Ein medizinischer Mitarbeiter hält ein Stäbchen für einen Abstrich in der Hand.
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Nach neun Monaten lässt sich eine erste Bilanz über die Sterberate in Bezug auf das Coronavirus ziehen (Symbolbild).

Daten im Vergleich

Corona-Bilanz nach fast neun Monaten: So tödlich ist das Virus in Deutschland, Europa und der Welt

  • Michelle Brey
    vonMichelle Brey
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Wie tödlich ist das Coronavirus Sars-CoV-2? Nach fast neun Monaten, in denen die Welt bereits gegen die Pandemie ankämpft, lassen Daten nun eine erste Bilanz zu.

  • Bereits zu Beginn der Coronavirus-Pandemie stellte sich die Frage: Wie tödlich ist das Coronavirus?
  • Die Sterberate ist ein wichtiger Wert, um die Pandemie einzuschätzen.
  • Nach neun Monaten lassen es Daten zu, eine erste Bilanz zu ziehen.

München - Es waren Bilder, die einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen werden. In der italienischen Stadt Bergamo transportierten Militärtransporter unzählige Covid-19-Tote aus der Stadt, weil sich kein Platz mehr in den Krematorien finden ließ. In Spanien wurde der Eispalast von Madrid übergangsweise zu einer Leichenhalle umfunktioniert.

Die Coronavirus-Pandemie* traf ein Land nach dem anderen. Insgesamt starben weltweit bislang 909.672 Menschen infolge einer Infektion mit dem Coronavirus (Quelle: Johns-Hopkins-University, 11. September 2020, 8.46 Uhr). Noch immer setzt die Forschung* alle Hebel in Bewegung, um einen Impfstoff zu finden. Denn eine Frage, die von Anfang an zentral war, wird auch weiterhin eine bedeutende Rolle spielen: wie tödlich ist das Coronavirus?

Coronavirus: Wie tödlich ist Sars-CoV-2? - Ein Überblick über die Sterberate

Gingen die Betrachtungsweisen zu Beginn der Pandemie noch weit auseinander, so ist es nach neun Monaten, in denen die Welt nun mit dem Coronavirus kämpft, möglich, eine erste Bilanz hinsichtlich der Corona-Sterberate zu ziehen. Wurden Anfangs Vergleiche beispielsweise zur Sterblichkeitsrate der Influenza-Grippe (0,1 bis 0,2 Prozent), der Sars-Pandemie der Jahre 2002/2003 (10 Prozent) und des Mers-Ausbruchs im arabischen Raum (fast 35 Prozent) gezogen, lässt sich die Lage nun besser einschätzen.

Um die Sterberate* zu ermitteln, wird die Zahl der Todesfälle in einem Land entweder durch die gesamte Bevölkerung oder eine Untergruppe von beispielsweise 100.000 Personen geteilt. Werden die Covid-19-Todesfälle durch die Zahl der bestätigten Infizierten geteilt, spricht man von der sogenannten Letalität.

Coronavirus: So hoch ist die Letalität weltweit - im Vergleich zu Deutschland, Italien, Großbritannien und den USA

Einen Überblick über die Letalität erhält man anhand der Daten der Plattform „Our World in Data“, deren Statistiken fortlaufend aktualisiert werden (letzter Stand: 10. September, 15.05 Uhr). Demnach liegt die Letalität weltweit betrachtet seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie bei 3,3 Prozent. In Deutschland liegt dieser Wert bei 3,7 Prozent. Auffällig ist in der Statistik Italien mit einer Letalität von 12,7, kurz darauf folgt Großbritannien mit einem Wert von 11,8. In den USA, das knapp 6,5 Millionen Infizierte seit Beginn der Pandemie zu beklagen hat, liegt die Letalität hingegen bei 3,0 Prozent. Besonders Präsident Donald Trump redete die Gefahren des Virus immer wieder klein. Nun überraschte Trump mit einer erstaunlichen Beichte.

Auf dem europäischen Kontinent liegt die Letalität bei knapp unter 7,0 Prozent. Ein vergleichsweise hoher Wert, der von hohen Werten wie beispielsweise den eben genannten aus Großbritannien und Italien beeinflusst wird.

Indes scheint sich die Lage in Europa erneut zuzuspitzen. Rutscht man direkt in eine zweite Corona-Welle*? Die Infektionszahlen steigen und das Auswärtige Amt weitete die Reisewarnungen aus. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Netzwerks (mbr)

In Österreich haben die Corona-Zahlen ein neues Hoch erreicht - jetzt wurden neue Maßnahmen beschlossen. Indes warnen Forscher bereits vor einer anderen besorgniserregenden Gefahr, die zu zehn Millionen Todesfällen führen könnte. Laut einer aktuellen Studie kann das Coronavirus auch die Spermienproduktion beeinträchtigen und so zu Unfruchtbarkeit führen. In einer Studie aus Innsbruck wurden die Langzeitschäden einer Covid-19-Erkrankung untersucht - mit teils positiven Ergebnissen. Indes schlägt die WHO Alarm: So viele Neuinfektionen gab es noch nie.

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