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Corona in Thüringen: „Angespannte Situation“ - Kliniken verschieben erneut geplante Operationen

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Die hohen Infektionszahlen in Thüringen wirken sich erneut auf die Kliniken aus: Wieder müssen Operationen verschoben werden.
Die hohen Corona-Infektionszahlen in Thüringen wirken sich erneut auf die Kliniken aus: Wieder müssen Operationen verschoben werden. © Christian Charisius/dpa

Die Infektionslage in Thüringen ist so dramatisch wie nie. Die Belegung der Intensivbetten in den Krankenhäusern des Freistaats hat zudem erneut eine wichtige Marke durchbrochen. Deshalb müssen nun wieder planbare Operationen in den Kliniken verschoben werden.

Erfurt - Tausende Neuinfektionen täglich, medizinisches Personal in Quarantäne: Die Corona-Pandemie bringt das Thüringer Gesundheitssystem erneut an seine Grenzen. Die Kliniken im Freistaat befänden sich derzeit wieder „in einer sehr angespannten Situation‘“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums auf Anfrage.

Es müssten inzwischen wieder planbare Operationen von Menschen verschoben werden, weil das vorhandene Personal für die Betreuung von Covid-19-Patienten gebraucht werde. Laut Landeskrankenhausgesellschaft befinden sich viele Ärzte und Pflegekräfte selbst in Corona-Quarantäne. (Lesen Sie auch: Einrichtungsbezogene Impfpflicht in Thüringen - Demos in Erfurt)

Corona in Thüringen - Krankenhäuser müssen wieder Operationen verschieben

„In einigen Regionen Thüringens kommen die Krankenhäuser an die Grenzen nicht nur intensivmedizinischer Kapazitäten, sondern auch auf Normalstationen“, sagte deren Geschäftsführer Rainer Poniewaß. Genaue Angaben zur Zahl verschobener Operationen gibt es nicht.

Poniewaß wies darauf hin, dass dringend nötige Eingriffe auch weiterhin ausgeführt würden. Ob Operationen verschoben würden, sei immer eine Einzelfallentscheidung. Der MDR hatte zuerst darüber berichtet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei Neuinfektionen in Thüringen lag nach Zahlen des Robert Koch-Instituts am Mittwoch bei etwa 2218 je 100.000 Einwohner. Es gibt fast 110.000 aktive Corona-Fälle im Land. In diesen Zahlen sind nur die von den Behörden registrierten Fälle enthalten. Die tatsächlichen Zahlen dürften deutlich darüber liegen, weil die Gesundheitsämter mit der Erfassung nicht hinterher kommen.

Maßnahmen enden am 2. April - Ministerium hält „Basisschutzmaßnahmen“ für nicht ausreichend

Zuletzt ist auch die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten wieder gestiegen. Am Mittwoch waren nach Angaben der Landesregierung 12,1 Prozent der verfügbaren Intensivbetten mit diesen Kranken belegt. In den zuletzt gültigen Corona-Verordnungen des Landes galt diese Marke als Grenze dafür, ab wann die Lage in den Kliniken kritisch wird.

„Vor diesem Hintergrund plädieren wir ausdrücklich für eine Verlängerung der bestehenden Corona-Schutzmaßnahmen bis Ende April“, sagte die Ministeriumssprecherin. Darüber kann die Landesregierung allerdings nicht mehr selbst entscheiden, dafür braucht es nun einen Landtagsbeschluss.

Derzeit zeichnet sich ab, dass die allermeisten Corona-Schutzmaßnahmen in Thüringen am 2. April enden. Die CDU hatte am Mittwoch erklärt, aus ihrer Sicht seien Basisschutzmaßnahmen in Zukunft ausreichend. Damit gibt es keine parlamentarische Mehrheit für die Absicht der rot-rot-grünen Landesregierung, die Gültigkeit der aktuellen Corona-Regeln um vier Wochen zu verlängern.

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