Test vor dem Weihnachtsbesuch

Corona-Test vor Weihnachten: Doch welcher ist der richtige?

  • vonLucas Maier
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Um die Familie nicht anzustecken, wollen sich viele vor Weihnachten auf Corona testen. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen den verschiedenen Tests?

  • Weihnachten 2020: Mit welchem Test sicher zum Fest?
  • Corona*: Die Fallzahlen bleiben weiter hoch und viele haben Angst die Familie anzustecken.
  • Der PCR-Test gilt zurzeit als der sicherste - es gibt diesen Test in zwei Varianten.

Kassel - Strenge Kontaktbestimmungen, geschlossene Restaurants und kein Feuerwerksverkauf: Im Jahr 2020 ist auch zum Jahresende hin, vieles anders als die Jahre zuvor. Das betrifft bei vielen auch die Vorbereitungen für Weihnachten 2020.

Nicht nur Geschenke wollen organisiert sein, es muss auch abgeklärt werden das keine ungebetenen Corona-Viren auf das Familien-Fest gebracht werden. Doch dafür gibt es nicht nur einen Test, sondern viele verschiedene. Wir haben zusammengefasst, wo die Unterschiede bei den Tests liegen.

Corona-Test vor dem Fest: Diese Tests gibt es

Um eine Infektion mit dem Corona-Virus nachzuweisen, gibt es aktuell verschiedene Verfahren. Insgesamt sind die folgenden vier Test-Verfahren am geläufigsten:

  • PCR-Test
  • PCR-Schnelltest
  • Antigentest
  • Antikörpertest

Doch nicht jede der Test-Verfahren ist geeignet um die Familie an Weihnachten zu schützen. Um das richtige Test-Verfahren für sich zu finden, bedarf es eines genaueren Blickes auf die einzelnen Test-Verfahren.

PCR-Test vor dem Weihnachtsfest? Für diesen Test muss etwas Zeit mitgebracht werden

Bei diesem Corona-Test handelt es sich wohl um den aktuell bekanntesten. In Politik und Medien wurde diese Variante augenscheinlich am häufigsten diskutiert.

Der PCR-Test gilt aktuell als das sicherste Test-Verfahren. Für den Test werden Partikel aus dem tiefen Rachenraum entnommen.

Diese werden im Anschluss zur Auswertung in ein Labor gebracht. Dort wird das Material auf das Vorhandensein von Erbgut des Corona-Viruses untersucht.

Corona und Weihnachten: Nach 24 Stunden sind die Ergebnisse bereits da

Die Auswertung im Labor dauert mindestens 24 Stunden, es können aber auch mehrere Tage vergehen bis das Ergebnis des Tests vorliegt. Deshalb ist die Zeit bei dieser Variante, dafür ob der Test vor Weihnachten noch Sinn ergibt, für viele wohl der ausschlaggebende Faktor.

Dieser Test wird vor allem bei Menschen durchgeführt, die Corona-ähnliche Symptome haben und/oder eine Kontaktperson der Kategorie I sind. PCR-Tests liefern allerdings immer nur eine Momentaufnahme, dass sollte immer mit beachtet werden.

Test vor Weihnachten: Den PCR-Corona-Test gibt es auch in schnell

Neben dem klassischen PCR-Test gibt es auch eine schnelltest-Variante, die auf demselben Prinzip aufbaut. Auch hier wird versucht Erbgut des Corona-Virus nachzuweisen.

Der Unterschied zu dem klassischen PCR-Test ist, dass bei dieser Variante kein Labor notwendig ist. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest wird das Material direkt in dem Test-Gerät ausgewertet.

Corona-Test vor dem Weihnachtsfest: Der Weg in das Labor entfällt

Das, was den Test im Endeffekt schnell macht, ist das Wegfallen der Transportzeit zum Labor. Im Vergleich zu dem klassischen PCR-Test, hat der Schnelltest aber auch einige Nachteile. Er ist nicht nur teurer als der klassische Test, sondern ist er auch weniger zuverlässig.

Bei dem PCR-Schnell-Test gibt es neben einem möglichen negativen oder positiven Test-Ergebnis, auch die Möglichkeit, dass ein unklares Ergebnis angezeigt wird. Aufgrund der Nachteile kommt der Test nur in bestimmten Situationen zum Einsatz: So beispielsweise bei Altenheimen oder Notaufnahmen. Mit so einem PCR-Schnell-Test hat kürzlich ein österreichischer Politiker versucht, alle Tests als unsicher darzustellen - er hat Cola positiv auf das Corona-Virus getestet. Das Video dazu ging in den sozialen Medien viral und sorgte für Verunsicherung.

Corona während Weihnachten 2020: Der Antigentest bringt Vor- und Nachteile

Eine weitere Variante um Corona-Viren nachzuweisen, ist ein sogenannter Antigen-Test. Anders als beim PCR-Test, wird die Probe hier nicht auf Erbmaterial des Corona-Virus untersucht, sondern auf Eiweiß-Fragmente (Eiweiß) des Virus. Bei dieser Variante ist ebenfalls kein Labor notwendig. Auch bei dieser Art des Nachweises gibt es Vor- und Nachteile. Die Vorteile sind im Folgenden gelistet:

  • Durchführung: Simpel - Ähnlich wie ein Schwangerschaftstest.
  • Geschwindigkeit: Schnell - Ergebnis liegt innerhalb von 30 Minuten vor.

Eingesetzt wird der Test beispielsweise als Ergänzung zu den PCR-Tests. In Bereichen wie Krankenhäusern können sie zu einer groben Vorsortierung genutzt werden. Neben den Vorteilen gibt es allerdings auch bei dieser Test-Variante Nachteile:

  • Test-Qualität: Weniger zuverlässig im Vergleich zu den Labor-Tests.
  • Eindeutigkeit: Der Antigentest stellt Corona-Viren fest. Ob es sich um Sars-Cov-2 handelt kann dabei nicht ermittelt werden.
  • Ein negatives Test-Ergebnis gibt nicht zwangsläufig Entwarnung: Denn auch bei Infektion kann, gerade Anfangs, eine so niedrige Virus-Last vorliegen, dass der Test trotzdem negativ ausfällt.

Weihnachten 2020: Ob die Corona-Infektion bereits überstanden ist zeigt der Antikörper-Test

Eine weitere Test-Möglichkeit ist der Antikörper-Test. Hier wird nicht auf das Corona-Virus selbst getestet, sondern darauf, ob der Körper bereits darauf reagieren musste oder nicht. Dringen Corona-Viren in den Körper ein, reagiert das Immunsystem nach ein paar Tage darauf, in dem es Antikörpern dagegen bildet. Der Antikörper-Test versucht genau diese nachzuweisen.

Corona-Tests: Gerade vor Weihnachten überlegen viele Menschen, ob sie vorsichtshalber einen Test auf das Coronavirus machen lassen. Doch welches Testverfahren macht was?

Ähnlich wie bei dem PCR-Test gibt es auch den Antikörper-Test in verschiedenen Ausführungen. Derzeit gibt es sowohl eine Schnell-Test-Variante, als auch eine Labor-Test-Variante.

Corona-Test vor Weihnachten: WHO warnt vor dieser Variante

Ein Antikörper-Schnell-Test kann aktuell kommerziell erworben werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät allerdings von diesem Test ab. Laut der WHO gibt es ihn derzeit nicht in einer Qualität, die als verlässlich eingestuft wird.

Bei der Labor-Test-Variante liegt keine Warnung von der WHO vor. Diese können Antikörper ab zwei Wochen nach der Infektion nachweisen.

Ob eine Immunität vorliegt, wenn der Antikörper-Test positiv ist, kann derzeit noch nicht eindeutig beantwortet werden. Welcher Test nun vor Weihnachten infrage kommt, muss von dem einzelnen Patienten und dem durchführenden Arzt entschieden werden.

Corona-Test: So kann man sich freiwillig testen lassen - auf Kosten achten

In Deutschland werden aktuelle nur Menschen mit Corona-Symptomen oder welche, die direkten Kontakt zu Corona-Infizierten hatten, getestet. Auch werden Schnell-Tests zum Beispiel in Altenheimen und in den Gesundheitsberufen regelmäßig eingesetzt. Aber man kann sich auch freiwillig testen lassen.

Wer sich Covid-19 testen lassen möchte, der sollte sich an seinen Hausarzt oder an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung unter der kostenlosen Telefonnummer 116 117 wenden. Dort wird ein Termin in einem Testzentrum vermittelt. Allerdings sollte bedacht werden, dass ein freiwilliger Corona-Test selbst bezahlt werden muss - da können Kosten zwischen 30 und 150 Euro anfallen. (Lucas Maier) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktions-Netzwerkes.

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