Sorge vor Virus-Varianten

Corona in Österreich: Gesundheitsminister Anschober ruft bis Ostern „die schwierigste Phase der Pandemie“ aus

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Die Corona-Zahlen in Österreich scheinen stabil, doch man hat mit Virus-Varianten zu kämpfen. Nach dem Gipfel am Montag erteilte Kanzler Kurz weiteren Öffnungen vorerst eine Absage.

  • Nach dem Corona-Gipfel in Österreich kündigte Kanzler Sebastian Kurz* weitere Öffnungen frühestens rund um Ostern an. (Update vom 15. Februar, 16.55 Uhr)
  • Aus der Opposition hagelt es Kritik für die Regierung. (siehe Update vom 15. Februar 17.30 Uhr)
  • Gesundheitsminister Rudolf Anschober ruft bis Ostern die schwerste Phase der Pandemie aus. (siehe Update vom 16. Februar, 16.55 Uhr)

+++ Dieser News-Ticker ist beendet. Ab sofort halten wie Sie zu allen wichtigen Entwicklungen zur Corona-Lage in Österreich in diesem Text auf dem Laufenden. +++

Update vom 16. Februar, 16.55 Uhr: Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober rief in einer Mitteilung für die Wochen bis Ostern „die schwierigste Phase der Pandemie“ aus. Die Infektionslage in Österreich sei zwar derzeit stabil, die Zahl der Corona-Mutationen nehme allerdings stark zu. Bei der britischen Virus-Variante sei ein starkes Ost-West-Gefälle erkennbar, bei der Südafrika-Variante eine starke Konzentration in Tirol.

„Sobald die Mutationen mit ihrem erhöhten Ansteckungsrisiko eine Dominanz erreichen - das werden wir in den ersten Regionen im Osten Österreichs in den kommenden zwei Wochen erleben -, wird dies zu einer Erhöhung der Neuinfektionszahlen führen“, so die Prognose des Gesundheitsministers.

Corona in Österreich: Lockdown für Hotels und Gastronomie bis Ostern - „Das akzeptiere ich so nicht“

Update vom 16. Februar, 13.05 Uhr: Die Gastronomie und Hotels bleiben in Österreich mindestens bis Ostern im Lockdown. „Das akzeptiere ich so nicht“, erklärte Seilbahn-Chef Franz Hörl (ÖVP) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur APA am Dienstag. Er forderte eine erneute Bewertung der Situation bereits Ende Februar und Klarheit.

Im Falle einer erneuten Lockdown-Verlängerung rechne er damit, dass dann ab Anfang März „viele Skigebiete zumachen“. Bereits am Montag teilten die Bergbahnen Sölden mit, dass sie den Betrieb einstellen. Hörl zeigte sich zudem verwundert über die Bewertung der Situation in Tirol. Seit mehreren Tagen weise das Bundesland die niedrigste 7-Tage-Inzidenz in Österreich auf, verwies der Zillertaler Hotelier auf entsprechende Zahlen. „Und auch der schwer verseuchte Bezirk Schwaz liegt unter dem Schnitt der Bundeshauptstadt Wien und unter dem Bundesschnitt“, meinte Hörl in Richtung der Verantwortlichen auf Bundesebene.

Seilbahn-Chef Franz Hörl (ÖVP) fordert eine neue Bewertung der Corona-Lage in Österreich noch im Februar. (Archivbild)

Corona in Österreich: Kurz-Regierung feiert „einmalige“ Strategie als echte „Alternative zum Lockdown“

Update vom 16. Februar, 9.55 Uhr: Die Strategie im Kampf gegen das Coronavirus in Österreich lautet: Testen. Das wurde bei der Pressekonferenz im Anschluss an den Corona-Gipfel am Montag deutlich. Bundeskanzler Kurz erklärte, dass in dieser Woche rund zwei Millionen Menschen getestet werden können und bezeichnete Österreich als eine Art Europameister beim Testen. Zudem kündigte er gratis „Wohnzimmer-Tests“ ab dem 1. März an.

Von einem Ziel-Inzidenzwert hat man sich in der Alpenrepublik verabschiedet - eine 7-Tage-Inzidenz von 50 bezeichnete Kurz als unrealistisch. Ziel sei es derzeit, die Infektionszahlen „so gut wie möglich unter Kontrolle zu halten“. Stabile Infektionszahlen seien auch „der Wert“, um weitere Öffnungsschritte „frühestens ab Ostern“ setzen zu können, erklärte Kurz. Der nächste Corona-Gipfel soll am 1. März stattfinden.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober schloss sich dem Lob des Kanzlers für die Teststrategie an. „Das ist etwas ganz, ganz einmaliges, was hier in Österreich geschaffen wurde“, sagte er und sprach von einem weiteren Ausbau der Zutrittstestungen. Diese seien ein „Unikum“ und eine „österreichische Strategie“, so Anschober. „Wenn wir testen, testen, testen - dann ist das die Alternative zum Lockdown“, betonte der Landeschef der Steiermark, Hermann Schützenhöfer (ÖVP).

Nach dem Corona-Gipfel kündigte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz weitere Öffnungsschritte „frühestens rund um Ostern“ an.

Aus der Opposition gab es heftige Kritik am Vorgehen der Regierung (siehe Update vom 15. Februar 17.30 Uhr). Man habe sich am Montag mit „Eigenlob überschüttet“, spottete FPÖ-Politiker Herbert Kickl beispielsweise. Der Streit um die Grenzkontrollen war bei der Pressekonferenz im Bundeskanzleramt kein großes Thema.

Corona in Österreich: 7-Tage-Inzidenz von 50 laut Kurz „nicht realistisch“

Update vom 16. Februar, 8.36 Uhr: Die britische Virus-Mutation in Oberösterreich und die südafrikanische in Tirol haben zugenommen, betonte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz am Montagabend. Es sei Vorsicht geboten. Öffnungen sind erst nach Ostern geplant (siehe Update vom 15. Februar, 17.30 Uhr). Seit dem 2. November 2020 sind Restaurants, Theater und Kinos und Hotels für Urlauber geschlossen.

Die 7-Tage-Inzidenz in Österreich liegt bei 107 (Datenstand: Sonntag: 14 Uhr). Eine 7-Tage-Inzidenz von 50 sei aber unrealistisch, betonte Kurz, wie ORF.at berichtet. Auch wenn die Regierung hoffe, dass sich die Corona-Lage in Österreich in der kommenden wärmeren Jahreszeit kombiniert mit der steigenden Durchimpfungsrate verbessern wird.

Corona in Österreich: Lockdown bis Ostern empört Opposition

Update vom 15. Februar, 17.30 Uhr: Vor Ostern keine Öffnung: Das betonte die österreichische Regierung wiederholt und eindringlich bei der Pressekonferenz am Montagabend. Das gilt besonders für die gesamte Gastronomie des Nachbarlandes. Gesundheitsminister Rudi Anschober bezog sich dabei explizit auch auf die Außenbereiche der Restaurants: „Wenn die Gastronomie nicht öffnet, werden auch die Schanigärten nicht öffnen.“ Zuletzt hatte es speziell hierzu vermehrt Forderungen aus den Reihen der österreichischen Politiker gegeben. „Wenn hier nicht alle vorsichtig sind, sind wir schnell wieder in einem exponentiellen Wachstum“, betonte Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Aus den Reihen der Opposition hagelte es dagegen Kritik. Die Regierung habe sich am Montag mit „Eigenlob überschüttet“ spottete FPÖ-Politiker Herbert Kickl bei oe24.  Um die massiven Einschränkungen fortsetzen zu können, male die Regierung das Schreckgespenst der Mutationen an die Wand. Anschober warnte dagegen davor, die aktuellen Corona-Zahlen zu verharmlosen. Ab kommender Woche werde sich die Auswirkung des Lockdowns schrittweise verringern und die Wirkung der Zunahme an Mutation-Fällen bemerkbar werden.

Der österreichische Gesundheitsminister Rudi Anschober macht deutlich: Auch die Schanigärten bleiben bis Ostern zu.

Update vom 15. Februar, 16.52 Uhr: „Wir haben nach wie vor eine stabile Infektionslage in Österreich“, sagte Kurz bei der Pressekonferenz im Anschluss an den Corona-Gipfel am Montag. Man habe jedoch mit der Ausbreitung der Virus-Varianten zu kämpfen, insbesondere in Tirol. „Es ist weiterhin große Vorsicht notwendig“, so Kanzler Kurz.

Österreich setzt weiterhin verstärkt auf Corona-Testungen. „Diese Woche werden wir in Österreich vielleicht über 2 Millionen Testungen durchführen können“, erklärte Kurz. Beim Testen sei man ein Vorreiter in Europa, so der Bundeskanzler. Darin sieht er eine gute Chance, das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten. Ab dem 1. März werden gratis „Wohnzimmer-Tests“ in den Apotheken verfügbar sein (siehe Update vom 15. Februar, 13.45 Uhr).

Aktuell sieht Kanzler Kurz keinen Spielraum für weitere Öffnungen. Er kündigte erneute Beratungen in 14 Tagen im Bundeskanzleramt in Wien an. Am 1. März soll bei einem Corona-Gipfel über weitere Öffnungsschritte in Österreich beraten werden. „Frühestens rechnen wir mit weiteren Öffnungsschritten rund um Ostern“, erklärte Kurz.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) beim Corona-Gipfel in Wien.

Update vom 15. Februar, 16.15 Uhr: Seit dem Vormittag beraten Experten aller Fachrichtungen in Österreich zunächst die Regierung und die Oppositionschefs, danach die Landeshauptleute. Es gilt als sicher, dass heute keine weiteren Öffnungsschritte beschlossen werden. Die Tageszeitung heute berichtet sogar, dass der „softe“ Lockdown, der seit einer Woche greift, noch bis Ostern verlängert werden könnte. Gegen 16.30 Uhr will Kanzler Sebastian Kurz im Bundeskanzleramt in Wien Stellung nehmen.

Corona in Österreich: Erste Tiroler Skigebiete schließen

Update vom 15. Februar, 15.35 Uhr: Wer in Tirol zum Skifahren möchte, muss ab heute verpflichtend einen negativen Corona-Test vorweisen. Für die ersten Skigebiete in Tirol lohnt sich ein Aufsperren nun offenbar nicht mehr. „Aufgrund der aktuellen Entwicklungen mit erneuten Verschärfungen für die Tiroler Skigebiete, sehen sich die Bergbahnen Sölden leider nicht mehr in der Lage, einen zufriedenstellenden und verantwortungsvollen Skibetrieb zu garantieren“, teilten die Bergbahnen Sölden auf Facebook mit. Der Skibetrieb werde daher ab Montag „bis auf Weiteres eingestellt“. Auch das Skigebiet „Steinplatte“ im Tiroler Unterland wird laut einem Bericht von krone.at nicht mehr öffnen. 

Corona in Österreich: SPÖ-Chefin Rendi-Wagner warnt vor weiteren Lockdowns

Update vom 15. Februar, 13.45 Uhr: „Auch wenn es jetzt aller Voraussicht nach keine weiteren Öffnungen gibt, ist das Risiko eines neuen Lockdowns in nur wenigen Wochen sehr hoch“, sagte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner am Montag. Das Lockdown-Ende zu Beginn der vergangenen Woche sei ihrer Meinung nach eindeutig zu früh gewesen. Das zeige auch die unsichere Situation in Tirol und die Entwicklung der Virus-Mutationen. Rendi-Wagner warnte vor einem „ständigen Auf- und Zusperren mit weiteren Lockdowns“. Man brauche Sicherheit und Kontrolle über die Corona-Lage.

Parteichefin der SPÖ: Pamela Rendi-Wagner.

Corona in Österreich: „Wohnzimmer-Tests“ ab März in Apotheken erhältlich

Ab dem 1. März weitet Österreich sein Corona-Testangebot weiter aus. In Apotheken werden dann gratis Corona-Selbsttests für zuhause, sogenannte „Wohnzimmer-Tests“, erhältlich sein. Von diesen sollen bis zu fünf Stück pro Person pro Monat zur Verfügung stehen, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA am Montag. Sie sind allein für die Eigenkontrolle gedacht und können nicht als Zutrittstests für den Besuch von Friseuren oder anderen körpernahe Dienstleistern genutzt werden.

Eine Woche nach der Lockerung des Lockdowns in Österreich werden Rekordzahlen beim Testen verzeichnet. Binnen sieben Tagen wurden - ohne Schulen - rund 1,5 Millionen Antigen- und PCR-Tests gemacht. Laut Bildungsministerium stehen wegen des wieder aufgenommenen Präsenzunterrichts in den Schulen nun wöchentlich 2,2 Millionen Tests bei Schülern, Lehrern und Verwaltungspersonal auf dem Programm. „Wir sind unter den Ländern, die am meisten testen in ganz Europa. Mit den Schul-Tests sind wir die ersten in Europa“, berichtete Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP).

Corona in Österreich: Testpflicht in Tirols Skigebieten gilt nicht für Pistentourengeher

Update vom 15. Februar, 9.55 Uhr: An der deutschen Grenze zu Tirol sind am Sonntag schärfere Einreiseregeln in Kraft getreten. Die Deutsche Polizeigewerkschaft begrüßte die Grenzkontrollen und warnte zugleich vor zu vielen Ausnahmeregelungen. „Je weniger Ausnahmen es gibt, desto besser funktionieren die Kontrollen, die nicht durchgeführt werden, um die Menschen zu schikanieren, sondern um ihr Leben zu schützen“, sagte der Bundesvorsitzende Rainer Wendt. Nicht jeder, der es von sich behaupte, sei auch systemrelevant.

Eine dieser Ausnahmeregelungen gilt nun wohl in Tirols Skigebieten seit Montag. Für Personen, die auf die Skipisten wollen, gilt eine Testpflicht. Davon ausgenommen sind allerdings Pistentourengeher. Das Land Tirol teilte mit, dass die Verordnung diesbezüglich noch konkretisiert werde. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Nutzung von Skipisten während der Betriebszeiten einen maximal 48 Stunden alten negativen Antigen- oder PCR-Test voraussetzt.

Corona in Österreich: Heute wohl keine weiteren Öffnungsschritte beim Gipfel in Wien

Vor zwei Wochen wurden bei einem Corona-Gipfel in Wien erste Öffnungsschritte für Österreich nach dem Lockdown beschlossen. Ab dem 8. Februar durfte der Handel, sowie körpernahe Dienstleistungen den Betrieb aufnehmen. Für Montag (15. Februar) sind erneut Gespräche zwischen der Regierung um Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Experten, sowie der Opposition und den Landeshauptleuten angesetzt.

Die österreichische Regierung um Kanzler Sebastian Kurz trifft sich zu einem erneuten Corona-Gipfel in Wien. (Archivbild)

Neue Öffnungen werden jedoch nicht erwartet - und das obwohl die Gastronomie eigentlich im März wieder öffnen wollte. Die Corona-Infektionszahlen in Österreich sind allerdings weiterhin hoch. Zudem ist die Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Corona-Mutation, die für eine Abschottung Tirols gesorgt hat, zu groß. Wie die Zeitung Österreich aus Regierungskreisen erfahren haben will, sollen Gastronomie und Hotels frühestens am 15. März wieder aufsperren, eher aber erst nach Ostern, also Anfang April. 

Corona in Österreich: Gesundheitsminister Anschober warnt vor einem weiteren Anstieg der Zahlen

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erklärte am Sonntag, dass er einen weiteren Anstieg der Infektionszahlen befürchtet. Die Auswirkungen des Lockdowns hätten die Entwicklung geprägt, nehmen nun aber allmählich ab. „Ab der kommenden Woche müssen wir davon ausgehen, dass diese Folgewirkung schrittweise abnimmt und der stark steigende Anteil der Mutationen mit höherem Ansteckungsrisiko dazu führt, dass die Infektionszahlen in den kommenden Wochen schrittweise ansteigen werden“, so Anschober.

Corona in Österreich: Ärger aus Wien über Grenzschließung zwischen Bayern und Tirol

Update vom 14. Februar, 19.35 Uhr: In Österreich macht sich in der Coronavirus-Pandemie offene Wut über die Grenzschließung zwischen Bayern und Tirol breit. Kanzler Kurz‘ Innenminister Karl Nehammer (beide ÖVP) attackiert nun ungewohnt scharf Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU).

„Mit dem Finger auf das Bundesland Tirol zu zeigen, ist vielmehr eine Provokation, als eine geeignete Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie und ihrer Auswirkungen“, meinte Nehammer aus Wien mit Blick nach München.

Der österreichische Innenminister sieht durch die Grenzschließung sogar „für die Versorgungssicherheit in weiten Teilen Europas eine Gefahr - die vom bayrischen Ministerpräsidenten wohl bewusst negiert wird. Tirol ist nicht der Parkplatz Europas, sondern vielmehr die bedeutendste Verbindungsachse zwischen dem Süden und dem Norden der europäischen Staaten“.

Mit dem Finger auf das Bundesland Tirol zu zeigen, ist vielmehr eine Provokation.

Österreichs Innenminister Karl Nehammer über die bayerisch-deutsche Grenzschließung

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Nur noch mit negativem Corona-Test auf die Skipisten

Update vom 14. Februar, 19.15 Uhr: Tirol reagiert weiter auf die sich ausbreitende Coronavirus-Mutation und greift nun auch dort härter durch, wo bisher viele Ausnahmen galten - auf den Skipisten.

Kaum was los in Corona-Zeiten: die Ski-Welt Wilder Kaiser im Tiroler Brixental.

Schließlich sind die Skigebiete ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig im Westen Österreichs, und ein Job-Motor. Aber: Wer ab sofort eine Skipiste in Tirol runterfahren und die dazugehörigen Lifte und Gondeln nutzen will, muss einen negativen Corona-Test mit sich führen. Das gab die Landesregierung aus Innsbruck an diesem Sonntagabend bekannt.

Ausgenommen sind Kinder unter zehn Jahren, gelten soll die neue Verordnung ab diesem Montag (15. Februar).

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Krisengipfel in Wien - deutscher Botschafter einbestellt

Update vom 14. Februar, 18.50 Uhr: Die Grenzschließung Bayerns zu Tirol wird zum großen politischen Streitpunkt zwischen Österreich und Deutschland in der Coronavirus-Pandemie.

Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, hat die Bundesregierung in Wien an diesem Sonntagabend den deutschen Botschafter für einen Krisengipfel einbestellt, an dem ferner Außenminister Alexander Schallenberg, Innenminister Karl Nehammer (beide ÖVP) sowie der italienische Botschafter teilnehmen.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Riesen-Streit mit Deutschland wegen Grenzschließung

Themen sind demnach die mögliche Durchreise für Tiroler über das sogenannte Kleine und Große deutsche Eck in andere österreichische Gebiete sowie eine Aufrechterhaltung des Güterverkehrs. Zur Einordung: Mit dem sogenannten Deutschen Eck ist die verkehrsgünstigere Straßen- und Eisenbahnverbindung zwischen dem Großraum Salzburg und dem Westen Österreichs mit Tirol und Vorarlberg gemeint. Diese Strecke ist durch die strengen Grenzkontrollen quasi dicht.

Weil sich in Tirol (rund 1,8 Millionen Einwohner) die Corona-Mutationen stark ausbreiteten, haben Deutschland und Bayern die Grenze zum österreichischen Bundesland zugemacht. Tiroler kommen vorerst nicht mehr nach Deutschland und können die Bundesrepublik auch nicht zur Durchreise in den Osten Österreichs nutzen.

Vor allem der Tiroler Bezirk Schwaz, der an die bayerischen Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach grenzt, galt zuletzt als Mutations-Hotspot.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: In Tirol wütet die südafrikanische Corona-Mutation

Erstmeldung vom 14. Februar: München/Wien - In Tirol wütet die Mutation, in Wien demonstriert man für Öffnungsschritte. In diesem Spannungsfeld trifft sich der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag mit seinem Vize Werner Kogler, Gesundheitsminister Rudi Anschober und verschiedenen Expert*innen, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise zu beraten. Zu weiteren Lockerungen wird es aber wohl nicht kommen.

Zumindest im Februar soll es keine weitere Öffnung geben, will das Nachrichtenportal OE24.at aus Regierungskreisen erfahren haben. „Die Gastronomie und die Hotellerie werden frühestens im März aufsperren können, wenn es schlecht läuft, kann es auch erst nach Ostern sein“, so ein Verhandler gegenüber der Nachrichtenseite. Geschäfte, Friseursalons und Kosmetikstudios durften unter verschärften Abstandsregeln schon am vergangenen Montag wieder öffnen.

Corona in Österreich: Gipfel mit Kurz und Experten soll die Richtung weisen

Die Gastronomen bauen wohl zunehmend Druck auf die Politik auf und hoffen nach den bisherigen Schritten auch auf eine baldige Öffnung der Gaststätten. Auch in Teilen der Bevölkerung gibt es Unmut gegen den Kurs der Regierung. So sind in Wien trotz eines Demonstrationsverbots nach Polizeiangaben bis zu 2000 Menschen gegen die Corona*-Maßnahmen auf die Straße gegangen.

Sie versammelten sich am Samstag unter anderem vor der Karlskirche zu einem „Spaziergang“ und forderten den Rücktritt von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Die Polizei erstattete nach eigenen Angaben mehrere hundert Anzeigen, weil Teilnehmer die vorgeschriebenen Mindestabstände nicht einhielten oder sich weigerten, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Die Behörden hatten sechs für das Wochenende angemeldete Corona-Kundgebungen verboten, nachdem es in der Vergangenheit bei Protesten immer wieder zu massiven Verstößen gegen die Corona-Regeln gekommen war.

Impfplan in Österreich: Bis zum Sommer soll knapp die Hälfte aller Österreicher geimpft sein

Die österreichischen Behörden gaben am Samstag mehr als 1400 neue Infektionsfälle in dem 8,9 Millionen Einwohner zählenden Land bekannt. Damit scheint die Zahl der Neuinfektionen zwar weitestgehend stabil geblieben zu sein, doch die südafrikanische Variante*, die sich in Tirol verbreitet hat, macht der Regierung Sorgen. Deutschland hat deswegen nun strenge Kontrollen an der bayerischen Grenze eingeführt.

Die größte Hoffnung zur Pandemie-Bekämpfung ruht auch in Österreich auf den Impfstoffen*. Das Alpenland hat nun nach OE24-Informationen sechs Millionen Impfdosen nachbestellt. Bis zum Sommer sollen damit etwa vier Millionen Bürger*innen geimpft werden. Bis Ende September will man allen Impfwilligen ein Vakzin zur Verfügung stellen, so der offizielle Plan laut dem Portal. (mam/AFP) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

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