ihre Produktion hoch. Vier Millionen Menschen könnten am Montag wieder zur Arbeit, so Conte.

Geschäfte wie Modeläden oder Museen dürfen erst ab 18. Mai öffnen. Restaurants und Bars dürfen nur Lieferservice anbieten und bleiben genauso wie Friseure bis Juni weiter fürs Publikum geschlossen. Darauf war ein Sturm der Entrüstung losgebrochen, weil viele Italiener von dem Betrieb von Kaffeebars, Restaurants oder vom Tourismus leben. Schulen und Kindergärten bleiben bis September geschlossen, was Millionen Eltern vor unlösbare Probleme stellt.

Italien hat mehr als 205.000 Infektionen gemeldet und fast 28.000 Tote. Die Dunkelziffer liegt jedoch nach Expertenaussagen wesentlich höher.

Coronavirus in Italien: Mann aus Bergamo in Kölner Klinik behandelt - Patient berichtet erschreckende Details

Update vom 1. Mai, 14.25 Uhr: Die Zahl der mit dem Coronavirus inifzierten Personen nimmt weltweit weiter zu - ganz besonders hat aber Italien mit den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen. Bereits im März wurden schwerkranke Patienten aus den besonders betroffenen Gebieten nach Deutschland gebracht, um dort intensivmedizinisch in den Krankenhäusern versorgt werden zu können. 

Einer dieser Patienten, Mirco Carrara, hat nun als letzter Patient aus Italien die Uniklinik Köln verlassen. Der 55-Jährige erholte sich in den vergangenen Wochen von Covid-19 und gilt heute als geheilt. Wie Carrara dem TV-Sender RTL erklärte, kann er sich an seine Ankunft in Köln Ende März nicht erinnern, so schwer sei die Krankheit bereits fortgeschritten gewesen. 

Der 55-Jährige äußert in dem Interview erschreckende Details. Denn bereits im März sei er an Covid-19 erkrankt. Nach einer Behandlung in einer Klinik in Bergamo sei er jedoch als geheilt entlassen worden. Doch kurz darauf entwickelte Carrara eine Lungenentzündung. Umgehend wurde er nach Deutschland transportiert, doch an den Flug nach Köln kann sich der Italiener nicht mehr erinnern. 

In der Uniklinik kämpfte der 55-Jährige dann gegen die schwer verlaufende Krankheit an. Auch dank zwei italienisch sprechender Oberärzte habe er sich sehr sicher in der Klinik gefühlt, erklärte Carrara in dem Interview mit RTL weiter. 

Coronavirus in Italien: Flughäfen sollen wieder öffnen

Update vom 30. April 15.48 Uhr: Während der Corona-Krise erlebt das schwer betroffene Italien einen der strengsten Lockdowns Europas mit rigiden Ausgangsbeschränkungen. Nun sollen zwei seit Mitte März geschlossene Flughäfen wieder eröffnet werden.

Es handelt sich dabei um den Flughafen Ciampino in der Hauptstadt Rom sowie den Peretola-Flughafen in Florenz. Das Verkehrsministerium in Rom teilte dies am Donnerstag mit, nachdem die italienische Regierung bereits am Montagabend eine schrittweise Lockerung der Beschränkungen angekündigt hatte. Der Flughafen Ciampino wird besonders von Billig-Airlines genutzt und ist der zweitgrößte Airport der italienischen Hauptstadt. Der Florentiner Peretola ist nach Pisa der zweitgrößte toskanische Flughafen. Beide mussten am 13. März ihre Tore vorerst schließen.

Die Öffnung der kleinen Flughäfen hat auch einen positiven Nebeneffekt, da nun das neue „Screening-System“ für das Coronavirus getestet werden kann. Einzelheiten dazu gab das Verkehrsministerium jedoch nicht bekannt. Fernzüge sollen ebenso ab kommender Woche wieder Langstreckenziele anfahren. 

Schweden geht in der Corona-Krise dagegen seinen eigenen Weg. Nach viel Kritik dafür überrascht es nun, dass Schweden aus der WHO-Direktion Lob für den Corona-Kurs bekam.*

Coronavirus: Italien beschließt Einsatz von freiwilliger App „Immuni“

Update vom 30. April, 11.19 Uhr: Die italienische Regierung hat grünes Licht für den Einsatz einer App gegeben, die bei der Eindämmung des Corona-Virus helfen soll. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Kabinett in Rom in der Nacht zu Donnerstag. 

Die Nutzung der Corona-App durch die Bürger soll freiwillig sein. Das heißt, jeder entscheidet selbst, ob er die Anwendung auf sein Smartphone herunterlädt. Die Daten sollen zudem anonymisiert verarbeitet werden. Eine Geo-Lokalisierung werde es nicht geben, hieß es. Die Regierung in Rom hatte im Vorfeld mitgeteilt, dass Italien die App „Immuni“ des Mailänder Unternehmens Bending Spoons nutzen will. Sie arbeitet den Angaben zufolge mit der Bluetooth-Technologie. Die Datenspeicherung werde genau kontrolliert, hieß es. 

Italien ist mit inzwischen fast 27.700 Corona-Toten besonders hart von der Lungenkrankheit getroffen. Ab 4. Mai sollen die Corona-Beschränkungen allmählich gelockert werden und die App soll in dieser neuen Phase zum Einsatz kommen.

Coronavirus in Italien: Weniger Straftaten gemeldet

Update vom 29. April, 21.30 Uhr: Es gibt freilich zahlreiche Nebeneffekte der Corona-Krise.

So sind in Italien während der bisherigen Coronavirus-Pandemie die Straftaten um zwei Drittel zurückgegangen, wie Innenministerin Luciana Lamorgese mitteilte. 

Demnach sank die Zahl der im März gemeldeten Delikte gegenüber dem gleichen Monat 2019 um knapp 67 Prozent von rund 203.700 auf 68.069.

Update vom 29. April, 17.30 Uhr: Bella Italia trotz Corona? Die italienische Regierung hat ausländische Touristen dazu aufgerufen, ihren Sommerurlaub in Italien zu verbringen - trotz Coronavirus-Pandemie

Kulturminister Dario Franceschini warb in einem Interview mit der italienischen Zeitung Il Messaggero auch bei seinen Landsleuten dafür, die Ferien in der Heimat zu verbringen, um die leidende Tourismusbranche zu unterstützen.

Rom: Ein Arbeiter in einem Schutzanzug desinfiziert Outdoor-Möbel auf der Dachterrasse des Atlantic-Hotels.

Gleichzeitig forderte er einheitliche Schutz- und Gesundheitsstandards in der gesamten EU, um dies zu ermöglichen. Die meisten Italien-Touristen kommen aus Deutschland.

Wie gefährlich ist das Coronavirus? Kann man es tatsächlich mit der klassischen Grippe vergleichen? Eine neue Studie kommt dahingehend zu einem überraschendem Ergebnis.

Coronavirus in Italien: Sardinien will Urlaubssaison retten  

Update vom 29. April, 14.01 Uhr: Italiens Tourismussektor verliert Milliarden durch die Corona-Pandemie. Durch die seit Anfang März verhängten Ausgangs- und Reisebeschränkungen fallen 81 Millionen Übernachtungen allein in diesem Frühjahr weg, teilte das staatliche Statistikamt in Rom am Mittwoch mit. Ob sich die Branche erholt ist unklar.

Die Insel Sardinien will einen „Gesundheitspass“ für Touristen einführen, berichtet die römische Zeitung La Repubblica. Besucher sollen eine Woche vor ihrem Eintreffen auf der Mittelmeerinsel negativ auf Covid-19. Bei Ankunft auf der Mittelmeerinsel per Fähre oder Flugzeug sollen die Reisenden einem zusätzlichen Gesundheitscheck unterzogen werden. 

Außerdem müssen Touristen eine App herunterladen, um eventuell Kontakte mit infizierten Personen verfolgen zu können. Der Vorschlag von Sardiniens Präsident Christian Solinas wird vom Verbraucherschützern kritisiert, berichten Medien. Ein privater Anti-Covid-Test könne bis zu 600 Euro kosten. 

Sardinien will die Urlaubssaison retten: Die Insel am Mittelmeer hat Pläne für den Neustart nach der Corona-Krise (Archivfoto).

Coronavirus Italien: Düstere Prognosen für die Wirtschaft  

Update vom 28. April, 20 Uhr: Wie schwer wird die lange und harte Coronavirus-Pandemie die Wirtschaft Italiens letztlich treffen?

Schwer und hart, das glauben Beobachter und Experten. So berichtet die Zeit von einer Studie des Wissenschaftlers Salvatore Morelli, wonach rund 40 Prozent der Bürger nur über etwa eintausend Euro Ersparnisse verfügen würden.

Atessa: Angestellte mit Mundschutz und durch eine Plastikvorrichtung getrennt, verrichten ihre Arbeit im Werk eines Herstellers von Nutzfahrzeugen und Wohnmobilen.

Ferner schildert das Statistikamt Istat, dass von den 23,4 Millionen Beschäftigten etwa acht Millionen seit nunmehr zwei Monaten zu Hause sitzen würden. 

Gerade etliche Arbeitnehmer und Angestellte aus sozial schwächeren Berufen hätten bereits ihren Job verloren, heißt es weiter.

Coronavirus in Italien: Giuseppe Conte verteidigt sich für zaghafte Lockerungen

Update vom 28. April, 19.45 Uhr: Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat sich bei einem Besuch in Mailand dafür verteidigt, die Corona-Ausgangsbeschränkungen nur schrittweise lockern zu wollen.

Im Kampf gegen die Corona-Folgen: Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte (li.).

„Alle haben gehofft, dass wir schnell zur Normalität zurückkehren, aber die Bedingungen sind dafür nicht gegeben, das müssen wir klar und deutlich sagen“, erklärte der Regierungschef.

Die angekündigten Lockerungen sind recht überschaubar, was auf Kritik stößt. Zum Beispiel wird es wieder erlaubt sein, Verwandte zu besuchen. Die Schulen bleiben dagegen bis in den Frühherbst hinein geschlossen - was vorerst keine Erleichterung für die Eltern bedeutet. Auch die Wirtschaft soll nur langsam wieder hochgefahren werden.

Coronavirus in Italien: Zahl der Infizierten übersteigt 200.000

Update vom 28. April, 19.30 Uhr: Erstmals ist die Zahl der in Italien mit dem Coronavirus infizierten Menschen auf über 200.000 gestiegen.

Wie der Zivilschutz in Rom an diesem Dienstag mitteilte, haben sich bis zum frühen Abend 201.505 Menschen angesteckt. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle stieg binnen 24 Stunden um 382 auf insgesamt 27.359.

Die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen sinke jedoch weiter, hieß es aus der italienischen Hauptstadt. Italien will am 4. Mai die strengen Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Coronavirus-Pandemie lockern.

Update vom 28. April, 19 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus stellen Antikörpertests eine große Hoffnung dar. Doch jetzt warnen US-Forscher vor falschen Ergebnissen.

Coronavirus in Italien: Venedig ruft zur Unterstützung des Tourismus auf 

Update vom 28. April, 15.35 Uhr:  Venedig hat in der Corona-Krise zur Unterstützung des Tourismus aufgerufen. „Jedem, der sich in den kommenden Monaten bewegen kann, sage ich: Kommt nach Venedig“, erklärte Bürgermeister Luigi Brugnaro am Dienstag via Twitter. Die Stadt arbeite daran, die Strände wiederzueröffnen. Im September finde auch das internationale Filmfest statt. Brugnaro stellte ein Dokument vor, das 65 Verbände unterzeichnet haben. Darin rufen sie Rom dazu auf, klare Vorgaben zu machen, wie und wann zum Beispiel Hotels die Arbeit wieder aufnehmen können.

Venedig ist vom Tourismus abhängig. Derzeit ist die Stadt wegen der strikten Ausgangssperren und Reisebeschränkungen, die für ganz Italien gelten, komplett leer. „Wir können es uns nicht mehr leisten, eine der wichtigsten Industrielokomotiven des Landes anzuhalten“, sagte Brugnaro mit Blick auf die Maßnahmen der Regierung in Rom. Wie lange die derzeitigen Reisebeschränkungen auch für Besucher aus dem Ausland noch gelten, ist unklar.

Erstmeldung vom 28. April, 12.30 Uhr: Coronavirus in Italien: Mehr als 150 Ärzte an Covid-19 gestorben - Entrüstung über neue Lockdown-Regelung

Rom - Das Coronavirus* stellt Länder weltweit vor eine große Zerreißprobe und bringt die Gesundheitssysteme und medizinische Fachangestellte Tag für Tag an ihr Limit. Besonders Italien hat das Virus Sars-CoV-2 schlimm getroffen. 

Seit dem 10. März ist das öffentliche Leben in Italien weitgehend heruntergefahren. Nun kündigte Regierungschef Giuseppe Conte erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen an. 

Coronavirus in Italien: Mehr als 150 Ärzte an Covid-19 gestorben

Der erste Ausbruch wurde am 21. Februar in der Stadt Codogno in der Lombardei bekannt - allerdings gehen Experten davon aus, dass das Virus schon viel länger in Italien zirkulierte. Die Suche nach „Patient Null“ in Italien* lief erfolglos. Unterdessen wird weltweit die Forschung* nach einem Medikament und einem Impfstoff vorangetrieben.

Seither sind in Italien aktuellen Zahlen der Johns-Hopkins-University zufolge nahezu 200.000 Menschen mit dem Coronavirus* infiziert.

Knapp 27.000 Menschen gewannen den Kampf gegen das Virus nicht und starben an den Folgen einer Infektion. Wie Bild.de unter Berufung auf den Chirurgen-Verband FNOMCEO berichtet, sind bislang 151 Ärzte an Covid-19 gestorben. 

Besonders schlimm von dem Coronavirus betroffen sind die italienischen Städte Bergamo und Brescia

Coronavirus in Italien: Conte kündigt erste Lockerungen an - trotzdem Entrüstung: „Maß ist voll“

Am Sonntag hatte Conte die „Phase 2“ mit einigen Lockerungen bekannt gegeben. Dabei sollen ab 4. Mai die Menschen wieder zum Spazieren rausgehen dürfen. Auch viele Firmen dürfen die Produktion wieder aufnehmen. 

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte erntete Kritik für erste Corona-Lockerungen.

Allerdings entbrannte ein Sturm der Entrüstung, weil Geschäfte, Bars, Friseure und vieles andere noch zu bleiben und man auch keine Freunde treffen darf. Der Lockdown-Druck auf den italienischen Regierungschef Conte wächst. „Das Maß ist voll“, schrieb beispielsweise der Verband Fipe, der in Italien über 300.000 Gastronomie-Betriebe vertritt. Die Kirche dringt zudem auf eine schnelle Wiederaufnahme von Gottesdiensten. 

Indes warnt der deutsche Virologe Christian Drosten* eindringlich vor einer zweiten heftigen Corona-Welle. In Großbritannien gibt es indes Hoffnung auf einen möglichen Impfstoff.

In einer Münchner Modefirmen ist das Coronavirus ausgebrochen. Bereits 61 Mitarbeiter wurden bereits positiv getestet, etliche Testergebnisse stehen noch aus. 

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Rubriklistenbild: © dpa / Gianni Schicchi

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