Neue Massentests im Januar

Corona in Österreich: Kurz kassiert Lockerungen wieder ein - Weihnachtsferien werden verlängert

  • Patrick Huljina
    vonPatrick Huljina
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In Österreich sind die Corona-Zahlen weiter zu hoch. Die ersten Massentests sind bereits beendet. Die Bilanz in Wien ist ernüchternd. Jetzt werden die Weihnachtsferien verlängert.

  • Nach der zweiten Welle* der Corona-Pandemie* warnt Österreichs Kanzler Sebastian Kurz vor der dritten Welle im neuen Jahr.
  • In Österreich werden jetzt die Weihnachtsferien verlängert. Eine generelle Lockerung der Maßnahmen ist nicht in Sicht.
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 17. Dezember finden Sie hier.

Update vom 15. Dezember, 16.38 Uhr: Die Ferien in Österreich sollen verlängert werden. Nach Weihnachten und Neujahr soll die Schule erst am 11. Januar starten. Grund dafür sind geplante Corona-Massentests, berichtet das ORF. Diese soll es am 7. und 8. Januar für alle Schülerinnen und Schüler geben. Die Teilnahme sei freiwillig. Ob es für Lehrkräfte eine Testpflicht geben soll, ist zunächst noch unklar.

Zudem werden die Einreise-Regeln deutlich strenger. Wer nach Österreich aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss zehn Tage in Quarantäne. Mit einem negativen Corona-Test nach fünf Tagen kann die Quarantäne-Zeit verkürzt werden. Für Geschäftsreisende gibt es jedoch Ausnahmen.

Corona in Österreich - 2.588 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden

Update vom 14. Dezember, 13.50 Uhr: Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden in Österreich 2588 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das ist nach den Steigungen zum Ende der vergangenen Woche ein niedriger Wert. Allerdings sind die Zahlen am Montag tendenziell niedriger, da die Testkapazität am Wochenende ebenfalls etwas niedriger ist. Darüber hinaus wurden 57 neue Corona-Todesfälle innerhalb eines Tages gemeldet. Damit sind in Österreich seit Beginn der Pandemie 4530 Menschen an oder mit einer Corona-Infektion gestorben.

Das Bundesland mit den meisten Neuinfektionen binnen 24 Stunden ist Oberösterreich. Die Zahl der neuen Corona-Fälle der Bundesländer im Überblick:

  • Oberösterreich: 543
  • Niederösterreich: 448
  • Steiermark: 448
  • Wien: 358
  • Kärnten: 239
  • Salzburg: 220
  • Tirol: 143
  • Vorarlberg: 110
  • Burgenland: 79

Corona in Österreich: Massentests „gelungener Schritt zur Eingrenzung der Pandemie“

Update vom 14. Dezember, 11.20 Uhr: Gesundheitsminister Rudolf Anschober wertete die erste Massentestreihe in Österreich als „guten Start“ und einen „gelungenen Schritt zur Eingrenzung der Pandemie“. Er lobte insbesondere die Feststellung von mehr als 4000 Corona-Infizierten. „Das ist der eigentliche Sinn der Massentests, möglichst viele asymptomatische Personen aus dem Infektionsgeschehen zu lösen und damit das Infektionsgeschehen zu verringern“, betonte Anschober. Auf diesen ersten Massentestungen könne man nun gut aufbauen und sie für die zweite Runde im neuen Jahr weiterentwickeln.

Mit Tirol und Oberösterreich haben bereits zwei Bundesländer beschlossen, weiterhin kostenlose Tests anzubieten. Die Tiroler können sich ab dem 19. Dezember bis ins Jahr 2021 hinein „dauerhaft und kostenlos“ auf Corona untersuchen lassen. Das soll keine Verlängerung der Massentests sein, sondern die Möglichkeit bieten, Ansteckungen vor den Feiertagen abzuklären, betonte der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Samstag. Oberösterreich wird den Service an ausgewählten Standorten weiter anbieten. Das Bundesland Salzburg prüft ebenfalls, weiterhin kostenlose Antigentests anzubieten.

Corona in Österreich: Ernüchternde Bilanz nach erster Massentestreihe in Wien

Update vom 14. Dezember, 8.35 Uhr: In Österreich wurden bei der ersten Massentestreihe insgesamt mehr als zwei Millionen Teilnehmer verzeichnet. Dabei wurden mehr als 4000 Infizierte gefunden. Die anvisierte Testung von 60 Prozent der Bevölkerung wurde nicht erreicht. Dennoch bezeichnete Verteidigungsministerin Klaudia Tanner das Ergebnis als „erfolgreiches Großprojekt, das im Neuen Jahr wiederholt wird“.

Vom 8. bis zum 10. Januar wird es eine zweite Testreihe geben. Das Gesundheitsministerium überlegt „Anreizsysteme“ einzuführen, um mehr Leute zu einer Teilnahme zu bewegen. Es sei gelungen, mehrere Tausend Infizierte zu lokalisieren, die ohne Massentest wohl nicht erfahren hätten, dass sie positiv sind. „Dadurch konnten weitere Ansteckungen und eine Verbreitung des Coronavirus in den Familien, am Arbeitsplatz, in den Schulen und bei der Polizei erfolgreich verhindert werden“, erklärte Tanner in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

In der Wiener Stadthalle konnten sich die Österreicher im Zuge der Massentests auf das Coronavirus testen lassen.

In Wien wurden die Massentests am Sonntagabend beendet. Insgesamt nutzten dort 234.889 Personen in den vergangenen zehn Tagen die Möglichkeit, einen gratis Antigen-Schnelltest durchführen zu lassen. Das entspricht lediglich 13,5 Prozent der mehr als 1,7 Millionen testberechtigten Einwohner der österreichischen Hauptstadt, wie ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) der APA mitteilte. Die Kapazitäten in Wien waren für bis zu 1,2 Millionen Teilnehmer ausgelegt.

Corona in Österreich: SPÖ-Chefin Rendi-Wagner fordert „Weihnachtsruhe“

Update vom 13. Dezember, 19.15 Uhr: Auch in Österreich bleibt das Infektionsgeschehen weiterhin ernst. Grund genug für SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner um eine „Weihnachtsruhe“ für die anstehenden Feiertage zu fordern. Österreich dürfe sich nicht an die hohen Todeszahlen gewöhnen, mahnt die 49-Jährige gegenüber dem ORF. „Gestern sind 126 Menschen gestorben. Diese Zahl kann man nicht einfach hinnehmen.“ 

Sollten die Infektionszahlen in der Alpenrepublik in den nächsten Tagen nicht deutlich gesenkt werden können, fordert die SPÖ-Politikerin einen „Winterschlaf“ für Österreich. Dann bräuchte man „ab 24. Dezember eine Weihnachtsruhe, der Handel sperrt zu, zumindest für zwei Wochen“, so Rendi-Wagner. Im ca. acht Millionen Einwohner fassenden Österreich wurden seit Beginn der Pandemie ca. 320.000 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner.

Update vom 12. Dezember, 19.20 Uhr: Österreich setzt wegen weiterhin hoher Fallzahlen verstärkt auf Corona-Testungen. Vom 8. bis 10. Januar sollen weitere Massentests stattfinden. Wie Oe24.at berichtete, soll die Teilnahme scheinbar durch Anreize gesteigert werden. „Wir überprüfen aktuell auch Erfordernis und Sinnhaftigkeit von Anreizmodellen“, wird das Sozialministerium zitiert. Hierbei sollen Gutscheine oder gar Barzahlungen im Gespräch sein.

Coronavirus in Österreich: Kurz fordert regelmäßige Tests für Kontaktberufe

Wie Kanzler Sebastian Kurz auch via Twitter, sollen Berufsgruppen definiert werden, „die alle zwei Wochen verpflichtend testen müssen“. Laut Oe24.at sollen davon „Kontaktberufe“ wie etwa Friseure, Masseure, Lehrer und wohl auch Polizisten betroffen sein.

Im Internet verbreitet sich indes ein Video aus dem österreichischen Parlament. Darin beweist ein FPÖ-Politiker angeblich, dass Corona-Tests nicht zuverlässig sind.

Coronavirus in Österreich: Die aktuellen Fallzahlen

Update vom 12. Dezember, 13.50 Uhr: Von Freitag auf Samstag gab es in Österreich 3241 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Damit übersteigt die Zahl der neuen Corona-Fälle binnen 24 Stunden zum ersten Mal in dieser Woche die Marke von 3000 täglichen Neuinfektionen. Im selben Zeitraum meldeten die Behörden 126 neue Corona-Todesfälle in Österreich. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle sank unterdessen erneut und lag am Samstag bei insgesamt 37.524.

Die meisten Neuinfektionen wurden von Freitag auf Samstag in Niederösterreich gemeldet. Die Zahl der neuen Corona-Fälle der einzelnen Bundesländer im Überblick:

  • Niederösterreich: 643
  • Oberösterreich: 637
  • Wien: 578
  • Steiermark: 491
  • Salzburg: 274
  • Tirol: 248
  • Kärnten: 175
  • Vorarlberg: 120
  • Burgenland: 75

Corona in Österreich: Regierung schränkt Lockerungen für Weihnachten und Silvester wieder ein

Erstmeldung vom 12. Dezember: Wien - Von Donnerstag auf Freitag meldeten die Behörden in Österreich 2893 neue Corona-Infektionen. Damit ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen Woche an jedem Tag unter 3000 neuen Fällen geblieben. Allerdings befinden sich die Corona-Zahlen in Österreich auf einem Plateau, von dem es weiter herunterzukommen gilt. Am Freitagabend warnte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vor einer möglichen dritten Welle.

„Es kommt noch eine harte Zeit auf uns zu, im Januar, Februar, März“, erklärte Kurz nach der Videokonferenz der Regierung mit den Landeshauptleuten. Trotz sinkender Zahlen sei das Infektionsniveau noch zu hoch und die Corona*-Maßnahmen müssten weiter eingehalten werden. In seinem Statement erinnerte er an die nach wie vor geltenden Kontaktbeschränkungen - vor allem für private Treffen. „Gerade im privaten Bereich ist die Ansteckung hoch“, betonte Kurz.

Daher schränkt die österreichische Regierung die geplanten Lockerungen für die Weihnachtsfeiertage wieder ein. An Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag dürfen sich zehn Personen treffen, unabhängig davon, aus wie vielen Haushalten sie kommen. „Ab dem 26. Dezember gilt wieder, was auch jetzt gilt“, erklärte Kurz. Ab dann dürfen sich, wie derzeit, nur noch maximal sechs Erwachsene und sechs Kinder aus höchstens zwei Haushalten treffen. Ursprünglich sollten die Ausnahmeregelungen vom 24. bis zum 26. Dezember sowie für den 31. Dezember gelten.

Corona in Österreich: Bundeskanzler Kurz warnt vor der dritten Welle im neuen Jahr

Zu Silvester gilt nun ebenfalls eine Kontaktbeschränkung von maximal sechs Erwachsenen und sechs Kindern aus zwei Haushalten .„Silvesterpartys wären eine Katastrophe für den Januar“, begründete Kurz die Einschränkung der Ausnahmen. Allerdings entfällt in der Nacht des Jahreswechsels die sonst geltende nächtliche Ausgangssperre von 20 Uhr bis 6 Uhr morgens.

„Wir stehen derzeit an dem Punkt, wo wir sagen können: der Lockdown in Österreich ist geglückt. Die Richtung ist eine gute, aber von einer generellen Lockerung sind wir weit entfernt“, verdeutlichte der Bundeskanzler die immer noch angespannte Corona*-Lage. Kurz mahnte weiter: „Ich rechne eher damit, dass wir uns anstrengen müssen, dass uns Anfang Januar nicht die dritte Welle hart trifft.“ Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) pflichtete bei: „Die Lage ist angespannt und wird angespannt bleiben.“

Corona in Österreich: Neue Massentests im Januar - Maskenpflicht im Freien und am Arbeitsplatz möglich

Österreich setzt daher weiter verstärkt auf Corona-Testungen*. Bund und Länder haben sich auf eine zweite Runde der Corona-Massentests im neuen Jahr geeinigt. Diese sollen vom 8. bis zum 10. Januar stattfinden, in einzelnen Bundesländern sind zusätzliche Tage geplant. Im Anschluss daran wird es in Hotspot-Bezirken, also Regionen mit einem gewissen Inzidenzwert*, weitere flächendeckende Testungen geben.

Zudem sollen künftig Zielgruppen-Testungen in Berufen mit viel Kundenkontakt ausgeweitet und für eine größere Zahl von Berufsgruppen verpflichtend eingeführt werden. „Es werden mehrere Gruppen sein, sie werden gemeinsam mit den Sozialpartnern definiert“, kündigte Kurz an.

Als weitere Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Zahlen in Österreich wird der Mund-Nasen-Schutz ausgeweitet. Die Bundesländer haben künftig die Möglichkeit, eine Maskenpflicht in stark frequentierten Zonen wie in Einkaufsstraßen im Freien einzuführen. Darüber hinaus gilt die Maskenpflicht auch am Arbeitsplatz, sofern der nötige Abstand nicht eingehalten werden kann. (ph) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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